Kleine Geister

hört sich nett an. So nach Kinderspiel, nach Verkleiden, Mummenschanz, nach Spaß. Wie hört sich dagegen Kleingeistigkeit an? Wie ein Verwandter von kleinkariert? Oder unnachgiebig, engstirnig, pingelig? Dieser Kleingeist arbeitet in einem kleinen Tabakladen. Mit DHL-Shop. Aha!, höre ich es durchs Netz raunen. Genau! Eine Großmutter schickt ihrer dreijährigen Enkeltochter ein Päckchen (nö, diesmal nicht ich – sondern die andere Oma). Sie trägt  Vor- und Familiennamen des Kindes in das Adressfeld. Als Absender Oma plus Name. Der DHL-Bote trifft die Familie nicht an. Auch in den Nachbarhäusern scheint niemand anwesend zu sein. Benachrichtigung geschrieben, in den Briefkasten gesteckt und weiter geht die Tour. Der Familienvater hetzt am Abend schnell in den Shop. Benachrichtigungskarte und Ausweis schon in der Hand muss er erfahren, dass ihm das Päckchen nicht ausgehändigt werden darf. ??? Da stünde ja nicht sein Name sondern ein Frauenname. Ja, wo ist das Problem? Das ist meine Tochter. Haben Sie eine Vollmacht? Wie bitte? Das Kind ist drei. Nö, geht nicht! Wie jetzt? Es geht eben nicht! Aus! Basta! Und nun? Das Päckchen geht zurück an den Absender. Das ist nicht Ihr Ernst? Doch! Es geht zurück! Aus! Basta! Die Oma kann es dann nochmal schicken. Aber meine Tochter hat sich schon so gefreut. So ging das hin und her und her und hin. Erst als der Familienvater anbot, am nächsten Tag mit der Geburtsurkunde erneut zu erscheinen, bekam er das Päckchen ausgehändigt.

Liebe Leute! Wenn ihr euren noch nicht volljährigen Kindern, Enkelkindern, Nichten, Neffen, Patenkindern, Brüdern oder Schwestern ein Päckchen schicken wollt, schreibt nur den Familiennamen ins Adressfeld und vermerkt an irgend einer Seite für welches Familienmitglied das ist. Das trifft aber nicht für den Hermes-Versand zu! Da hat ein Bote eine Sendung, die für mich gedacht war, nicht ausgeliefert, da kein Vorname angegeben war.

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16 Antworten zu Kleine Geister

  1. ich schreibt:

    bei unserer Post (es ist eine kleine, nur fuer dieses Viertel), da kommt die Post immer zu ganz verschiedenen Zeiten. Mein Mann hatte an verschieneden Orten Briefmarken bestellt und anfangs hat er den Zettel mit der Benachrichtigung immer unterschrieben, ich musste dann seine und meine ID Karte dabei haben …Nach dem 3. Mal, da kannte er mich schon und ich bekomme es brav ausgehaendigt. Aber das ist nicht ueberall so. Das was du schreibst, das kenn ich auch zu genuege

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  2. Himmelhoch schreibt:

    Als du es bei mir angekündigt hast, bin ich sofort zu dir geeilt. – Das spottet wirklich jeder Beschreibung – aber schon bei den ersten Zeilen des Textes wusste ich, wie es weitergeht. Da hatten wir es früher einfacher, da waren die Kinder im Personalausweis eingetragen und da klappte es ohne Probleme.
    Ich grübele und in meiner Brust schlägt ein Ja und auch ein Nein. Das „von Oma ???“ hätte auch bei einem Paket an seine Frau draufstehen können. Und wenn sich Eheleute keine gegenseitige Postvollmacht erteilt haben, kann wirklich nicht einer vom anderen die Pakete holen. – Das mag sinnvoll sein, das mag sinnlos sein – die Deutschen arbeiten ganz, ganz stark mit Vollmachten, da sie ja alle so stark auf ihre Selbstbestimmung aus sind.
    Ich könnte mich noch nicht mal mit mir einigen, wie ich das regeln würde.
    Das mit der Geburtsurkunde war auf jeden Fall ein kluger Schachzug.

