Wortbeflügler: Junges Jahr

Auch dieses Jahr wird es den Wortbeflügler geben. Wer das Projekt nicht kennt, schaut einfach in das Blog von Elsoron.

Hier seine Neujahrsvariante:

Was sind wir Menschen grausam! Ein Jahr, frisch geschlüpft und noch jung an Tagen, müssen wir schon mit all unseren Hoffnungen und Vorhaben plagen.

© Elsoron

Warum sollte es dem Jahr anders ergehen,

als dem Kind, das seinen ersten Schrei getan?

Kaum haben die Eltern es angesehen,

schwebt über ihm ein Zukunftsplan.

Ach, die Finger, so zart und fein,

sieh nur, wie sie sich bewegen.

Das wird mal ein Geiger sein!

Pianist? Meinetwegen.

Die Eltern sehen schon das Podium,

darauf ihr Wunderkind,

doch nach dem Musikstudium

sie plötzlich einsam sind

Reisen wird er durch die Welt

der früh verplante Sohn

brav schickt er jede Menge Geld

denn das gehört sich schon.

Stopp! Sagt der Vater, das will ich nicht!

Er nimmt das Baby auf den Arm

streichelt sanft das Sohngesicht,

und ihm wird ganz warm.

Keine Pläne, vielleicht hoffen,

geben wir dem Kind die Zeit,

alle Türen stehen offen,

für Liebe und Geborgenheit.

So sollten wir das junge Jahr

nicht heute schon zerteilen,

es formen nur nach dem was war

und jede Kante gleich rund feilen.

Vielleicht mag alles wohl gelingen

ein Häkchen, Tag für Tag,

für alles, was wir ihm abringen,

was wichtig uns erscheinen mag.

Gebt dem Jahr, wie auch dem Kind,

die Chance sich zu entfalten,

so werden wir nicht lebensblind

und keine verhärmten Alten.

©Elvira V.

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6 Antworten zu Wortbeflügler: Junges Jahr

  1. Himmelhoch schreibt:

    Es wäre so wunderschön, wenn die Kinder nicht von den Eltern „verplant“ werden, um zum Teil ihre unerfüllten Träume zu erfüllen. – Meiner sollte noch nicht gleich als Baby Pianist werden, sondern erst ab seinem 8. Lebensjahr wird mit dem Gedanken gespielt, aber das ist vielleicht auch noch ein wenig zeitig.
    Ich hoffe, dass jedes Kind am Ende dann das machen und werden kann, wozu es sich berufen und befähigt fühlt.
    Liebe Grüße von Clara

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    • Elvira schreibt:

      Auch umgekehrt kann ein Schuh daraus werden. Unser jüngerer Sohn war 6 Jahre alt, als er uns damit löcherte, unbedingt das Geigenspiel erlernen zu wollen. Wir dachten zunächst, das wäre eine Marotte. Selbst spielt niemand von uns ein Instrument (ich kann zwar jedem Instrument einfache Melodien entlocken, aber das war es auch schon). Aber er gab nicht auf. Ich sprach mit einer Mutter aus der Klasse meines älteren Sohnes, die mit ihren drei Töchtern im Ärzteorchester Violine spielt. Sie gab mir den Rat, unseren Sohn in der Musikschule anzumelden. Dort gäbe es auch preiswerte Leihgeräte. Wir haben diesen Schritt nie bereut! Zwar wechselte er später von der Violine zur Bratsche, aber das Instrument passte eh besser zu seinem Wesen. Berufsmusiker ist er allerdings nicht geworden. Obwohl er das Zeug gehabt hätte (perfektes Gehör).
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  2. Elsoron schreibt:

    Hach, ich bin immer ganz glücklich, wenn ich sehe, was bei dir aus meinem kleinen Wortbeflügler wird. Und das schon zum Jahresauftakt! 🙂

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  3. Eva schreibt:

    Sehr schön den Faden aufgenommen und weitergesponnen.

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