Der erste Feiertag

ist für uns ein ausgesprochen ruhiger, ungewöhnlicher, unheimlicher und extrem gewöhnungsbedürftiger Tag. Ausgesprochen ruhig ist dieser Tag, da wir weder Gäste erwarten noch selber Gast sein dürfen/müssen. Aber noch ein anderer Grund liegt vor: Wir sind bis Freitag hundelos. Unser Hund darf die Tage in einer Hundepension verbringen. Seit gestern Mittag ist er dort. Ob es ihm gefällt kann ich schwer beurteilen. Ich denke aber, dass es schon etwas Stress für ihn sein wird. Zwar gibt es dort keine Zwingerhaltung, er ist aber auch nicht mitten in einer Familie. Dafür mit einigen anderen Hunden zusammen in einem nicht nur zweckmäßig, sondern auch für Hunde optimal eingerichtetem Haus. Es gibt eine 24h-Betreuung und jeden Tag zu den normalen Gassirunden eine Fahrt ins Umland zum ausgiebigen Laufen. Da bis jetzt kein Anruf erfolgte, hoffen wir, dass bisher alles gut ging. Ein Sohn fragte uns vorhin am Telefon, ob wir das wenigstens genießen würden. NEIN!!! Wir genießen es nicht!! Unser Hund fehlt uns mächtig! Aber wir hatten keine andere Wahl. Die Nachbarn, die ihn ansonsten bei den eher seltenen Gelegenheiten betreuen, waren gestern nicht im Haus. Außerdem mag ich sie an solchen Feiertagen, die sie ja auch mit ihrer Familie verleben, nicht damit belasten.  Bisher meinte die Nachbarin zwar, es würde ihr nichts ausmachen, ein Ohr in Richtung unserer Wohnung zu haben und mit dem Hund zum Abend eine Runde zu laufen, alleine wäre Karlchen dennoch die meiste Zeit. Aus dem Grund ist die Dauer unserer Besuche bei den Kindern meistens nicht sehr lange. Nach fünf Stunden schauen wir schon immer auf die Uhr, denn länger als sechs Stunden möchten wir unseren Hund nicht alleine lassen. Mitnehmen können wir ihn aber auch nicht. Bei einem Krabbelkind (gestern) und einem Baby (morgen), das meistens auf dem Fußboden liegt, wird das von den Eltern nicht gewünscht.  Also haben wir uns vor zwei Wochen eine Hundepension in der Nähe angeschaut und Karlchen dort probeweise für zwei Stunden abgegeben. Als ich ihn abholte, hatte ich die Möglichkeit, unbemerkt durch eine Jalousie zu spähen. Unser Hund lag ganz entspannt, alle Viere von sich gestreckt, in der Mitte des Zimmers. Zwar blickte er aufmerksam Richtung Tür, schien ansonsten aber nicht verängstigt zu sein. Also entschlossen wir uns, ihn für die Feiertage dort unterzubringen. Natürlich hätten wir ihn heute wieder holen  und ihn morgen erneut dort abgeben können, aber dieses Hin und Her wollten wir ihm dann doch nicht zumuten.

Nun nutze ich die viele freie Zeit heute zum Aufarbeiten liegengebliebener Aufgaben. Meine 2013er Nähprojekte mussten auf Fotopapier ausgedruckt und im Sammelalbum mit den passenden Stoffmustern archiviert werden – zwischenzeitlich machte der Drucker ein paar Probleme, die ich aber Dank des www beheben konnte. Mein Picasa-Album wollte vervollständigt werden, und eine Kollegin wünschte sich ein paar Stoffabschnitte für eine Zimmerdekoration ihrer Tochter. Eigentlich wollte ich auch noch einen Spaziergang machen. Aber ohne Hund?? Das würde sich irgendwie falsch anfühlen. Darum gibt es hier heute einen Beitrag mit dem versprochenen Schattenbild und ein paar Impressionen des gestrigen Sonnenaufganges. Gleich werden mein Mann und ich Kaffee trinken, den Rest des leckeren Kuchens von gestern verspeisen und dabei hoffentlich entspannt Musik hören. Es ist nämlich ziemlich anstrengend sich immer wieder zu sagen, dass kein Hund in der Wohnung ist. Manche Abläufe haben sich in den vergangenen acht Jahren so festgesetzt, dass sie automatisch geschehen, obwohl es keinen Anlass dafür gibt. Ach, ich freue mich schon auf Freitag! Wenn ich von der Arbeit komme und laut bellend begrüßt werde, weiß ich, dass die geliebte Nervensäge wieder da ist.

