Stiller Abschied

Ich muss mich entschuldigen! Irgendwann habe ich mal einen Film mit Christiane Hörbiger gesehen. Er blieb mir nicht in Erinnerung. Aber immer, wenn ich in einer Programmzeitschrift einen Hinweis auf einen Film mit ihr sah, schien es mir, als spielte sie immer die selbe Art Frau. Stets aus guter Gesellschaft und etwas abgehoben. Ich beschloss, sie nicht zu mögen. Und dann heute dieser Film. Pfeil nach oben. In jeder Zeitung herausragende Vorschusslorbeeren. Also sah ich ihn mir an. Irgendwann stockte mir der Atem. Was für eine schauspielerische Leistung! Welche Intensität! Welche Leidenschaft!  welcher Mut! Ich vergaß die Hörbiger und sah nur noch Charlotte Brüggemann. Und ich wünschte mir, dass jeder Alzheimerkranke die Gelegenheit bekäme, sich so zu verabschieden. Dieser Film hat mich sehr berührt!

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14 Antworten zu Stiller Abschied

  1. Ich wünschte, dass jeder Alzheimer-Kranke sich die Krankheit so rechtzeitig eingestehen würde, dass man ihm so schnell wie möglich medikamentös helfen könnte. Je eher das geschieht, desto langsamer schreitet dieses fürchterliche Krankheit voran. Aber wenn Hinweise aus der Familie und vom jahrzehntelangen Hausarzt abgewunken werden, dann … Nun ja.

    Ich habe mir den Film auch angesehen und war genauso beeindruckt wie Du! Allerdings mag ich Christiane Hörbiger sowieso. Für eine Entschuldigung sehe ich aber keinen Anlass. Dieser Film war eben das „Ping“, was Dir noch gefehlt hat, hm?! ;o)

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    • Elvira schreibt:

      Ich sehe sehr selten fern, zeichne vielversprechende Filme aber gerne auf – um sie dann doch nicht zu sehen. Aber das gestern war ein Highlight! Und ich bin froh, ihn direkt gesehen zu haben, aufgezeichnet wäre er sicher irgendwann ungesehen gelöscht worden.

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  2. eifelprinzessin schreibt:

    Super Film, da mich das Thema Demenz im Moment sehr interessiert, kam er ,wie alles im Leben,genau richtig! Ich beschäftige mich zur Zeit mit kreativem Schreiben, als Standbei, wenn ich mal nicht mehr in der Lage bin Menschen zu betreuen, aber noch fit genug bin andere Dinge zu tun!

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe früher in einer Literaturwerkstatt kreativ geschrieben. Das war zu der Zeit genau das Richtige für mich. Wenn ich lese, was ich damals geschrieben habe, kann ich kaum glauben, dass dieseTexte aus meiner Feder geflossen sind. Heute stecke ich die Kreativität ins Nähen. Wenn das mal nicht mehr gehen sollte, wer weiß, vielleicht schreibe ich dann auch wieder.

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      • eifelprinzessin schreibt:

        Schreiben und lesen und nähen, was haben wir für einen kreativen Reichtum! Du schreibst doch hier im Blog, das mache ich auch schon länger, vorher in einem anderen blog. Lesen tun wir auch beide 😉 und das nähen liegt bei mir ein bißchen brach, aber jetzt kommt der Winter……kreative Grüße

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  3. Franka schreibt:

    Schade, ich habe ihn nicht gesehen, aber das ist ja heutzutage kein Problem. Ich werde ihn heute Abend mal in der Mediathek suchen. Danke für den Tipp.

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  4. perlengazelle schreibt:

    Sehr beeindruckend, der Film!
    BTW: auch als Trinkerin in dem Film „Wie ein Licht in der Nacht“ ist Christiane Hörbiger absolut sehenswert.

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  5. perlengazelle schreibt:

    Als Lektüre empfehle ich noch Arno Geiger – Der alte König in seinem Exil.

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe lange überlegt, ob ich das meinen Kindern schenken soll. Aber das ist vielleicht doch noch ein bisschen zu früh. Kennst Du „Ilse, wo bist Du? Unsere Mutter hat Alzheimer“ von Ulrike Halmschlager? Das ist eine Filmemacherin, die ihre Mutter und deren Erkrankung fünf Jahre mit Fotoapparat und Videokamera begleitet und daraus einen Film gemacht hat. Das Buch ist später entstanden. Es ist völlig anders als das Buch von Arno Geiger, da es einen anderen Ansatz hat. Aber auch hier geht es um das Verständnis für die Krankheit und den betroffenen Menschen, darum, wie mit der Mutter/dem Vater umgegangen werden kann und gegen das Verstecken der Kranken.

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      • perlengazelle schreibt:

        Das kenne ich nicht – werde ich mir aber ansehen. Bei Plasberg war ja gestern David Sieveking, der in seinem Film „Vergiss mein nicht“ die letzte Zeit seiner an Alzheimer erkrankten Mutter dokumentiert hat. Erstaunlich seine Erfahrung, dass man mit Erkrankten durchaus auch viel lachen kann. Wobei es natürlich Unterschiede im Krankheitsverlauf gibt: einige werden sehr aggressiv. Da kann das Zusammenleben noch viel mehr an die Grenzen gehen. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie solche Patienten in Einrichtungen mit Psychopharmaka ruhig gestellt werden oder auch mit Gewalt konfrontiert werden. Sicherlich hat das auch mit der Überbelastung der Pflegenden zu tun – was aber keine Entschuldigung sein soll.

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        • Elvira schreibt:

          Ich arbeite mit Patienten, bald 20Jahre begleiten sie mich in der Praxis. Viele sind gestorben, viele wurden dement, einige erkrankten an Alzheimer (wobei das ein fließender Übergang sein kann). Aggressive Zeiten hatten fast alle. Die Partner waren froh, wenn diese mit Medikamenten behandelt werden konnten ohne dass die Patienten ganz ruhig gestellt wurden. Den letzten Akt musste ich bisher nie miterleben.
          Über die Zustände in Pflegeeinrichtungen werde ich auch immer informiert, wenn einer unserer Patienten eine Reha antritt oder sich eine kurze Verschnaufpause von der Pflege gönnt und seinen Partner in die Kurzzeitpflege/Verhinderungspflege geben muss. Wenn ich davon höre, wünsche ich mir stets einen schnellen Tod. Einen Herzstillstand, am besten alleine, damit niemand eine Reanimation versucht und das vielleicht so laienhaft macht, dass ich danach zum Pflegefall werde (auch schon erlebt). Nun lasse ich dieses Thema mal schnell, denn noch wünsche ich mir ein paar relativ unbeschwerte Jahre. Altern in unserer Gesellschaft ist für mich aber immer wieder ein Thema. In all seinen unterschiedlichen Facetten.
          http://wp.me/p1frmn-1eF
          http://wp.me/p1frmn-10R

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  6. annchen2810 schreibt:

    Ich fand ihn auch großartig und vieles hat mich an die Zeit erinnert, als bei meiner Mutter die Demenz ausbrach.

    Die letzte Szene bleibt mir in Erinnerung und ich hoffe, dass ich weiterhin noch Zeit habe mit meiner Ma und sie mich weiterhin erkennt.

    VG
    Annchen

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