Tutorial N.3 -> Weihnachtsutensilo Teil III-Binding nähen

Heute komme ich zu einem schwierigen Thema: der Einfassung/Binding. Ich habe mir vor drei Jahren wahrlich die Karten gelegt, bis ich es begriffen hatte. Ob ihr meine Erklärung verstehen werdet, bleibt abzuwarten. Los gehts!

Wie ihr wisst, besteht mein Binding aus zusammengesetzten Streifen mit zwei Nähten. Um zu vermeiden, dass diese Nähte beim Annähen ausgerechnet an einer Ecke landen, habe ich das Bindung zunächst lose um mein Utensilo gelegt:

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Das Annähen funktioniert genauso wie bei dem blauen Binding der Utensilotasche. Also die offene Seite an den Rand des Utensilos nähen, am besten steckt ihr beides fest (das habe ich hier nicht gemacht). Ich begann mit dem Nähen am unteren Rand. Zu beachten ist unbedingt, dass ca. 15cm des Streifens lose hängen bleiben:

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Wenn ihr die erste Ecke erreicht, näht ihr nicht ganz bis zum Ende der Seite, sondern stoppt kurz davor (Nahtzugabenbreite) und sichert die Naht mit einigen Rückstichen

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Jetzt klappt ihr den Streifen wie abgebildet hoch. Der offene Rand des Bindings sollte eine gerade weiterführende Linie mit dem Utensilorand bilden:

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Nun klappt ihr den Streifen wieder zurück. Ich habe den Stoff mal etwas angehoben, damit ihr genau erkennen könnt, wie die Faltung aussehen muss:

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Am besten sichert ihr mit einer Stecknadel:

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Nun näht ihr diese Seite bis kurz vor der nächsten Ecke fest:

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Verfahrt so mit allen vier Seiten/Ecken. Nach der vierten Ecke näht ihr noch wenige Zentimeter und sichert die Naht NICHT! Ach ja, auch am Anfang nicht sichern! So sah das bei mir aus:

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Jetzt wird es leider etwas knifflig. Desto größer ein Projekt ist, desto einfacher ist der folgende Schritt. Dieses Projekt ist leider ein kleines! Ihr legt die beiden nicht festgenähten Streifenenden genau übereinander und messt von dort, wo sie überlappen, genau 7,5cm (unsere Streifenbreite) ab:

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An der rechten Markierung schneidet ihr den oberen Streifen ab. Nun braucht ihr ziemlich viel Fingerspitzengefühl, denn ihr müsst die beiden Streifenenden so zusammennähen, wie ich es in Teil II erklärt habe. Hier noch einmal das Bild zur Erinnerung:

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Leider liegen die Streifen jetzt nicht mehr so schön glatt vor uns. Solltet ihr arge Schwierigkeiten bekommen, trennt einfach ein paar Stiche der Nähte wieder auf (darumm solltet ihr den Anfang und das Ende nicht sichern). Aber achtet unbedingt darauf, nicht bis zur Ecke zu trennen. Das Gefriemel sah bei mir so aus:

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Wenn das aber überhaupt nicht klappen sollte, näht die beiden Enden einfach auf konventionelle Art zusammen, das ist viel, viel einfacher. Näht zunächst mit einem sehr großen Stich, meistens ist der Streifen noch zu lang, egal, wie gut man misst. Trennt die Naht auf und versucht es ein zweites Mal. Für welche Art ihr euch auch entscheidet, wichtig ist das Ausbügeln der Naht. Nun streicht ihr die ganze Einfassung nach außen (wie beim blauen Bindung), schlagt sie nach hinten um und bügelt sie vorsichtig. Jetzt müsst ihr den hinteren Rand nur noch festnähen. Das können fleißige Näherinnen gerne mit der Hand machen (bei großen und sehr schönen Projekten mache ich das zusätzlich, aber hier nicht). Aus diesem Grund habe ich den Streifen breiter als üblich zugeschnitten, denn ich nähe von rechts mit der Maschine und möchte den nach links umgeschlagenen Teil mit erfassen:

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Ich nähe mit einem sehr kleinen Zickzackstich. Damit lassen sich kleinere Fehler recht gut vertuschen. Wer sehr geübt im Nähen ist, kann ein Garn mit einer Kontrastfarbe wählen. Aber Vorsicht! Jede kleine Unregelmäßigkeit sticht dann sofort ins Auge. Wenn ihr an die Ecken kommt, kontrolliert bitte, ob auch auf der Rückseite eine ordentliche Ecke entstanden ist (am besten wäre natürlich, wenn ihr alles ordentlich stecken würdet):

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So sehen meine Ecken nach dem Nähen aus. Vorderseite:

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und Rückseite. Hier ist gut zu sehen, wie ich das mit dem breiteren Streifen meine. Vorne habe ich neben dem Binding genäht, es hinten aber mitgefasst. Da das Utensilo an der Wand hängen wird, ist es nicht so schlimm, dass auf dem Binding das weiße Garn zu sehen ist. Bei einer Decke würde ich das natürlich nicht machen!

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Jetzt seid ihr fast fertig. Ihr benötigt nur noch zwei Schlaufen zum Aufhängen. Am besten näht ihr einen Schlauch, wendet ihn, schneidet ihn in zwei Hälften, stopft die Enden ordentlich nach innen und steppt ringsherum knappkantig ab.

Probiert einfach aus, wie ihr die Schlaufen anbringen möchtet. Ich habe es so gemacht:

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Mit dem schon bekannten Zickzackstich habe ich die Schlaufen so angenäht, dass die Naht des Bindings weitergeführt wurde.

Noch ein paar Perlen und einen Stern mit unsichtbaren Garn angenäht (das dauerte recht lange, da das Garn fast unsichtbar und außerordentlich „störrisch“ ist) und fertig ist das Utensilo für meine große Enkeltochter:

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3 Antworten zu Tutorial N.3 -> Weihnachtsutensilo Teil III-Binding nähen

  1. Frau Blau schreibt:

    aaah, endlich weiß ich wieder wie die Ecken gehen, dankeee – ich fummel ja immer noch an Mathildas Decke herum, aber zu Weihnachten wird sie fertig und dann stelle ich sie auch ein … mein fast ein Jahr … shame on me, aber ich bin eben keine Näherin, nur mit äußerster Überredungskunst … ich kanns schon, aber es ist nicht mein liebstes Kind …

    schön, was du hier alles gezeigt hast und zeigst! ich bewundere dich wirklich …
    vielen Dank und gaaanz herzliche Grüße
    Ulli

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  2. Eva schreibt:

    Ich habe immer noch nicht mit den „schnellen Untersetzern“ angefangen, da hast Du schon ganz fleißig wieder ein – noch dazu dreiteiliges – Tutorial erarbeitet. Das geht fix bei Dir. So schnell und fleißig bin ich nicht. Na ja, faul war ich zwischenzeitlich eigentlich nicht, aber meine Prioritäten lagen halt gezwungenermaßen woanders. Hoffentlich komme ich vor Weihnachten noch an die Nähmaschine, die jetzt aber sicher erst einmal wieder abgestaubt werden muss. 😉

    Das Utensilo ist wundervoll. Und auch wenn ich es nicht nacharbeiten werde, hatte ich bei Deiner Anleitung den ein oder anderen Aha-Effekt. Du erklärst das alles wirklich gut nachvollziehbar.
    Lieben Gruß
    Eva

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