Hundesch…,Fahrgastservice oder Jammern auf hohem Niveau

Bevor ich mir jetzt negative Kritiken einheimse, gestehe ich es lieber sofort: Ja, ich jammere auf sehr hohem Niveau. Aber es gibt Tage, da stört die sprichwörtliche Fliege an der Wand – Fliegen gab es leider nicht! Ich hätte eh nicht zugeschlagen, denn anders als bei vielen meiner Zeitgenossen, gibt es kein Getier, das ich nicht mag oder gar eklig finde. Natürlich schlage ich zu, wenn mich eine Mücke sticht, aber alle anderen Sechs- oder Achtbeiner werden, sollten sie sich in meine vier Wände verirrt haben, möglichst behutsam eingefangen und ins Freie gesetzt. Was bei Fliegen etwas nervenaufreibend ist. Sie sind einfach zu dumm und widersetzen sich den Befreiungsaktionen, was diese ungemein erschwert. Aber ich schweife ab!

1) Der Tag begann mit meiner Hunderunde um 06:10Uhr. Da ist es noch ausgesprochen dunkel. Die wenigen Straßenlaternen erhellen zwar den Fahrdamm, eine Tatsache, deren Sinn sich mir noch nie wirklich erschlossen hat, der Bürgersteig dagegen bleibt eher schummerig. Es nieselte so vor sich hin, was das Laufen beschwerlich machte, da unter den sich durch schmelzenden Schnee immer größer werdenden Pfützen das Resteis besonders glitschig war. Außerdem waren die braunen, aufgeweichten Papierfetzen der Silvesterböller nicht von den, nun wieder sichtbaren und vor Nässe verlaufenden, Hundescheißhaufen zu unterscheiden. Normalerweise regt mich das ja nicht auf, aber heute morgen war der Anblick dieser in allen Braunnuancen sich mit den Pfützen und dem Silvesterdreck vermischenden Hinterlassenschaften einfach nur eklig! Ich fragte mich, während ich versuchte, mit tänzelnden Schritten alle Unwägbarkeiten zu umgehen, warum ich eigentlich seit über fünf Jahren jeden Output meines Hundes entsorge. Während der letzten Wochen war das nicht immer einfach. Unser Hund löst sich gerne auf Anhöhen, keine Ahnung, warum. Währenddessen dreht er sich dabei auch noch um sich selbst!! Auch keinen Schimmer, warum! Also hoch auf ein Schneehügelchen, dort gekackt, einmal im Kreis die Würste verteilt, runter von Hügel. Die Teile kullern nun lustig, wie auf einer Murmelbahn, in alle Richtungen davon. Und ich? Sammle sie natürlich wieder ein. Wer mich dabei beobachtete, dachte sicher auch, dass die Alte etwas spinnt. Denn es muss schon einen merkwürdigen Anblick bieten, wenn ich mich, halb auf einem Schneeberg stehend, um sicheren Stand bemüht, gebückt im Kreis bewege, um alles wieder aufzuheben. Anschließend kann ich die warme Tüte nicht einmal mehr in einen der beiden öffentlichen Abfallbehälter in unserer Straße entsorgen, da die seit dem ersten Schneefall am 1.12.2010 nicht mehr geleert wurden, weil jeder bei der BSR Beschäftigte offensichtlich zum Schneeräumen abkommandiert wurde. Anders als andere Hundebesitzer der Umgebung beteilige ich mich nicht an dem Versuch, ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen. Diesen Gedanken kann man nämlich leicht hegen, wenn man die Berge Abfall sieht, die sich auf den Abfallbehältern türmen. Der Frost hatte alles gut miteinander verbunden, sogar leere Bierflaschen schauten aus dem Dreckdach heraus. Brav habe ich Karlchens Verdauungsprodukt spazierengetragen und in unsere Abfallcontainer entsorgt.

Sollte ein BSR-Mitarbeiter hier lesen: Ihr habt meinen großen Respekt! Das ist nicht ironisch gemeint! Wie ihr die Müllcontainer bei diesen Schneeverhältnissen geleert habt, war mit Sicherheit ein Knochenjob!

