Sammeln, nicht suchen!

Ich war Sonntag und heute im Fläming – es war sehr schön. Bei Gelegenheit gibt es ein paar Bilder. Für mich gab es eine Premiere: Ich war das erste Mal „In den Pilzen“. Ein Nachbar meiner Gastgeber erzählte ihnen, dass er einen ganzen Eimer Pfifferlinge gesammelt hätte. So richtig wurde das nicht geglaubt. Aber man weiß ja nie! Also machten wir uns auf den Weg um Pfifferlinge zu suchen. Ich entdeckte drei, meine Gastgeberin einen. Und das übrigens in einem Waldstück, bei dem am ersten Baum ein großes Schild angebracht war und vor dem Eichenprozessionsspinner warnte. Wir schauten nach oben in die Kronen, beschlossen, dass keine Gefahr drohte und suchten los. Ich schaute mich auch immer in der Hoffnung um, einen der hier heimisch gewordenen Wölfe zu entdecken. Den Fotoapparat hatte ich natürlich dabei. Kurioserweise habe ich als Städterin keine Angst vor einem freilebenden Wolf (Wildschweine betrachte ich als größere Gefahr). Nun sind vier Pilze wahrlich keine reiche Ausbeute, aber mehr waren einfach nicht zu finden.  Auf der anderen Seite des Weges suchte der Gastgeber. Als wir resigniert zu ihm gingen, kam er uns mit einem gefüllten Eimer entgegen. Die Pfifferlinge wuchsen dort so zahlreich, dass man nicht mehr suchen, sondern nur noch sammeln musste. Die kleinen ließen wir stehen. Die dürfen noch ein bisschen wachsen um dann von meinen Freunden gesammelt zu werden. Es dürfte für einige Mahlzeiten reichen. (Die Fundstelle wird selbstverständlich geheim gehalten!). Uns hat es heute jedenfalls sehr geschmeckt. Eine große Portion habe ich mit nach Hause nehmen können. Ich freue mich schon auf das Essen morgen!

Das Ehepaar kennt sich übrigens sehr gut mit Pilzen aus! Wenn es heute Abend im Bauch zwickt und  zwackt, liegt es nicht daran, dass sich vielleicht ein falscher Pfifferling in den Korb geschummelt hat, sondern an dem guten und reichhaltigen Essen, das meine Gastgeberin zauberte.

Das Putzen der Pilze hatte allerdings den Anflug einer Strafarbeit – und der Muskelkater in den Oberschenkeln, von der langen gebückten Haltung, kündigt sich auch schon an.

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13 Antworten zu Sammeln, nicht suchen!

  1. april schreibt:

    Boh! Das sind ja Unmengen. Und ja, die möchte ich auch nicht ‚putzen‘ müssen. Ich habe das einmal probiert und gesagt: nie wieder. Da sind mir Steinpilze lieber 😉 Aber die Plätze in der Eifel z.B. sind ’streng geheim‘ und immer schnell abgeerntet. Mein Sohn hat mal einen großen von der Klassenfahrt mitgebracht. Unglaublich köstlich.

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  2. Hans-Georg schreibt:

    Erst war’n se inne Pilze, nun stillt se.Scheiss Pilze!

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  3. monisertel schreibt:

    Da ist ja der Traum eines jeden Pilzsammlers wahr geworden, ganz toll!
    Ich liebe Pilze auch, esse aber nur gekaufte, aus Vorsicht, da ich mich nicht gut genug auskenne.
    Liebe Grüße
    moni

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  4. mayarosa schreibt:

    Wow! Pilzesammeln trau‘ ich mich nicht, denn der einzige Pilz, den ich zuverlässig erkenne, ist der Fliegepilz 🙂
    Und dass du vor Wildschweinen mehr Muffe hast als vor Wölfen, da tust du glaube ich gut daran. Ginge mir ähnlich.

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    • Elvira schreibt:

      Ich hatte auch kein rotes Käppchen auf dem Kopf, nicht mal ein rotes Tuch. Und in meinem Körbchen befanden sich weder Wein noch Kuchen. Auch hatte ich kein Haus aus Stroh zum Wegblasen dabei und meine Begleiter waren, wie ich, weder dicke Schweinchen noch Ziegengeschwister. Was hätte ich also befürchten sollen?

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  5. Frau Momo schreibt:

    Was für eine Ausbeute. Sowas hatte ich mal in einem Finnland-Urlaub. Aber ohne fachkundige Begleitung würde ich mich das nie trauen. Ich habe null Ahnung von Pilzen, esse sie allerdings auch nicht so sehr gerne. Außer Pfifferlinge und Steinpilze.

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    • Elvira schreibt:

      Als ich noch im Verlag arbeitete, gab es eine ausgezeichnete Kantine. Ab und an standen Waldpilze mit Spiegelei auf der Speisenkarte. An solchen Tagen habe ich zwei Portionen gegessen 😮

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  6. Frau Blau schreibt:

    bei mir ist es in der regl auch so, da wo ich suche, ist fast nüscht und gleich nebenan füllen sie die körbe… aber solange ich davon ab und an auch etwas abbekomme, soll es mir recht sein…
    ich glaube, dass die angst vor wölfen vollkommen unangebracht ist, es sind doch ziemlich scheue tiere, nur wenn sie hunger haben und das ist erst bei langen wintern so, dann kann man mal vorsichtig sein und was die wildschweine anbelangt, die sind auch nur gefährlich, wenn sie jungtiere haben- aber sie leben meist tief im wald versteckt und meiden menschen – aus gutem grund!
    so schön, dass du wald, pilze und frieden genießen konntest!

    herzliche grüße frau blau

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