Ablenkungsmanöver

An dem Tag, als mein Mann in den OP geschoben wurde, begann ich gleich nach der morgendlichen Gassirunde mit einem neuen Projekt. Frühstücken konnte ich nicht, zum Lesen fehlte mir die Konzentration und Fernsehen ist eh nicht mein Ding.

Also nahm ich einen Arm voller Stoffe und begann den „Alles-wird-gut“-Tischläufer

Und schließlich wurde alles gut: OP und Läufer. Den Läufer hatte ich bereits am Abend fertig. Er ist maschinengenäht und -gequiltet.

Noch während ich an diesem Teil nähte, fiel mir ein, dass ich einmal in einem Blog die Anleitung für eine Tischdecke gelesen hatte, die nach einer für mich völlig neuen Technik hergestellt wurde. Nach einigem Suchen fand ich sie.

Ablenkungsmanöver Nr.2 war dann eher Beschäftigungstherapie. Als ich diese Decke nähte, war mein Mann bereits zur Anschlussheilbehandlung an der Ostsee.

verschieden große Kreise werden aus Stoff ausgeschnitten und auf Vliesofix gebügelt

die Kreise werden auf Quadrate verschiedener Grüntöne aufgebügelt

alle Quadrate werden mit Volumenvlies und Rückseitenstoff zu Sandwiches zusammengesetzt

nun die Lagen kreuz und quer besticken. Dafür konnten alle Stickstiche meiner Elna ausprobiert werden. Darum gab ich der Decke auch den Namen:

„Stichprobendecke“

 

Der nächste Schritt fiel mir wirklich schwer, weil ich die Quadrate so, wie sie waren, ganz hübsch fand. Aber ich musste sie – mithilfe meines Kurvenlineals – wieder zerschneiden!

Jetzt wurden für alle Hälften neue Partner gesucht. Dabei galt es darauf zu achten, dass gleiche Farben sich nicht berühren dürfen. Klar von Vorteil ist da jemand, der sich vorher einen Plan macht, einen farbigen Plan!

Ist das geschafft, werden die Quadrate aneinandergelegt und mit Stickgarn und sehr kleinem Zick-Zack-Stich miteinander verbunden.  Das war eine Katastrophe! Ich hatte mich mit dem Stickgarn total verkauft. Ich glaube, dass das Reste von Industriespulen waren, die auf kleinere Spulen für den Hausgebrauch gespult wurden. Dabei schien die Spannung – ich weiß nicht, ob man das so nennt – falsch zu sein. Der Faden verzwirbelte immerzu. Ich musste ihn zusätzlich durch Daumen und Zeigefinger gleiten lassen, damit er glatt blieb. Für den Rand wollte ich mir das nicht antun.

Für die Rückseite habe ich Reste verwendet

Den Rand habe ich dann doch Ruck-Zuck-Zicke-Zacke angenäht. Allerdings habe ich dafür normales Nähgarn genommen.  Zuerst gefiel mir die Decke nicht besonders gut. Als sie dann aber auf dem Tisch lag, gab sie dem Zimmer einen fröhlichen Anstrich. Mein Mann meinte später, er hätte Assoziationen von Eiskugeln und Melonen. Also doch eine frisch-fröhliche Decke.

Advertisements
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter Decken abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Ich lese gerne Deine Meinung dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s