„Todleben

Eine deutsch-polnische Suche nach der Vergangenheit“. So heißt das Buch eines Ehepaares mit einer Biografie, die eigentlich gegen diese Verbindung sprechen würde. Er ist der Enkel eines SS-Mannes, ihr Großvater wurde in Auschwitz umgebracht. Sie lernen sich in Polen kennen. In einem Café in Krakau kommt er mit jungen Polen am Nebentisch ins Gespräch.

Ich höre oft, nicht nur von jüngeren Menschen, dass dieses Kapitel deutscher Geschichte endlich abgeschlossen werden müsse. Sie würden doch nichts mehr damit zu tun haben. Kohls Worte von der Gnade der späten Geburt höre ich in der einen oder anderen Form immer wieder. Aber das ist falsch! Wie sagt die Autorin so richtig?

„Auschwitz ist eine Lehre für die Menschen. Und solange es noch Kriege gibt, bedeutet es, dass wir nichts gelernt haben. Und deswegen dürfen wir die Vergangenheit nicht von uns abgrenzen“

Das Ehepaar hat das Buch unter ein sehr passendes Motto gestellt:

„Es kehrt alles wieder, was nicht bis zum Ende gelitten und gelöst ist“ Hermann Hesse

Die Autoren des Buches heißen Gabriela und Uwe von Seltmann. Den ganzen, sehr lesenswerten Artikel aus dem Tagesspiegel über die beiden und ihre Geschichte findet ihr hier

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15 Antworten zu „Todleben

  1. leonieloewin schreibt:

    Liebe Elvira, danke für den Tip. Da ich hier nur über begrenztes Internet verfüge (hat auch Vorteile), muss ich mir immer genau überlegen, was ich wo lese und mache. Deinen Artikel habe ich auf meine persönliche „to do Liste“ gesetzt. LG Leonie

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  2. Himmelhoch schreibt:

    Ich lese mir den auch mal durch. – Vornweg empfinde ich es so, dass wir um Gottes Willen die Vergangenheit nicht vergessen sollen – aber so etwas wie eine gelebte Versöhnung sein kann.

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  3. Himmelhoch schreibt:

    Es ist sehr berührend geschrieben. Diese Frage: Was hätte ich damals in dieser Zeit gemacht? stelle ich mir auch immer und immer wieder. In der DDR war es nicht so schwer, auf leichte Konfrontation zu gehen und man landete nicht gleich in Bautzen. Das dritte Reich war jedoch viele, viele Stufen schlimmer. Hätte da mein Mut auch ausgereicht? Ich weiß es nicht.

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  4. Frau Blau schreibt:

    ich bin auch gegen das Vergessen! aber ich bin dafür eine Haltung für sich zu finden …

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  5. Frau Momo schreibt:

    Ich habe meine Haltung längst gefunden… immer wieder erinnern, mahnen und gegen die braune Brut von heute angehen, wo es nur geht. Den Artikel habe ich gelesen und das Buch steht ganz oben auf meiner Wunschliste.

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  6. piri ulbrich schreibt:

    Das Buch kommt auf meinen SuB ganz nach oben. Wenn ich wieder was anderes lesen kann, was wo ich nachdenken muss, dann ist es das erste was ich lesen werden. Ich kenne noch eine Widerstandskämpferin, die es verdient nicht vergessen zu werden: Cato Bontjes van Beek
    http://de.wikipedia.org/wiki/Cato_Bontjes_van_Beek es gibt eine sehr Biografie über sie, kann ich dir gerne mal ausleihen…

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  7. Eva schreibt:

    Schweigen und Verdrängen – das ist das Gift, das so viele Jahre danach noch schleichend wirkt.

    Dass viele junge Menschen sich für die kollektive Schuld einer anderen Zeit nicht verantwortlich fühlen, finde ich nachvollziehbar. Anders sähe es sicher aus, wenn diesen jungen Menschen die persönliche Betroffenheit im persönlichen familiären Umfeld bekannt wäre.
    Der verlinkte Text hat mich sehr berührt und betroffen gemacht. Das Buch ist eine hervorragende Empfehlung. Danke.
    Lieben Gruß
    Eva

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