Was will mein Ohr mir sagen?

Heute Vormittag saß ich so am PC und machte meine Blogrunde. Schaute hier, las dort, antworte auf Kommentare und kommentierte meinerseits. Im Hinterkopf rumorte in einer Ecke eine morgendliche Auseinandersetzung mit Mann weiter, in einer anderen stellte sich die Frage, wie ich das mit einer bestimmten Arbeit in der Praxis auf die Reihe bekommen werde, während weiter im Vordergrund nach einer Alternative gesucht wurde, falls das Geschenk für Emils ersten Geburtstag nicht pünktlich geliefert wird. Ab und an fiel mein Blick auf Karlchen, der ruhig und entspannt auf seinem Kissen in meinem Zimmer schlief. Ach, ja, eine Kollegin wünschte sich ja so eine Kulturtasche für ihre Kosmetik. Da müsste ich auch nach passenden Stoff suchen. Und plötzlich war wieder der Stress und die Ungerechtigkeiten der letzten Arbeitswoche präsent. Egal, jetzt wollte ich erst einmal ein weiteres Blog mit Berlinbildern besuchen. Dort las ich etwas über feedreader, interessant. Möchte ich mich mal mit beschäftigen. Warum summt unser Kühlschrank eigentlich so laut? Mein Zimmer ist ca. 6m von der Küche entfernt. Mir fällt auf, dass er auch schon lange summt, hatte nur nicht weiter darauf geachtet. Hoffentlich geht da nicht was kaputt! Eine Reparatur käme nicht wirklich gelegen. Aber der ist erst zwei Jahre alt, was soll da schon kaputt sein? Das Summen summt in gleicher Lautstärke und Intensität weiter. Also stehe ich auf, gehe ins Nebenzimmer, in dem mein Mann  schmollend in seinem Sessel sitzt. Auf meine Frage, ob ihn das Summen denn nicht auffallen würde, schaut er hoch und fragt: „Welches Summen?“. Angepiekst, wie ich noch war, meinte ich : „Na, das vom Kühlschrank!“ „Ich höre nichts!“ Also, schwerhörig wird er jetzt auch noch, ging es mir durch den Kopf, als ich weiter zur Küche ging. Das Summen summte weiter, in gleicher Lautstärke und Intensität. Da fing ich an, mich zu wundern. Ich ging ins Wohnzimmer, ins Esszimmer, auf den Balkon, hielt mir die Ohren zu:  Das Summem summte weiter……. Und es summte nur links, kein Pfeifen, kein Rauschen, ein Kühlschranksummen, im linken Ohr. Nach einer Stunde rief ich beim HNO an, durfte auch gleich kommen. Hörtest: Kein Hörsturz, aber mit dem guten Hören scheint es, nun auch ärztlich bescheinigt, vorbei zu sein. Ich wusste schon lange, dass ich Probleme habe. In größerer Runde kann ich den Gesprächen nicht mehr folgen. Aber das hat mich nie richtig gestört, weil ich in allen anderen Bereichen noch sehr gut hören kann. Das hat der HNO mir auch so bestätigt.

Nun aber summt mein linkes Ohr mir ein eintöniges Liedchen, auf das ich mir durchaus einen Reim machen kann. Werde ruhiger, summt es, meditiere mal wieder, summt es, denk nicht an die Praxis nach Feierabend, summt es. Auf Widerworte lässt sich das Summen nicht ein, es übersummt mich einfach.

Nun bin ich bis einschließlich Freitag krankgeschrieben. Auf die Frage des Arztes nach einer Krankschrift war ich natürlich vorbereitet und wollte sie  verneinen. Die Kolleginnen trifft es hart, wenn ich fehle. Wir sind doch schon durch Krankheiten, auch sehr lange, und Urlaube permanent unterbesetzt. Keiner weiß, wann jemals die Überstunden abgebummelt werden können, die schon Überwoche sind.  Nein, Krankschrift geht gar nicht. Und dann summt das Summen so einfach „Ja!“ Und ich wiederhole es. Und nun sitze ich hier am PC und versuche, nicht weiter auf das Summen zu hören. Ich muss ein durchblutungsförderndes Mittel nehmen (keine Kassenleistung, weil Wirkung  umstritten) und wenn das Summen sich nicht verabschieden will, in zwei Tagen ein Cortisonpräparat (keine Kassenleistung, weil für Tinnitus off-label-use).