2) Über Arbeit rede und schreibe ich hier nicht! Nur so viel: Es gab reichlich davon.

3) Dann kam der Punkt, der das Fass zum Überlaufen brachte. In Berlin sind die Fahrpreise des öffentlichen Nahverkehrs ab 1.1.11 erhöht worden. Soll ja manchmal vorkommen, dass etwas teurer wird. In diesem Fall ist das überhaupt nicht nachvollziehbar. Es ist der zweite Winter, in dem hier fast alles zusammengebrochen ist. Die S-Bahn fuhr in extrem verkürzten Zügen zu Zeiten, die niemand vorhersagen konnte. Türen ließen sich nicht öffnen, weil sie zugefroren waren. Waggons blieben geschlossen, weil die Heizung ausgefallen war, Weichen froren ein und, und, und. Den ganzen Sommer fuhr die S-Bahn nach einem Notfahrplan, und bei der BVG fackelten Busse ab.

Nun habe ich das Glück, dass ich, wenn ich durch Schnee und Eis mein Fahrrad nicht benutzen kann, meinen Arbeitsplatz auch zu Fuß erreiche. Nur wenn ich zu den Kindern oder in die Stadt (ich wohne am Stadtrand) fahren möchte, bin ich auf die öffentlichen angewiesen. Ich kaufe mir daher immer einen 4erBlock des Tarifes AB. Von diesem Block besitze ich noch drei Fahrscheine, zusätzlich noch ein Ticket Tarif BC. Heute nutzte ich die Gelegenheit im BVG-Shop unseres U-Bahnhofes zu fragen, wie lange die Fahrkarten ihre Gültigkeit behalten würden. Das wäre bis zum 14.1.2011. Danach könne ich die Fahrscheine wieder abgeben. Ich verabschiedete mich mit den Worten, dass ich dann am 15.1. kommen würde um die Tickets einzutauschen, falls ich sie bis dahin nicht benutzt hätte. DAS ginge aber nun gar nicht! DAFÜR müsse ich zum nächsten BVG-Schalter fahren. Der ist 12 U-Bahnstationen entfernt! Bedeutet: 1 Fahrschein hin, 3 Fahrscheine zurückgeben, mit einem teueren wieder nach Hause fahren. Das ist doch wohl nicht wahr! Es muss doch möglich sein, die Fahrkarten da zu tauschen, wo ich sie gekauft habe. Nämlich in jenem Shop! Ich gehöre noch zu den Menschen, die versuchen,  Automatenservice zu vermeiden. In der, wahrscheinlich naiven,  Hoffnung, dass der Mensch, der mich persönlich bedient, seines Arbeitsplatzes etwas sicherer sein kann.

Also habe ich die BVG kontaktiert und eine entsprechende Frage gemailt, die Mail ausgedruckt und noch mit der Post hinterher geschickt.

So, jetzt geht es mir wieder besser! Jammern auf hohem Niveau hat offensichtlich  einen therapeutischen Nutzen!

Advertisements
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter allerlei abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Hundesch…,Fahrgastservice oder Jammern auf hohem Niveau

  1. Himmelhoch schreibt:

    Ach Elvira – der Tenor unserer „Jammerei“ ist so oft ähnlich. Durch deinen Post kann ich mich so gut an den vorigen Nachsilvesterzustand hier erinnern. – Wahrscheinlich darf man gar nicht so viel fragen, sondern einfach machen, also einfach die Fahrscheine benutzen. Und die sollten bei mir mal was sagen, wenn sie mich erwischen. – Aber ich habe eh das Seniorenticket als Jahreskarte. – Alle Tiere mag ich nicht, ich hasse Ratten, im wahrsten Sinne des Wortes hassen.
    Das mit Automaten schreibe ich auch mal, aber von einer anderen Stelle.

    Gefällt mir

Ich lese gerne Deine Meinung dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s