Vorwärts in die Vergangenheit

Heute hat mir Mayarosa auf meinen Kommentar mit einem Link zu einem älteren Post geantwortet. Von diesem Artikel ging es weiter zu einem anderen. Nachdem ich beide gelesen/gehört hatte, dachte ich nach.

Ein Blog ist ein Tagebuch, jedenfalls war das die eigentliche Idee dahinter. Ich schreibe, was ich heute erlebt, gedacht, erlitten oder geschaffen  habe. Im positiven wie im negativen Sinn. Das unterscheidet das Blog von einer herkömmlichen Website. Einige Blogger halten sich daran, andere, wie ich, schreiben mal von heute, mal von früher. Wie kommentierte mal jemand bei mir? Vom Museum im Tarnkleid! Das ist durchaus richtig beobachtet. Ich poste auch alte Fotos, weil es bei einigen einfach schade wäre, wenn sie auf der Festplatte verstauben müssten. Und zu diesen Fotos habe ich etwas zu sagen.

Mayarosa und andere lassen  mich teilhaben an ihrem Leben. Ich habe heute etwas vom Tanzen im Regen erfahren, von blauen Augen, und am liebsten hätte ich ihren Blog vom ersten Post bis jetzt gelesen. So, wie wir Tagebücher von Künstlern lesen, um mehr über sie zu erfahren, ihre Beweggründe für Bilder und Kompositionen in Worten und Noten zu begreifen.

Ich lese Blogs also manchmal rückwärts. Weil ich hoffe, den Menschen dahinter besser zu verstehen. Jeder Artikel ist ein Puzzlestück, das sich einfügt in ein noch unbekanntes Muster. Darum schreibe ich auch von früher, weil wir hier einfach zu selten die Muße haben, im Archiv anderer Blogger ausführlich zu stöbern. Weil es  zeitraubend wäre, viele Puzzles gleichzeitig zu legen.

Vielleicht sollte ich mir doch endlich einen Laptop zulegen. Dann könnte ich unterwegs rückwärts lesen. Komisch! Mir fällt gerade ein, dass ich keine Filme mag,  die Fortsetzungen von bereits gelaufenen Filmen sind, aber zeitlich zurück in die Vergangenheit gehen. Also die Geschichte der Geschichte erzählen. Hier in den Blogs ist es genau umgekehrt. Da interessiert mich beides. Die Fortsetzung und das in beiden Richtungen!

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6 Antworten zu Vorwärts in die Vergangenheit

  1. april schreibt:

    Oh … da würdest du bei mir nicht so sehr fündig werden. Ganz, ganz früher, vor ca. 10 Jahren (so lange schreibe ich nämlich schon) war ich unglaublich offen. Heute würde ich so nicht mehr schreiben , tue es manchmal aber doch und später – so nach zwei Monaten ca. lösche ich alte zu persönliche Beiträge. Einerseits schade, andererseits Vorsicht. Das ‚Netz‘ ist nicht mehr so harmlos wie früher.

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    • Da hast Du sicher Recht! Ich habe, auch bei Dir, mit Passwörter gesicherte Posts gesehen. Das hat sicher seine Gründe. Nach meiner Urlaubsankündigung kamen auch gleich Spams, keine Ahnung woher und warum. Sicher sind die das kleinere Übel. Kämen persönliche, angreifende Kommentare, z.B. von Menschen, die an einer ausgeprägten H.o.mo.ph.obie (Du siehst, ich habe gelernt!) leiden, wüsste ich auch nicht, was ich tun würde.
      Ich wünsche Dir eine weitere Woche voller Kraft und schöner Momente!
      Elvira

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  2. mayarosa schreibt:

    Lustig. Wobei das bei mir ja gar kein klassisches „Tagebuch“ ist, eher so eine Spielwiese für alle möglichen Gedanken und Gespräche. Freut mich, dass es dir trotzdem gefällt 🙂

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    • Spielwiese hört sich gut an! So ähnlich ist es bei mir ja auch geworden. Es hat sich verselbständigt – anders als von meinem Sohn ursprünglich gedacht. Obwohl ich mir bei ihm da nicht so sicher bin, er wollte meinen Gedanken bestimmt eine Plattform geben, über das Präsentieren meiner Näharbeiten hinaus. Das sagt schon der von ihm gewählte Zusatz …das Leben, das Nähen und der ganze Rest.
      Ja, ich lese gerne bei Dir! Ich mag die Art Deines Schreibens.
      Liebe Grüße
      Elvira

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  3. mayarosa schreibt:

    Oder andersrum: Auch wenn jemand etwas aus der Vergangenheit schreibt, so erinnert er sich doch heute daran, wenn er/sie es schreibt, also ist es doch aktuell 🙂

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  4. Ja, es hat immer noch Bezug zu heute. Ich meine, es ist einfach spannend, durch das Lesen älterer Beiträge, mehr und mehr ein Bild zu bekommen. Wie hätte ich sonst vom Tanzen im Regen erfahren? Es ist wie beim Lesen eines Romanes. Nach etlichen Seiten, bei manchen Autoren eher Kapiteln, zeichnet sich ein Bild der Protagonisten ab. Es ist vage; es zu zeichnen wäre schwierig, denn selten entspräche es den Vorstellungen; es ist eher die gefühlte Vorstellung der Personen. Oder warte, besser beschreibe ich es so: Ganz, ganz selten, fast nie, schafft es ein nach einem Buch gedrehter Film besser zu sein, als der Film in meinem Kopf. Ich erinnere mich an zwei Filme, die an mein Kopfkino sehr,sehr nahe herankamen: „Der Name der Rose“ und „Herr der Ringe“. Eigentlich eine gute Idee für einen nächsten Beitrag!
    Ich wünsche auch Dir eine wundervolle Woche!
    Elvira

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