Dieser Moment

Ich wünsche mir im neuen Jahr, dass jeder einzelne Mensch nicht vergisst, dass er Teil eines Ganzen ist. Wie ich darauf komme? Ich habe für den Besuch beim Optiker den heutigen Tag gewählt, da ich mir sehr sicher war, die Fachleute dort nicht mit sehr viel anderen Kunden teilen zu müssen. Das war ein Irrtum! Ich musste sie überhaupt nicht teilen. Kein weiterer Kunde war im Geschäft oder betrat es während der recht langen Beratung. Das war ausgesprochen entspannend. Draußen allerdings schwappte der Bürgersteig fast über und konte die wogende Käufermasse kaum in vernünftige Bahnen lenken. Nach meinem Optikerbesuch benötigte ich noch zwei Pfannkuchen (Nichtberliner nennen die Teile gerne Berliner). Ich stellte mich an das Ende einer Schlange, die bis auf die Straße reichte. Eilig hatte ich es nicht, weitere Einkäufe waren nicht geplant. Silvester feiern wir nicht. Wenn alles in die Luft fliegt und zischend und krachend und stinkend und böllernd das neue Jahr begrüßt (oder verschreckt?) wird, liege ich schon längst im Bett. Als ich also darauf wartete, die mit Pflaumenmus und Konfitüre gefüllten Fettgebäcke zu erwerben, hörte ich um mich nur genervtes Gemurmel: Denken wohl, morgen bricht Krieg aus…haben wohl alle Angst zu verhungern…müssen alle auf den letzten Drücker einkaufen..gehts hier mal weiter…und, und, und. Als ein Vater seinem kleinen Sohn auf dessen Frage, warum es denn so voll sei, eben mit jenem Satz antwortete: „Die haben alle Angst zu verhungern.“, musste ich mich einmischen. „Und Sie? Warum sind Sie hier?“ Mein großes Glück war, dass ich einen intelligenten Mann vor mir hatte. Er sah mich kurz verdutzt an, dann lachte er. „Na, ja, ich glaube zwar nicht, dass wir verhungern werden, aber ich brauche noch allerhand fürs Fondue.“ Mit dem Wunsch für einen guten Rutsch verschwand er im Inneren des Supermarktes. Ich hörte noch, wie sein Sohn fragte, was die Frau denn wollte und hoffe, dass er eine kind-gerechte Antwort bekommen hat. Während des weiteren Wartens blendete ich den Trubel und die negative Stimmung um mich herum aus.

Ich habe nur die 100%ige Sicherheit dieses einen Lebens – alles andere ist Glaubenssache. Muss ich mir dieses eine Leben unnötig erschweren? Nein, das muss ich nicht! Euch wünsche ich, dass ihr euch das Leben ebenfalls nicht unnötig schwer macht. Fangt nicht erst morgen an – jeder Moment ist der richtige!

Alles Gute!

Bildschirmfoto 2012-12-31 um 13.08.32

Ausschnitt einer Emailvorlage von https://www.equinux.com/eqnetwork/store/index.html

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