Krabbeldecken

Ich wollte für mein Enkelkind – Geschlecht war noch nicht bekannt – eine Krabbeldecke nähen. Also sah ich mich ein bisschen auf ebay um und ersteigerte 10kg Stoff mit Kindermotiven. Es sollte Pu, der Bär, Disneyfiguren, Teddys, viele Schafe und weit mehr dabei sein.

Ungeduldig erwartete ich die Sendung! Endlich kam ein großer Karton. Die Spannung stieg unglaublich um sofort einer maßlosen Enttäuschung zu weichen. Im Angebot stand zwar etwas von vielen Schafen, aber dass darunter 6kg Abschnitte ein und desselben Schafstoffes zu verstehen sei, stand dort nicht. Aber das war die Realität! 6kg Schafe! Natürlich habe ich mich beschwert und auch einen Preisnachlass erhalten. Heute bin ich nicht mehr so traurig über die Schafe. Zuerst habe ich mit diesem Stoff Techniken ausprobiert, die mir nicht ganz klar waren. Später sind sogar recht nette Taschen entstanden. Mittlerweile ist mir der Stoff richtig ans Herz gewachsen. Auch das war eine neue Erfahrung: Stoff wächst einem wirklich ans Herz! Einige Stoffe liebe ich sogar!

Zurück zur Krabbeldecke. Ich habe alle Stoffe gewaschen, gebügelt und nach möglichem Verwendungszweck sortiert. Dann begann die Schnippelarbeit. Nachdem ich in etwa wusste, wie die Decke aussehen soll, habe ich Beistoff gekauft. Bei Hüco (Stoffgroßhandel in Berlin-Charlottenburg www.hueco-stoffe.de) fand ich dann sehr preiswerten Rückseitenstoff. Es war das erste Projekt dieser Art. Ich lernte: Top+Volumenvlies+Rückstoff=Sandwich. Dieses Sandwich wurde geheftet und anschließend mit meiner alten Maschine gequiltet. Ich besaß noch keinen Oberstofftransporteur – ich wusste ja nicht einmal, dass es so ein Teil gibt – und wundere mich noch heute, dass die Decke tatsächlich ein gutes Ende gefunden hat. Genäht im Juni 2009.

Ich finde,dass Lauras Decke sehr gut geworden ist. Mit dem Binding (auch ein neuer Begriff für mich) hatte ich noch etwas Schwierigkieten. Ich wusste einfach nicht, wie ich gut um die Ecken komme, aber das habe ich erst einmal hingewurschtelt. Später fand ich dann eine Anleitung für korrektes Nähen des Bindings.

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Ein gutes Jahr später und um viele Erfahrungen reicher, wünschten sich Jens und Alex auch eine Krabbeldecke. Zwar bin ich kein Freund typischer Babyfarben, Mädchen=Rosa, Junge=Blau, aber irgendwie fand ich es in diesem Fall doch hilfreich zu wissen, dass mein zweites Enkekind ein Emil-Noah werden würde. Ich surfte durch die Onlineshops auf der Suche nach Inspirationen. Natürlich ließ das Aha-Erlebnis nicht lange auf sich warten. Tief in meinem Unterbewusstsein muss sich aber doch so ein klein wenig das Blaurosaschema eingenistet haben. Das wurde beim Kauf der Stoffe recht deutlich.

Das Nähen der Decke war nach kurzer Planung sehr einfach. Das Quilten allerdings entwickelte sich zu einer wahren Herausforderung. Zwar hatte ich inzwischen nicht nur einen Oberstofftransporteur, sondern auch eine neue Nähmaschine (die Alternative wäre sonst nur der Ausstieg aus dem Patchen und Quilten gewesen – und das wäre doch nicht wirklich eine Alternative gewesen?). Das Problem waren Bei- und Rückenstoff: Zwar auch aus 100% Baumwolle, aber keine Patchworkstoffe. Und unglaublich glatt. Ich hatte mich diesmal für ein sehr dickes Volumenvlies entschieden. Wie üblich benutze ich meine Quiltsicherheitsnadeln zum Verbinden der drei Lagen. Sprühkleber ist bei Kinderprojekten natürlich tabu! Dann wollte ich mit der Maschine losquilten. Mein Plan war, in den Nahtschatten zu quilten, damit die Quadrate sich schön abheben. Bereits nach der ersten Naht musste ich einsehen, dass das so nicht gehen würde. Die Stoffe verschoben sich gegenseitig, bildeten Falten, kräuselten sich. Ich musste schließlich jede Naht einzeln sichern und dann nähen. Nadeln wieder raus, nächste Naht sichern, nähen. Einen großen Teil der Nähte musste ich dann mit der Hand quilten.

Aber die Arbeit hat sich gelohnt:

 

 

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7 Antworten zu Krabbeldecken

  1. Jana Diener schreibt:

    Hallo,
    ich bin beim Stöbern auf Ihre wunderschöne Krabbeldecke gestoßen. Sie gefällt mir so gut, dass ich jetzt auch versuchen möchte, eine zu nähen. Allerdings kann ich nirgends Stoffe mit so schönen Motiven finden. Wo haben Sie die denn gefunden?
    Herzliche Grüße!

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  2. Pingback: Rosa Träume und Einstärkensichtigkeit | Quilt-Traum

  3. scrooge schreibt:

    Liebe Elvira, wie groß sind denn die beiden Decken ungefähr? Ich möchte mich nämlich auch an so einer Decke versuchen – zum Verschenken.

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    • Elvira schreibt:

      Die Decken haben ganz unterschiedliche Größen. Im Picasa-Album habe ich die Formate angegeben. Aber so um 140×140 cm/ 90x140cm dürften sie alle sein. Ich habe das Format vorher nie festgelegt, sondern mich immer an den Stoffen orientiert. Bei der letzten Decke habe ich um ein Paneel weitere Stoffe angebracht. Es gibt bei DaWanda oft sehr schöne Paneele, die sich als Mittelteil hervorragend eignen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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      • scrooge schreibt:

        Danke, auch für den Tipp mit DaWanda. Erst mal werde ich natürlich „meinen“Quiltladen aufsuchen die haben Anfang September Tag der offenen Tür mit vielen Sonderangeboten. Ich könnte da stundenlang wühlen *schwelg*.

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  4. Pingback: Krabbeldecke | Grenzwanderer

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