47 Meter und ein Rätsel

Was ist das? Die Männer unter euch werden es wissen, so sie die 50 überschritten haben.

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Genau! Das ist ein Fingerling. Dieses Ding zieht der Arzt über seinen Finger, bevor er die Vorsorgeuntersuchung bei seinen männlichen Patienten beginnt. Auch ich benötige diese Teile. Nein, ich fingere damit nicht in Körperöffnungen herum! Allerdings hätte ich gerne gewusst, was die Apothekerin dachte, als ich eine 100er Tüte Fingerlinge kaufte. Sie fragte mich, ob die auf Rechnung der Praxis gingen, da diese Apotheke unsere Stammapotheke ist. Als ich den Kauf als Privat deklarierte, fragte sie mich, wozu ich so viele Fingerlinge bräuchte. „Zum Quilten!“, war meine Antwort, was einen merkwürdigen Gesichtsausdruck der Kollegin zur Folge hatte. Genau diese Situation wurde auf dieser Seite beschrieben, auf der nicht nur der Gebrauch eines Fingerlings empfohlen wird, sondern in einer kleinen Videosequenz auch die Technik des Handquiltens. Ansehen lohnt sich, damit ihr wisst, wie und was Quilten ist (dauert nur 13 Sekunden).

http://www.colourwash.de/assets/multimedia/quilten_mit_Ton.mpg

Allerdings benutze ich keinen Quiltrahmen. Ich sitze lieber gemütlich auf dem Sofa. Das geht auch. Da ich diesen Quilt aber verschenken werde, möchte ich so gut wie keine Hundehaare darauf haben. Darum quilte ich dieses Mal am großen Tisch im Esszimmer.

Hier nun die weiteren Quilt-Utensilien:

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Ein Fingerhut. Der rosafarbene Teil ist aus Silikon und passt sich dem Finger supergut an!

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Quiltgarn. Das ist ein spezielles Garn aus Baumwolle, extrem reißfest. Ich benutze es auch gerne, wenn ich für die Enkel Stofftiere nähe. Augen, Beine, Schwänze und Ohren bleiben wirklich da, wo sie hingehören.

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Und das ist fast das wichtigste Utensil: Die Quiltnadel. Sie ist ziemlich klein (die Münze dient dem Größenvergleich) und sehr spitz. Mir ist es schon passiert, dass ich einen Finger der Hand, die unter dem Quilt war, mit angenäht habe. Das ist KEIN Scherz! Die Nadel glitt so leicht durch die Haut, dass ich es nicht gemerkt habe. Übrigens ist das nicht die kleinste Nadel. Geübte Quilterinnen arbeiten mit einer noch kleineren und schaffen wirklich winzige Quiltstiche.
Und natürlich, aber das ist klar, benötige ich eine kleine Schere. Da muss ich mir demnächst eine neue leisten. Die hier schneidet zwar noch, aber genügt nicht den Quiltansprüchen. Warum nicht? Nun, die Quiltnadel ist nicht nur klein, sondern hat auch ein sehr kleines Nadelöhr (ich habe immerhin eine Sorte mit einem etwas größeren gefunden). Das Quiltgarn sollte daher mit einer sehr scharfen Schere schräg abgeschnitten werden, so dass die Spitze des Fadens wie ein Speer wirkt und sich leichter durch das Öhr führen lässt. Wobei auch das Einfädeln eine Technik für sich ist. Denn nicht der Faden wird durch das Öhr geführt, sondern das Öhr über den Faden geschoben. Dann muss man auch noch darauf achten, welche Öhrseite man nimmt, da durch die Fabrikation die eine Seite nicht so gut funktioniert.

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Ach, ja, bleiben noch die 47 Meter aufzulösen. So lang sind die Nähte, die ich an meinem aktuellen Projekt quilten werde, wenn ich sie alle addiere.

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8 Antworten zu 47 Meter und ein Rätsel

  1. Himmelhoch schreibt:

    Ich wusste schon, warum ich mir nicht so ein kompliziertes Hobby gesucht habe. Meine Arbeit wäre schon mit dem Einfädeln des Garns beendet. Durch meinen relativ starken Astigmatismusblick ist das mit der Optik zweier Sachen manchmal nicht so einfach.- Diese Nadel ist ja wirklich winzig!!!!!!
    Viel Spaß wünscht Clara

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  2. april schreibt:

    Ich hatte mich schon gefragt, wie es mit deinem Quilt weiter geht. Aha, so! Donnerwetter! Ich sag mal: das ist ein Hobby, dass Zielstrebigkeit, Ausdauer und Willensstärke erfordert. *Chapeau*

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    • Elvira schreibt:

      Das dauert jetzt ein bissel. Außerdem beschäftigt mich gerade ein neues Bildbearbeitungsprogramm sehr intensiv. Gerade versuche ich verzweifelt, einen Rahmen um ein Foto zu ziehen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  3. Eva schreibt:

    In der Apotheke hätte ich gerne Mäuschen gespielt. 😉
    47 m feinste Nadelarbeit … da steckt sehr viel Liebe mit drin – nicht wahr?
    Lieben Gruß
    Eva

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  4. Frau Momo schreibt:

    Mit so einem Fingehütchen hat mir vor zwei Tagen der HNO im Mund rumgefummelt und meine Kieferknochen abgetastet 🙂 Da ist Deine Verwendung doch um einiges schöner. Ich bewundere Deine Arbeit. Ich hätte vermutlich never ever die Geduld dafür.

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    • Elvira schreibt:

      Ich bin aber weit von dem perfekten Näh-Stich entfernt. Aber mittlerweile denke ich auch, dass ich nicht alles perfekt können muss. Und die Geduld musste ich erst wieder erlernen.

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