Analoger Kunststoff

Anfang Mai postete (reblogte) Dina ein Stück von Leonard Cohen. Klausbernd fragte, ob ich Cohen live nicht auch besser als auf CD fände. Ich musste gestehen, dass ich keine CD von Cohen besitze. Live kenne ich ihn allerdings auch nur aus zweiter Hand. Aber mir fiel ein, dass ich ein Vinyl-Album von ihm besitze, aufgenommen 1966. Gekauft haben werde ich es einige Jahre später, denn 1966 war ich noch ein Kind. Auf der Rückseite des Albums steht:

These songs speak to us all. Those with ears will hear

Ich muss gestehen, dass ich meine Vinyls lange vernachlässigt habe. Als ich aber nach Cohen suchte, geschah etwas. Es kribbelte in den Fingern. Ein Album nach dem nächsten musste ich anfassen, rausnehmen, schnuppern, reinhören. Es ist ein völlig anderes Hören. Intensiver, nicht mal so nebenbei. Und ich war überrascht, wie breitgefächert die Musikstile sind, die sich bei uns eingenistet haben. Klassik, Hardrock, etwas Pop, deutschsprachige Lieder, R&B. Sogar ein paar Kinderplatten habe ich noch. Dafür keine Beatles oder BeeGees o.ä. Unsere CD-Sammlung ist bedeutend größer. Aber auch da fehlen die Beatles, die BeeGees sind auf einem Sampler. Sehr groß ist der Anteil von Jazz und Weltmusik. Der Geschmack dafür hat sich erst später entwickelt, zu einer Zeit, als Vinyl verstorben schien. Aber dem ist nicht so! Der Markt für die Schallplatte wächst, was an den großen Börsen gut zu beobachten ist. Ob es noch lange die kleinen gebrannten geben wird, scheint fraglich zu sein. Wem ein Lied gefällt, der kauft es online, lädt es runter auf seine Festplatte oder streamt. Warum also alle Titel eines Albums kaufen? Dabei hat sich schon früher manchmal das bessere Lied auf der B-Seite eines Albums befunden.

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10 Antworten zu Analoger Kunststoff

  1. vivilacht schreibt:

    ich habe daheim auch noch einiges dieser Platten, und auch noch einen Plattenspieler. Mit Platten von Edith Piaf und anderen Franzosen, viel hebraische Kinderlieder, und Esther Ofarim, und wer weiss was alles noch

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  2. leonieloewin schreibt:

    Auch hier in Bonn stehen noch viele alte Schallplatten. Jahre lang liegen sie unbeachtet herum. Doch dann packt es mich und ich höre eine nach der anderen…..und so viele Erinnerungen sind damit verknüpft. Ein Musikgenuss der vollkommen anderen Art. Liebe Grüße Leonie

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  3. Frau Momo schreibt:

    Meine Platten sind beim vorletzten Umzug samt und sonders im Müll gelandet… schade eigentlich.

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    • Elvira schreibt:

      Vinyl ist sehr gefragt! Das hat gerade die letzte Plattenbörse gezeigt. Da werden für bestimmte Platten wohl horrende Summen geboten. Allerdings weiß ich nicht für welche, sonst hätte ich doch glatt mal nachgesehen, ob ich eine Platte dabei habe, die mein Rentendasein sichert 😉

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  4. Silberdistel schreibt:

    Ich habe mir vor gar nicht langer Zeit wieder einen Plattenspieler zugelegt, weil ich einfach einige meiner alten Platten nicht missen mochte. Übrigens ist auch eine Platte von Leonard Cohen dabei -Greatest Hits.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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    • Elvira schreibt:

      Wir haben leider unsere alte Anlage incl. Plattenspieler altersbedingt entsorgen müssen. Aber dann bekam mein Mann von den Kindern einen Plattenspieler geschenkt, mit dem er die Platten digitalisieren könnte. Nach ein, zwei Anläufen schlief das Projekt ein. Dafür können wir über dieses Gerät recht gut die Platten hören.
      Liebe Grüße von Elvira

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      • Silberdistel schreibt:

        Ich habe mir den Plattenspieler extra gekauft, um wirklich die alten Platten zu hören. Unsere alte Anlage gibt es inzwischen auch schon lange nicht mehr. Von den Platten haben ich mich trotzdem nicht trennen können. Nun haben sie noch einmal ein zweites Leben bekommen 😉
        LG von der Silberdistel

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  5. Dina schreibt:

    Oh ja, ich habe vor Jahren Kistenweise Alben verschenkt und mir dann vom Plattenspieler getrennt, aaach ja. Schöner Artikel!
    Liebe Grüße ♥ zu dir und vielen Dank für’s Verlinken!
    Dina

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  6. Eva schreibt:

    Schön, das zu lesen, liebe Elvira.

    Beim letzten Abstauben unserer Vinyls habe ich in Erinnerungen schwelgend die ein oder andere schwarze Scheibe mal aus der Hülle gezogen. Da fanden sich z. B. auf einer Innenhülle – ich glaube es war Deep Purples Fireball – nette grafische Proben aus Jugendzeiten meines Mannes wieder. 😉 Eine schöne Zeitreise.

    Die alten Platten haben auch einen ganz anderen Klang als CDs und manches Knistern oder Springen gehört wie die Erinnerungen an längst vergangene Zeiten zur Musik dazu. Ein ganz besonderer Charme dieses Mediums.
    Beste Grüße
    Eva

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    • Elvira schreibt:

      Ich werde die Platten meinen Kindern ans Herz legen. Auch wenn sie keine Erinnerungen mit ihnen verknüpfen, sind die Platten Zeitgeschichte. Nun, ja, vielleicht bringen sie ihnen aber später auch noch den einen oder anderen Taler irgendeiner dann existierenden Währung. Eine besonders wertvolle Schallplatte befindet sich, glaube ich, allerdings nicht in unserer Sammlung.
      Wir hatten einen Freund, der das Plattenhören förmlich zelebrierte. Er war Jazzfan und wies meinen Mann und mich an bestimmten Stellen auf Passagen hin, die sich anders anhören würden als auf der CD. Dieses Ohr dafür habe ich leider nicht. Aber die Platten verströmen eine gewisse Wärme, das ist unbestritten.
      Liebe Grüße von Elvira

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