Ich hoffe natürlich, dass ich die nicht nehmen muss und habe das Rezept noch nicht eingelöst. Als ich in der Apotheke war, bot mir die Angestellte einen Vitamindrink an. Lecker! Und so gesund! Sooooooo stärkend für das Immunsystem! Gerade jetzt in der nassen und trüben Jahreszeit. Wo war der Haken? Klar, der Preis! 30 Granulatbeutel knapp 57€, in Fläschchenform gar 59€. Natürlich habe ich mir sofort einen Vorrat für das nächste halbe Jahr zugelegt. Ja, spinn ich denn? Da esse ich doch lieber kiloweise Obst und Gemüse und bewege mich an der frischen Luft! Früher, wenn ich Geburtstagsglückwünsche erhielt, meist mit dem Wunsch nach Gesundheit, Geld wäre ja nicht so wichtig, habe ich immer gesagt, Geld ist für den Erhalt der Gesundheit schon wichtig. Es schützt mich nicht vor schweren Erkrankungen, aber ich könnte mir einiges leisten, was Körper und Geist gut tun würde. Angefangen bei hochwertigen Lebensmitteln!

So, nun habe ich hier genug rumgesummt und werde mich mit etwas auseinandersetzen, das sich feedreader nennt.

(Bild : www.iatrum.de/ohrenkorrektur.html)

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21 Antworten zu Was will mein Ohr mir sagen?

  1. monisertel schreibt:

    Es ist gut, wenn uns der Körper eine Warnung schickt, bevor er total schlapp macht! Natürlich wünsche ich Dir, dass das Summen ganz schnell aufhört. Aber etwas ruhiger solltest Du es auf jeden Fall angehen.
    Also, gute Besserung, relaxe und ruhe Dich und Dein Öhrchen aus.
    Lieben Gruß
    moni

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    • Elvira schreibt:

      Danke für die guten Wünsche. Ich habe vor ein paar Minuten zu meinem Mann gesagt, dass mir diese freien Stunden gerade wirklich gut tun. Übrigens wird das Summen leiser 🙂
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  2. sucherin schreibt:

    Auch ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, dass Dein Summen möglichst bald aufhören möge. Versuche die Dinge ruhig angehen zu lassen – auch wenn man das bei anderen immer gut sagen kann. Ich habe vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren, wohin Dauerbelastung und zu viel Stress führen können. Pass auf Dich auf. LG

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    • Elvira schreibt:

      Ich danke auch Dir für die guten Wünsche. Die freien Stunden habe ich genutzt, um mein Nähfotoalbum zu aktuakisieren. Das brannte mir auch schon lange unter den Nägeln. Wahrscheinlich sind das die Dinge, die Stress machen. So viel Pläne zu haben und immer alles vor sich herschieben zu müssen. Ich werde mich jedenfalls bemühen, etwas Ruhe einkehren zu lassen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  3. Heike schreibt:

    Ich wünsche dir gute Besserung und nehme die Warnzeichen deines Körpers Ernst und lass es in Zukunft ruhig angehen.
    Ich weiß, es ist leicht geschrieben. Selber kämpfe ich auch damit, kürzer zu treten und mehr abzuschalten. Es gelingt mir leider nur selten. 😦 Ich sollte in Zukunft dann öfter an dich denken.
    Lieben Gruß
    Heike

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    • Elvira schreibt:

      Wir stecken alle mehr oder weniger in diesem Hamsterrrad fest. Und Du hast recht, wir wisen es eigentlich besser und müsten kürzer treten, aber wo, wann und wie? Eigentlich haben wir es doch viel einfacher als unsere Mütter- oder Grßmüttergeneration, sollte man glauben. Mit all diesen technischen Hilfsmaschinen geht das bisschen Haushalt doch von alleine. Oder ist es vielleicht umgekehrt? Ich werde jedenfalls die Ruhe der nächsten Tage auskosten.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  4. Frau Momo schreibt:

    Bei Martin summt es nicht, es piept ganz heftig. Aber gegen den Tinnitus kann man nix mehr machen.
    Ganz ehrlich, auch wenn ich Geld hätte, würde ich mir so einen Quatsch nicht kaufen. Ich hab gerade eine Riesen Schüssel Obstsalat gemacht. Alles bio und war nicht teuer. Für 59 Euro könnte ich jedenfalls dutzende Schüsseln voll machen. Oder einfach jeden Tag eine Kiwi essen. Hat mal ein Arzt meiner Mutter geraten, als sie auch so ein Zeug aus der Apotheke geholt hatte.
    Aber erstmal gute Besserung. Irgendwie alle krank im Moment. Und mein Schädel hat sich auch schon besser angefühlt und meine rote Nase kommt garantiert nicht vom Alk, wo ich doch keinen nie nicht trinke.
    Packen wir uns auf´s Sofa und machen es uns gemütlich. Vielleicht sollte ich auch endlich mal auf meinen Körper hören und mal mit dem Hintern zuhause bleiben.

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe mir früher mal diese vitasprintigen Fläschchen gegönnt, vor Jahren. Da war ich noch naiv und unerfahren 😉
      Ja, jeden tag Obst und Gemüse und Bewegung an der frischen Luft sind die beste Vorbeugung. Und wenns einen trifft, dann kann man eh nichts machen.
      Eine Bekannte hat seit Jahren einen pfeifenden Tinnitus. Ihr hat ein Horchemann (Hörgerät) etwas Linderung verschafft. allerdings nur tagsüber. Leider gibt es keine wirksamen Mittel gegen den tinnitus. An das Trental glaube ich auch nicht. Habe mir, was ich sonst nicht mache, mal den Beipackzettel zugemutet – HILFE!!!
      Dann mal Gute Besserung für uns zwei und alle anderen Kranken (ein ganz besonderer Gruß geht an dieser Stelle an Georg!)

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  5. Himmelhoch schreibt:

    Elvira, mit ca. 13 Hörstürzen und langer Zeit mit Tinnitus (den ich im Klinikum bekam, als intensivst ein schwerer Hörsturz behandelt wurde) habe ich mehr als Erfahrung mit dieser meiner Schwachstelle.
    Du sagst es, alle Medikamente bei Hörsturz sind umstritten – bei mir wurden sie immer noch von der Kasse übernommen.
    Aber als der Tinnitus (nur rechts) so gar nicht aufhören wollte, habe ich mir (blödsinnigerweise) für ca. 800 Eus 10 Sitzungen in einer Überdruckkammer in der Charité geleistet. Wirkungsgrad: Null
    Dann bekam ich die Hörgeräte und seitdem ist Ruhe. Durch den ständigen Input ins Ohr hat es sich ausgeglichen und ist jetzt nur noch ganz, ganz selten da. – Dafür fallen ab und an mal bestimmte Frequenzen aus, so dass ich meinen Navisprecher wie einen Eunuchen reden höre und das Motorengeräusch vom Auto gar nicht höre.
    Innere und äußere Ruhe ist wohl das einzige, was Erfolg bringt.
    Streiche die „To-do-Liste“ zusammen und füttere den „Schweinehund“
    Mit Gruß von Clara

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    • Elvira schreibt:

      Ein Hörsturz ist es GsD nicht, und das Summen wird schon erheblich leiser. Aber ich kenne aus der Praxis genug Hörsturz-Fälle, vom Alter ganz durchmischt. Aber bei fast allen war Stress ein auslösendes Moment. Meine Arbeit ist zur Zeit einfach höllisch, dabei arbeite ich täglich nur 6 Stunden. Mal sehen, was mich am Montag erwartet. Wahrscheinlich werde ich schon mal Sonntag hingehen und meine Arbeit, die keine andere machen kann, nachholen. Aber das ist kein Stress, sondern angenehmes Arbeiten. Zumal ds telefon nicht klingelt, was es sonst ununterbrochen tut.
      Ein Hörgerät hat auch einer Bekannten sehr bei ihrem Tinnitus geholfen.
      Gute Nacht und träume was angenehmes!
      Elvira

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  6. scrooge schreibt:

    Gute Besserung, Elvira. Und pass gut auf dich auf, denn die anderen tun’s meistens nicht. Leicht gesagt, ich weiß.