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    • Elvira schreibt:

      Kinder im Personalausweis, das war doch eine logische Angelegenheit. Hier der Stoff für eine andere Story. Da reisen Eltern mit ihrem BABY ins Ausland, Baby benötigt eigenen Ausweis, muss die Augen offen haben, darf nicht lächeln oder Grimassen ziehen, und auf dem Foto darf keine stützende Hand zu sehen sein – bei einem Baby von knapp drei Monaten!!! Armer Fotograf, arme Eltern, armes Baby!
      Ja, mit der Oma im Absender hast Du natürlich Recht. Und eine (General-)Vollmacht sollte Mann oder Frau wahrscheinlich immer bei sich haben.

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      • Himmelhoch schreibt:

        Ich überlege gerade, welche Schwierigkeiten ich mit der Vollmacht meiner Mutter am Mittwoch bekommen könnte. Wenn die dort nicht die Originalunterschrift kennen, wissen die doch gar nicht, ob die Unterschrift echt ist. – Deswegen soll die Unterschrift wohl immer durch einen Notar beglaubigt sein.

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  3. monisertel schreibt:

    Liebe Elvira,
    da fehlen mir glatt die Worte!!!
    Das ist Kleingeistigkeit par exellence!!!
    Das neue Jahr fängt grad so an, wie das alte geendet hat, gell!

    Schönen Restsonntag,
    liebe Grüße
    moni

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  4. pixelspielerei schreibt:

    Servicewüste Deutschland; es ist echt unfassbar! Und zur Krönung handelt es sich bei der Beschwerde-„Service“-Hotline noch um eine kostenpflichtige Rufnummer. Bezahlen, um sich beschweren zu können. Tjaha, die wissen schon, wie sie die Leute am besten abzocken können …

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  5. Franka schreibt:

    Tz, tz, tz. Und die praktische Konsequenz: alle Vornamen aufs Päckchen schreiben *g*

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    • Elvira schreibt:

      Ist das nicht ein bisschen irritierend für den armen Menschen? Aber einen Versuch wäre das Wert. Stell Dir vor, sie würden dann zu dritt – oder zu noch viel mehr, je nach Familiengröße – dort erscheinen.

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  6. minibares schreibt:

    Hilfe!!!
    Das ist ja sowas von hirnverbrannt. Fast nicht zu glauben, wäre es nicht wahr.
    Muss ich mir merken. Danke ♥

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  7. leonieloewin schreibt:

    Habe ähnliche Erfahrungen hinter mir und überlege nun immer genau, an welchen „Adressaten“ in dem Haushalt ich schreibe. Eigentlich aber auch keine wirklich gute Lösung. GLG Leoie

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  8. Frau Blau schreibt:

    Kleingeist hoch drei! wir ersticken noch an unseren Seltsamregeln, die Welt it wahrlich nicht unkomplizierter geworden und die Kleingeister sterben wohl auch nicht aus, wie einst gehofft 😉

    herzliche Grüße
    Ulli

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  9. Eva schreibt:

    Ärgerlich, so was – egal ob es an „kleinem Geist“ oder „nur an auf dem falschen Fuß“ aufgestanden lag. So ganz verstehe ich eh nicht, warum Pakete einerseits ganz ohne schriftliche Benachrichtigung beim Nachbarn hinterlegt werden dürfen, für die Abholung bei der Poststelle dann aber neben einer Benachrichtigungskarte die Vollmacht verlangt wird. Aber frau muss ja auch nicht alles verstehen. 😉 Ich kann mir aber durchaus auch Fälle vorstellen, in denen es nicht gewollt sein könnte, dass jemand anderer – außer dem genannten Empfänger – eine Sendung ausgehändigt bekommt.
    Hilft wohl nur als Adresse „Familie Mama und Papa Nachname“ und in die Zeile darunter den Namen des Kindes anzugeben … aber wer ahnt das schon, wenn man einem Kind einfach nur eine Freude machen möchte.
    Lieben Gruß
    Eva

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