Alle vier Kerzen brennen am Adventskranz

Alle vier Kerzen brennen am Adventskranz

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9 Antworten zu Der erste Feiertag

  1. leonieloewin schreibt:

    Ich hatte ja wegen meiner Vietnamreise auch eine hundelose Zeit. Es ging nicht anders, aber ich habe Lasko sehr vermisst. War natürlich auch ein wenig länger als bei Euch – fast 10 Wochen. Schade, dass Ihr Karlchen wegen den Besuchen die ganze Zeit weggeben musstest. Ich wünsche Dir dennoch angenehme, ruhige und entspannte Tage. liebe Grüße Leonie

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    • Elvira schreibt:

      Ich bedauere das auch sehr. Zumal Karlchen wirklich ein sehr lieber und freundlicher Hund ist. Anfangs ist er zwar stürmisch in der Begrüßung, aber dann beruhigt er sich auch schnell. Klar, dass wir ihn von den Kleinkindern, die am Boden krabbeln oder liegen, fernhalten würden.
      Auch Dir noch einen schönen Feiertag. Einen zweiten gibt es ja bei euch nicht (dafür kommt dann aber bald das Highlight am 6.1.!)
      Liebe Grüße von Elvira

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  2. kreadiv schreibt:

    Liebe Elvira,
    Karlchen geht es bestimmt gut unter seinesgleichen.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
    Herzliche Grüße
    Andrea

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  3. eifelprinzessin schreibt:

    Unser Dackel ist bei der Oma, da ist er oft. Aber heute ist es komisch,weil auch hier kein Besuch und wir sind auch nirgendwo hin. Gewöhnungsbedürftig! Aber so ein bißchen kann ich es auch genießen. dir noch eine schöne Weihnachtszeit! lg Sabine

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    • Elvira schreibt:

      Wir haben leider keine Verwandtschaft, die ihn nehmen könnte. Meiner Mutter war er immer zu wuselig, aber als sie vor vier Jahren starb, war er auch vier Jahre jünger und dementsprechend etwas lebhafter.

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  4. Gundula schreibt:

    Unser Hund findet die Hundepension immer klasse. Wenn wir ihn hinbringen ist sie auch schon unterwegs. Die anderen Hunde dort findet sie total klasse. Also auch immer Urlaub für den Hund und wir müssen uns keine Sorgen machen.

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    • Elvira schreibt:

      Ich hoffe sehr, dass unserem Hund kein zu großer Stress entsteht. Nun haben Hunde ja ein sehr kleines Zeitfenster, daher wird er Ärgernisse sicher bald vergessen (so es welche gab, erzählen kann er ja leider nichts).

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  5. Eva schreibt:

    Ach Elvira, ohne Hund fehlt was, das durfte ich in diesem Jahr mal fünf lange Tage testen, als unsere Älteste mitsamt beiden Vierbeiner in Urlaub war. Wie sehr man doch – selbst an stressigen Tagen – diese Bei-jedem-Wind-und-Wetter-Spaziergänge, das Im-fünf-Stunden-Rhythmus-ans-Haus-gekettet-sein und natürlich noch vieles mehr vermissen kann.

    Nur noch einmal schlafen, dann hat die Ruhe ein Ende und Karlchen wuselt wieder um Euch rum.
    Lieben Gruß
    Eva

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  6. Gudrun schreibt:

    Ihr habt ihn bestimmt jetzt schon wieder. Eigenartig, wie sehr einem ein Tier plötzlich fehlen kann, gell.
    Ohne Hund wolltest du nicht raus. Ich hätte auch gern einen solchen Begleiter, aber das geht leider nicht.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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