Sonntagsgedanke

Verzeihung, wenn ich etwas unausgeschlafen wirke. Ich habe diese Nacht nicht gut geschlafen. Ich hatte einen schrecklichen Traum. Ich träumte, der Mann, der die Berieselungsmusik erfunden hat, hätte eine weitere Erfindung gemacht.“
Sylvia Simmons, amerik. Redenschreiberin u. Publizistin

Auch ich habe in der letzten Nacht nicht gut geschlafen. Es war still! Nicht leise oder ruhig, sondern absolut still!  Es war meine erste Nacht im neuen Haus meiner Kinder. Sie sind „ins Grüne“ gezogen. Ein schönes Haus. Groß und hell. Und eben im Grünen. Die Kinder waren zu einer Betriebsfeier, und ich habe meine Enkeltochter gehütet. Ich habe mit ihr gespielt, ihr vorgelesen, Ringelreihe getanzt, bis mir die Knie vom vielen HuschHuschHusch schmerzten, und sie schließlich zu Bett gebracht. Nach zwei Schlafliedern – die Texte kannte ich leider nicht mehr vollständig – schlief sie auch bald ein. Die Kinderzimmertür ließ ich offen. Ich setzte mich im Erdgeschoß mit einem Buch aufs Sofa. Und da bemerkte ich sie, die Stille. Ab und an gluckerte der Kühlschrank, manchmal erschreckte mich ein Knacken. Ansonsten herrschte vollkommene Stille. Keine Autogeräusche, keine lauten Unterhaltungen auf der Straße, kein Gebell, keine schreienden Katzen, nichts, nur Stille. Als ich schließlich im Gästezimmer in meinem Bett lag, war einzig mein Herzschlag das einzige Geräusch, das ich wahrnahm.

Schlafen konnte ich natürlich erst, nachdem meine Kinder wieder zu Hause waren.  Ich hörte tief hinein in diese Stille bis ich endlich in einen unruhigen Schlaf fiel.

STA60097

 

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12 Antworten zu Sonntagsgedanke

  1. minibares schreibt:

    Wenn man die Stille nicht gewohnt ist, kann sie unheimlich wirken.
    Wir waren in England auch im Grünen, ich dachte, das wird total dunkel werden in der Nacht. Aber denkste! Sie hatten innen überall Lichter an, so wurde es doch nicht wirklich dunkel.
    Und ich konnte ohne Probleme zum Bad finden, um nachts mal zur Toilette zu kommen…

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    • Oh, ich fand es nicht wirklich unheimlich, nur so ganz anders als gewohnt. Ganz dunkel war es GsD auch nicht. Ich bin es ja gewohnt bei offenem Fenster zu schlafen (ohne Gardine/Fensterlädeno.ä.). Die Straßenbeleuchtung verschafft genug Helligkeit um nachts kein Licht machen zu müssen. Bei den Kindern schlief ich im Erdgeschoss. Durch die Ritzen der hinuntergelassenen Jalousie drang auch etwas Licht einer Laterne. Aber so wenig, dass ich mich zum Lichtschalter tasten musste. Nächstes Mal gibt es eine Taschenlampe ans Bett!

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  2. mayarosa schreibt:

    Liebe Elvira,
    das kann ich gut verstehen. Wir gewöhnen uns so sehr an unsere Umgebungsgeräusche. Mir ging es als Kind so, wenn ich bei Oma schlief. Meine Eltern wohnten an einer lauten Bundesstraße, gegenüber ein kleiner Wehr im Fluss, daneben ein Bauer mit Melkmaschine um 5 Uhr morgens und alle viertel Stunde die Kirchenglocken.
    Meine Oma wohnte am Ende einer Sackgasse. Dahinter plätscherte nur zart ein kleines Bächlein und im benachbarten Hühnerhof gackerten ein paar Hühner. Da konnte ich auch nicht gut einschlafen.
    Liebe Grüße und heute Nacht einen umso erholsameren Schlaf.

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    • Eigentlich war es ganz schön, so still. Wir wohnen in Rudow ja auch relativ ruhig, dennoch ist immer etwas zu hören. Dein Bach erinnert mich an einen Urlaub im Schwarzwald. Unser Haus lag auch am Ende einer Sackgasse, kein Auto fuhr vorbei. Aber ein Bach plätscherte auf der anderen Wegseite. Es dauerte einige Nächte bis ich mich an dieses „laute“ Geräusch gewöhnt hatte.
      Danke für den Gute-Nacht-Wunsch! Ich habe tatsächlich tief und fest geschlafen!

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  3. fudelchen schreibt:

    Solche Empfindungen habe ich sehr oft, ist nicht sehr angenehm!!

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    • Eigentlich war es nicht wirklich unangenehm – eher ungewöhnlich. Sicher war auch die Verantwortung, die ich für meine kleine Enkelin trug, ein Grund, der mich am Schlafen hinderte. Und dann alleine in einem Haus, eine völlig neue Erfahrung.

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  4. NixZen schreibt:

    Ja, darum erfinden wir immer neue Geräusche. Es hat was mit dem Gefühl der Einsamkeit zu tun, darum posten wir ja auch hier:-)

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    • Ich glaube eher, dass absolute Stille uns dazu zwingt, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Das kann Angst auslösen, weil wir dazu nicht wirklich bereit sind. In der Anfangszeit der Meditation geriet ich dabei fast in Panik. Aber diese Stille in dem Haus war anders, nicht unangenehm. Ich hätte ja Fernseher oder Radio anschalten können, aber das wollte ich auch nicht. Es hat mir keine Angst gemacht, war auch nicht unangenehm, einfach nur ungewohnt.

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      • NixZen schreibt:

        Ja, das mit der Panik in der Medi höre ich oft. Die hört aber später auf. Im Gi Gong/Yoga Kurs bekamen viele ( ich manchmal auch ) bei den Ruhe Übungen zu Beginn Panik

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  5. valentiner schreibt:

    Mich glucksern meine Aquarien in den Schlaf. Sonst wäre es hier nachts auch sehr still.

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    • Ja, das kann ich mir vorstellen, nachdem Du ein Foto der Landschaft vor Deinem neuen Domizil gepostet hattest. Gluckernde Aquariengeräusche mögen ja schlaffördernd wirken, der „Krach“ der Pumpen eher nicht. Ich bin jedenfalls sehr glücklich, dass ich mein eigenes Zimmer habe und nicht das „Aquarien-Schlaf-Zimmer“ mit meinem Mann teilen muss. Auf der anderen Seite kann er nicht verstehen, dass das, zugegebenermaßen wirklich laute, Ticken meiner Uhr mich nicht stört. Aber das höre ich überhaupt nicht mehr!

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  6. @ NixZen: Bei den Gruppenmeditationen ging mir das nicht so, aber alleine Zuhause hatte ich anfangs Schwierigkeiten. Fühlte mich im wahrsten Sinne des Wortes „ver-rückt“

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