Aua 1-3

Mein letzter Urlaubstag sollte ein besonders schöner werden. Ein Oma-Enkel-Tag. Extra dafür hatte ich den Urlaub um einen Tag verlängert. Wir wollten nämlich in ein Theaterstück gehen. Eine freie Bearbeitung der nimmersatten Raupe. Das Stück begann bereits um 10:00Uhr. Das bedeutete, um 08:30 bei meinem Enkel zu sein, denn wir mussten ein ganzes Stück mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Um 09:55 waren wir tatsächlich am Ziel und hatten mit vielen anderen Kindern und Erzieherinnen/Mamas/Omas (tatsächlich war nur ein Papa da)  viel Spaß. Es wurde viel gelacht, gestaunt und mitgemacht. Für meinen knapp dreijährigen Enkel war es das erste Theaterstück. Er war sehr beeindruckt! Anschließend wollten wir in einem nur eine U-Bahnstation entferntem Einkaufszentrum Eis essen. Das hatte ich ihm versprochen. Also fuhren wir dort hin. Es gibt dort am Eingang eine sehr kurze Rolltreppe neben der Treppe und dem Aufzug. Ich habe ihm die Wahl überlassen (er ist rolltreppenerfahren!). Für diese hat er sich auch entschieden. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Er stolperte. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel rückwärts die Rolltreppe hinunter. Während ich mit aller Kraft den Sturz des Kindes vermeiden wollte, rief ich laut nach Hilfe. Binnen weniger Sekunden stand die Rolltreppe und viele Menschen halfen uns. Meinem Enkel ist, Gott sei Dank, nichts geschehen. Er hat natürlich ganz schrecklich geweint, denn der Schreck war sehr groß. Ein Sicherheitsbeauftragter, der immer dort in dem Bereich steht, kam auch sofort und fragte, ob mit dem Kind alles in Ordnung wäre. Ich habe ihn noch einmal überall abgetastet, aber er ist wirklich mit dem Schrecken davon gekommen. Dafür sehe ich aus, als ob ich in einem SM-Club eine wilde Zeit verbracht hätte. Obwohl ich meine Jacke noch nicht ausgezogen hatte, habe ich jetzt Muster der Rolltreppe am Rücken. Mein unteres Schienbein hat Abschürfungen, ebenso meine Schulter und Bereiche des Rückens. Auf dem Kopf war eine dicke Beule, die jetzt aber kaum noch zu spüren ist. Dafür habe ich wohl Prellungen in der rechten Rippenseite und der rechten Schulter. Bewegen fällt mir nicht ganz so leicht. Ich vermute, dass ich an diesen Stellen morgen wie ein Tuschkasten, in dem nur noch blaue, grüne und lila Farbe war, aussehen werde.

Nachdem sich mein Enkel (und ich!) erholt hatte, haben wir natürlich das versprochene Eis gegessen. Er war auch sehr schnell wieder sehr vergnügt. Aber immer wieder mussten wir den Vorfall gedanklich nachspielen. Es dauerte recht lange, bis das Theaterstück wieder Thema war. Na, ja, wie Omas so sind, bin ich mit dem Kleinen noch zu dem spieliegen Maxen gegangen (mag ich sonst überhaupt nicht). Nachdem wir alle Regale inspiziert hatten und klar war, dass ein Kaufmannsladen nicht zu den Dingen gehört, die mal eben so gekauft werden können, hat sich mein Enkel für ein Memoryspiel entschieden (das spielt er nämlich auf Papas iPad sehr gerne). Als ich vorhin mit meinem Sohn telefonierte, war der Junge dabei, seine Mama zu besiegen. Aber in Memory sind die Kinder einfach unschlagbar! Ganz bis nach Hause habe ich meinen Enkel nicht mehr gebracht. Sein Papa holte ihn an der Straßenbahn-Haltestelle ab, da der Kleine ganz stark gegen das Einschlafen kämpfte. Bis in die Elternwohnung hätte ich ihn nicht tragen können, dazu schmerzten die Rippen dann doch zu sehr.

Ach, in der Straßenbahn meinte mein Enkel zu mir: „Oma, ich habe Dich ganz mächtig lieb!“ Wenn das nicht das beste Schmerzmittel der Welt ist!

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9 Antworten zu Aua 1-3

  1. Huch .. 😉 .. du gehst in SM-Clubs ?

    Liebe Elvira,
    schon beim lesen tuts weh 😦 Die Rolltreppen, die ich kenne, sind alles andere als kuschelig, darum kann ich mir den Schmerz gut vorstellen. Zum Glück haben andere Kunden oder der Sicherheitsbeauftragte sofort reagiert und euch ist nicht so viel passiert (abgesehen von blauen Flecken und Abschürfungen) Sowas kann ja auch gaanz doof ausgehen.
    Ich wünsche dir Gute Besserung, aber mit deinem „Schmerzmittel“ kann ich wohl nicht mithalten *lach*.
    Und nun habt ihr zwei für die nächsten Jahre auch noch eine schöne „Oma & Enkel machen einen Ausflug“ – Geschichte zu erzählen 😉
    Liebe Grüße 🙂

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    • Elvira schreibt:

      Ich hoffe, dass der Kleine diese Geschichte so oft erzählt, dass er später keine Gesprächstherapie benötigt. Und dann soll er sie bitte schnell vergessen. Mir sitzt der Schreck immer noch in den Gliedern. Musste mich heute krankschreiben lassen, die Rippenprellung schmerzt doch sehr bei jeder Bewegung. Habe nicht röntgen lassen, denn selbst eine Fraktur würde keine weitere therapeutische Konsequenz nach sich ziehen.
      Liebe Grüße von Elvira

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  2. piri ulbrich schreibt:

    Autsch, das sieht ja heftig schmerzhaft aus. Hoffentlich kannst du schlafen…

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    • Elvira schreibt:

      Schlafen ging gut. Jedenfalls so lange ich mich nicht bewegt habe. Heute sehe ich noch „lustiger“ aus. Alles, was gestern rot war, hat sich jetzt in große blaue Inseln verwandelt.
      Liebe Grüße von Elvira

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  3. Frau Momo schreibt:

    Das sieht wirklich schmerzhaft aus… ich hoffe auch, Du kannst noch liegen und schlafen

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    • Elvira schreibt:

      Solange ich eine Position, egal ob stehend, liegend oder sitzend, halte, ist alles in Ordnung. Nur Bewegung schmerzt wirklich arg. Darum musste ich mich auch für heute und morgen krankschreiben lassen. Blöd, da ich ja vor dem Urlaub gerade schon einmal recht lange AU war. Aber es geht nicht anders!
      Liebe Grüße und alles Gute für Deine Zeit im Süden!
      Elvira

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  4. vivilacht schreibt:

    gute Besserung von mir auch und pass auf dich auf. so etwas nennt man dann noch Glueck im Unglueck. Und ein besseres Schmerzmittel gibt es ganz sicher nciht

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  5. Franka schreibt:

    Du meine Güte! Schlimm genug, aber wenigstens das Kind ist ohne Schaden davon gekommen. Was für eine tapfere Oma du bist! Schnelle Heilung wünsch‘ ich dir,
    ‚Franka‘

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  6. Gudrun schreibt:

    Alles Gute, liebe Elvira, damit du bald wieder mit deinem Enkel lachen kannst.

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