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  7. Gudrun schreibt:

    Manchmal frage ich mich, wieso wir nicht mal eher auf unseren Körper achten, mal in uns hineinhorchen. Nach einen mörderlichen Schuss vor den Bug habe ich festgestellt, dass es durchaus vorher schon Zeichen gab.
    Liebe Elvira, erhole dich gut. Und ich schreibe mir jetzt ganz dick hinter die Ohren, dass ich auch wieder mein autogenes Training machen werde. Gönn dir Ruhe. Bitte.

    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Elvira schreibt:

      Wir würden sicher mehr auf unseren Körper hören, wenn es die äußeren Umstände zuließen. Lies mal nur bei Frau Momo, Zeitvertrag, Krankschrift ab ersten Krankheitstag – da schleppt Frau sich eben auch mit Rüsselseuche in den Job. Dabei ist mit Infekten gar nicht so zu spaßen. Leicht kann sich so eine verschleppte Erkältung als Herzmuskelentzündung manifestieren. Ist einem Freund und auch meinem Mann passiert.
      Liebe Grüße auch an Dich!
      Elvira

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  8. april schreibt:

    Ach je, ich hätte jetzt gar nicht alle Kommentare lesen sollen. Ich bin froh, dass ich allem entfleucht bin (bis auf den Betablocker, der mir geblieben ist), aber ich leide ein wenig mit euch. Es ist sehr schwierig heutzutage und keiner, der arbeiten muss, kann auf sich achten. Sehr schlimm. Ich wünsche dir dennoch, dass du zur Ruhe kommst und NEIN zu allem sagen kannst, was nicht unbedingt sein muss.
    LG, Ingrid

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    • Elvira schreibt:

      Betablocker – auch ein nettes Medikament. Aber Du scheinst eine gute Dosierung zu haben. Die meisten Menschen macht er passiver, schränkt ihren Unternehmensgeist ein. Dass es auch anders geht, ist an Dir zu sehen. Du hast recht, wenn man daran denken muss, dass die Miete sich nicht alleine verdient, hört man auf den Körper erst zum Schluss. Da helfen auch alle „wie-werde-ich-glücklich-und-finde-in-allem-das-gute“ – Bücher nicht wirklich weiter.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  9. kreadiv schreibt:

    Oh, das hört sich aber im wahrsten Sinne des Wortes nicht gut an!
    Ich selbst habe auch seit einigen Jahren Tinnitus im linken Ohr, das auch ziemlich schwerhörig ist.
    Gute Besserung wünsche ich Dir und dass Du gut auf Dich hörst, hörst Du! 😉
    Alles Liebe,
    Andrea

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    • Elvira schreibt:

      Frau müsste mal was übers „Hören“ posten, so vielseitig dieses Wort, nicht wahr? Es gibt doch ziemlich viele Menschen mit diesem Ohrproblem, stelle ich fest. Mein Summen hat ja wieder aufgehört, aber diese relativ kurze Zeit war ganz schön anstrengend, muss ich sagen. Wie erträgst Du das denn in der Nacht? Der HNO meinte zu mir „und hören Sie einfach nicht hin“. Das war leicht gesagt aber schwer zu befolgen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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      • kreadiv schreibt:

        Manchmal ist es schon sehr unangenehm, weil das Geräusch (ein Rauschen, manchmal auch ein Pfeifen) ja immer da ist, aber es verursacht wenigstens keine Schmerzen… und mit dem Thema Hörgerät will ich mich so gar nicht befassen.

        Das Thema „Hören“ aufzugreifen wäre sicherlich sehr interessant.

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  10. Eva schreibt:

    Liebe Elvira, meist sind es die negativen Einflüsse, die uns überfordern und krank machen. Ich wünsche Dir, dass Du diese in Deiner Auszeit weitestgehend reduzieren kannst. Besten Gruß von Eva

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    • Elvira schreibt:

      Ja, Eva – in dieser Auszeit kann ich sie sogar fast eliminieren, so lange ich nicht an die Arbeit denke. Ich werde wohl doch wieder mit dem autogenen Training beginnen müssen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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