Gedankensplitter

Wieviele Gedanken denke ich nicht zu Ende. Was stört den Fluss? Ich sehe einen Baum, erfreue mich der Blütenpracht, atme tief ein. Wonach riecht es? Kann ich den Duft festhalten? Wie ein Hund der Spur folgen? Geruch, Gedanken. Weg! Weg, zwei Worte in einem. Der Weg führt weg. Warum zwei Aussprachen für dieselben Buchstaben? Neue Gedanken. Wegen einer Sache. Verhunzte Sprache.  Wegsehen. Weghören. Weggefährten. Wegelagerer. Es beginnt sich selbst zu schreiben. War lange verschüttet. Totgeglaubte leben länger. Es will ans Licht. Weg aus der Dunkelheit. Ha! Zweideutig. Fort oder Pfad aus der Dunkelheit? Einfach schreiben. Einfaches Schreiben? Sherry hat Fragen aufgeworfen. Was wäre, man schriebe ohne Kommentarfunktion? Man ist falsch. Man entfremdet. Was wäre, ich schriebe ohne Kommentarfunktion? Wäre das befreiend? Könnte ich alles schreiben, was ich denke? Was ich fühle? Ohne Zensor? Scheiße ohne Pünktchen? Nur niemanden verletzen? Nicht verletzt werden? Geht schreien ohne Stimme? Wie schreibe ich laute Worte? Wie buchstabiere ich Wut? Gedankenkarussell. Karussell. Immer im Kreis herum. Bewegung und doch Stillstand. Immer dieselben Gesichter. Lachen und Winken. Und wenn es anhält? Das Karussell? Dann gehen wir zur Kasse. Lösen eine Karte. Setzen wieder aufs falsche Pferd. Und drehen unsre Runden. Erwarten die Randgesichter. Berauschen uns an verschwimmenden Grenzen. Kettenkarussell. Ich habe es geliebt. Fast schwerelos. Losgelöst vom Boden. Und doch gehalten. Durch Ketten. Sicherheitsketten. Die Tür wird verschlossen. Aber das reicht nicht. Die Sicherheitskette muss vorgelegt werden. Ketten halten uns. Wir sichern uns ab. Versichern uns. Und wenn wir uns täuschen? Wenn das Leben jenseits der Ketten beginnt? Jenseits der Versicherung? Und wir wissen es nur nicht? Leben wir dennoch?

Danke, Sherry!

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9 Antworten zu Gedankensplitter

  1. vivilacht schreibt:

    ich schreibe meinen Blog ja hauptsaechlich fuer mich, als Erinnerung. Was ich in Innsbruck gesehen habe usw. Nur aus dem Grund, habe ich wieder angefangen. Hier kann ich Bilder reinsetzen, was ich bei mir im Kalender nicht kann. Da gibt es dann nur Eintrittskarten und flyer, die es an dem Ort gab. Fuer mich ist es nicht wichtig, wieviele Leute und Freunde meinen blog lesen. Ich suche ja keine grosse Leserschaft. Aber deine Gedanken, die sind immer frei. Wie dein Kettenkarussell

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    • Elvira schreibt:

      Das Blog ist in diesem Zusammenhang zweitrangig, es tauchte nur als einer von vielen Gedanken auf. Die Gedanken sind frei, das ist richtig. Aber das Kettenkarussell steht für mich eher als Metapher für Unfreiheit.

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  2. Clara Himmelhoch schreibt:

    Elvira, ich bin dir gefolgt, habe dich und viele, viele andere mit ihren sehr gedankenintensiven Kommentaren gelesen. –
    Ich habe auch schon oft gedacht, die Kommentarfunktion abzuschalten – aber dann müsste ich auch oft das Lesen anderer Blogs oder Kommentare unterlassen. Würde ich mich dann beim Schreiben freier fühlen? – Wäre es besser, bei (konstruktiver) Kritik im eigenen Blog an Zuständen im größeren Umfeld = Bloggershausen gleich „Ross und Reiter“ zu nennen? Oder heißt die Lösung „Passwortblog“ oder „Privatblog“
    Ich ziehe jetzt erst einmal bis Juni durch – dann ist das Blogbuch ein Jahr dick – das reicht.
    „Wohlfühlgemeinschaft“ hatte die eine so treffend formuliert. Und – entweder, man gehört dazu oder eben nicht. Ich bin nicht mehr halb so traurig wie früher beim anfänglichen bloggen, wenn ich nicht dazu gehöre.
    Du hast Recht, auch anderswo trauen sich viele nicht, ihre offene Meinung zu sagen, wenn die von der Masse abweicht. Ich bin da DDR-gestählt, da habe ich so oft eine andere Meinung gehabt.

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  3. Clara Himmelhoch schreibt:

    Übrigens empfinde ich es inzwischen als Wohltat, wenn ein Kommentar nicht erst moderiert wird. – Erstkommentatoren werden geblockt, andere kann man in die blacklist setzen – was soll also erst bearbeitet oder gelesen werden?

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  4. piri ulbrich schreibt:

    Achtung Kuddelmuddelgedanken – ich nenn es Achterbahn. Rauf, runter rauf, mal mit Adrenalin im Blut und manchmal ganz relaxed. Nur Achterbahn ist auch gefangen. Weg auf dem Weg – ein Ziel haben, in Bewegung bleiben, ankommen. Bei uns selber und feststellen, dass wir gar nicht so weit weg laufen müssen auf dem Weg…

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    • Elvira schreibt:

      Automatische Schreiben könnte daraus werden. Unkorrigiertes Aneinanderreihen von spontanen Wörtern, Gedankenblasen, lose Buchstabenverbindungen. Mir ging es da oben überwiegend ums Schreiben. Um die Vieldeutigkeit von Wörtern. Das liebe ich ganz besonders. Und natürlich um die Fesseln, die es zunächst zu lösen gilt.

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