Silvesternachlese

„Wer zerstören will, findet immer ein Karthago“

Hans Kudszus, Das Denken bei sich – Aphorismen

Eine bis auf die Grundmauern zerstörte Kindertagesstätte, demolierte Bushaltestellen, ein gesprengter U-Bahnfahrstuhl, verkohlte Briefkästen und bei mir vor der Tür die Reste einer guten Idee unserer Wohnungsbaugesellschaft.

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10 Antworten zu Silvesternachlese

  1. Eva schreibt:

    Die unschöne Seite eines schönen Festes … und am Ende doch nur wieder eine unaufgeregte Zahl in der Polizeistatistik. Ich kann nicht verstehen, dass sogar hier auffem Dorf alle Jahre wieder dieselben (polizei)bekannten Gesichter unbehelligt ihr Unwesen treiben dürfen.

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    • Elvira schreibt:

      In ihrer Sturm- und Drangzeit begehen einige Jugendliche Dinge, die sie als Erwachsene sicher nicht mehr machen werden. Einer meiner Brüder hat vor 40Jahren Telefonzellen mit Silvesterböllern unbenutzbar gemacht und die damals noch metallenen Abfalltonnen in Brand gesetzt. Ein Krimineller wurde dennoch nicht aus ihm. Was aber heute geschieht geht weit über diese, sicher auch nicht harmlosen, Zerstörungen hinaus. Ich kann – und will es auch auch nicht nachvollziehen, warum ein Familienzentrum mit integrierter Kita unter Wasser gesetzt wird, so das nichts mehr zu benutzen ist. Da brachen Menschen ein, rissen die Rohre unter den Waschbecken raus und stellten das Wasser an (im 1.Stock), dann warfen sie die Lebensmittel aus dem Kühlschrank und den Vorratsschränken auf die Erde und demolierten Möbel. Als der Hausmeister nach Silvester das Haus betrat, stand er im Wasser. Eltern und Freiwillige begannen sofort, die nassen Tapeten abzureißen und hoffen, dass die Kita provisorisch am Montag wieder öffnen kann. