Tief berührt

hat mich der gestrige Bella Block. Wie ihr wisst, bin ich Seltenfernseher. Es gibt ein paar Ausnahmen. Eine heißt Bella Block. Diese Folge spielte in Berlin. Aber er hätte in jeder deutschen Groß- (und Klein-) stadt spielen können. In der Ankündigung hieß es, der Film ließe den Zuschauer nachdenklich zurück. So war es in der Tat. Altersarmut und Einsamkeit, vergessene Leben, ausgenutzte Leben. Dazu ein Gedicht, das so endet:

„Man hofft und hofft, bis hoffnungslos geworden das geliebte Leben. Dann gibt man auf die Hoffnung blos, das Leben war schon aufgegeben.“  Friedrich Rückert

Wer mer über diesen Film lesen möchte, findet hier eine gute Zusammenfassung.

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24 Antworten zu Tief berührt

  1. monisertel schreibt:

    Liebe Elvira,
    mir ging es wie Dir!
    Die Zeilen haben mich zutiefst berührt!

    Einen schönen Sonntag
    moni

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    • Elvira schreibt:

      Da war dieser eine Moment, an dem ich hoffte, Bella Block würde den alten Mann in Ruhe lassen, ihn einfach gehen lassen. Aber dann wäre ihre rolle unglaubwürdig geworden. Und vielleicht, wenn die Gründe für diese Affekthandlung bei einer Gerichtsverhandlung öffentlich gemacht werden, vielleicht rücken diese Menschen – zu denen jeder von uns irgendwann gehören könnte – mehr in den Fokus der Gesellschaft.
      Liebe Grüße von Elvira

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  2. Hans-Georg schreibt:

    Das ist sicherleich ein Thema aus den realen Leben. Im Fernsehen schau ich mir sowas nie an. „Unterhaltung“ dieser Art ist mir zu schwer. Das wahre Leben bietet uns Probleme genug, da muss ich mir sowas nicht noch bewusst antun.

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    • Elvira schreibt:

      Viele Meschen kommen mit dieser Art Realität allerdings nie in Berührung. Für sie wäre das mal der berühmte Blick über den Tellerrand. Denn was hier gezeigt wurde, war nicht nur Armut und Einsamkeit, nicht nur Menschen, die politisch gewollt an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden, sondern es ging auch um menschliche Herzlichkeit, um Wärme, um Herzensbildung. Und es ist ja immer noch so, dass eine Dokumentation uns längst nicht so berührt wie ein Spielfilm, in dem die gleichen Schicksale gezeigt werden.

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      • Gudrun schreibt:

        Die Menschen, die damit nie in Berührung kommen, werden es auch durch einen Film nicht. Es ist viel einfacher, wegzusehen und mit dem eigenen, kleinen Leben zurieden zu sein. Die Herzlichkeit fehlt mir schon lange, liebe Elvira.

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      • Hans-Georg schreibt:

        Probleme dieser und anderer Art sind mir nicht fremd. Allerdings brauchte ich dazu keinen Spielfilm und keine Dokumentation. Jeder in meinem Umfeld kann sich meiner Anteilnahme UND Hilfe sicher sein, wenn er sie benötigt.
        Die Menschen, die es nötig hätten, angesprochen zu werden, wird auch so ein Film kaltlassen – leider.

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        • Elvira schreibt:

          Hier ist, neben Ehrenamt u.ä., die Politik gefragt. Da gibt es im Film eine so nette alte Dame, die das Pech hatte, von ihrem Mann kurz vor der Wende verlassen zu werden. Dadurch bekommt sie eine Rente, bei der sie auf die Tafel angewiesen ist. Verlassenwerden nach der Wende hätte sie besser dastehen lassen. Und dann sagt eine Mitarbeiterin der Wohnungsbaugesellschaft zu einer sehr engagierten Kollegin: Die sind doch alle zu nichts mehr nutze und der Steuerzahler muss für die aufkommen. Die meisten der Menschen haben aber mal gearbeitet und ihre Steuern bezahlt. ein Anfang wäre ja vielleicht schon einmal, wenn alle Berufstätigen Määne UND Frauen in Ost und West für die selbe Arbeit auch das selbe Gehalt bekämen und die Rentner die selbe Rente. Aber wie sagte die alte Dame auch noch: Ach wissen Sie, das erledigt sich biologisch.

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  3. Frau Momo schreibt:

    Wir haben den schon vor ein paar Tagen auf ZDF neo gesehen und mich hat er auch tief berührt. Ein bißchen komme ich mit diesen Realitäten ja durch mein Ehrenamt an Weihnachten in Berührung und ich finde, das ist ein Thema, das auch ins Fernsehen gehört. Sich das nicht antun, sich mit den Realitäten nicht auseinandersetzen ist für mich Weggucken und genau das ist das, was diese Gesellschaft am wenigsten braucht.

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    • Elvira schreibt:

      Ich bin nicht in der DDR groß geworden, habe aber, seit ich meinen Mann kenne, immer Kontakt zu zwei alten Tanten gehabt. Neben all dem Stasikram und dem oft begründeten Verfolgungswahn habe ich aber immer eine Solidarität erlebt, die ich aus dem Westen in der Art nicht kannte. Aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt, den ich wahrgenommen habe. Dennoch wünschte ich mir, dass es davon wieder mehr gäbe.

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      • Frau Momo schreibt:

        Es gibt sie ja in Form vieler ehrenamtlch tätiger, aber ist leider kein Alltag. Und vielleicht wäre manchmal etwas mehr Demut angebracht und mal ein Wahrnehmen dessen was man hat. Ist nämlich oft mehr, als man wahrhaben will. Nicht die eigenen Probleme klein reden und nicht ernst nehmen, aber vielleicht mal ein etwas realistischer betrachten. Und auch mal abgeben und teilen, tut gar nicht weh und ich meine damit auch nicht Geld. Ich mache selber ja auch nicht wirklich viel, aber wenigstens ein bißchen was. Und die 5 Euro, die monatlich von meinem Konto für das Hamburger Spendenparlament weggehen, das damit die Arbeit gegen die soziale Kälte unterstützt tun mir nicht weh.

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      • Der Emil schreibt:

        Das ist eine Sache, die ich heute schmerzlich vermisse: dieser Zusammenhalt, die Unterstützung, die Solidarität, Herzenswärme (es gibt Ausnahmen). Wenns heute warm wird, ist es oft nur die Reibungswärme, die entsteht, wenn ich über’n Tisch gezogen werden.

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        • Elvira schreibt:

          Der zweite Satz hat alles, was zu einem zeitgeschichtlichen Zitat passt! Den solltest Du politisch-satirischen Kabarettisten zum Kauf anbieten. Da steckt in wenigen Worten alles drin, was den berühmten Geist der Zeit ausmacht!

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  4. Himmelhoch schreibt:

    Ich mag H. Hoge(?), die Darstellerin von Bella Block, auch sehr, aber gestern habe ich mir diesen Film leider nicht angesehen.
    Ich werde jetzt auf deine Zusammenfassung klicken.
    Ich finde es auch richtig, auf solche Zustände aufmerksam zu machen – doch wie heißt es: „Wer nicht sehen will, der sieht nicht“. Leider habe ich oft das Gefühl, dass sich immer die angesprochen fühlen, die leider auch nicht richtig helfen können.
    Danke für diesen Beitrag sagt Clara

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  5. Himmelhoch schreibt:

    Jetzt habe ich über die Hälfte gesehen. Im Grunde genommen hat sich Frau Block ja genau so unbeschreiblich dumm mit ihrer Handtasche verhalten. Nicht vor dem Bauch, nicht gesichert, einfacher Schnappverschluss – da musste ja geklaut werden. – Und vor allem – sie hat nichts gelernt. Das nächste Geld steckt sie auch wieder einfach so hinein. – Da ist sie aber kein gutes Vorbild *grins*
    Aber das ganze Menschliche ist sehr anrührend.

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  6. Frau Blau schreibt:

    „Immer, egal wobei, fühlen sich die Menschen angesprochen, die eh schon interessiert oder engagiert sind.“ das teile ich!
    den Film habe ich nicht gesehen, lebe ja ohne TV und mein Internet ist zu langsam, um Filme auf dem PC anzuschauen… leider

    herzliche Grüße ins sonnige Berlin aus Schneeland

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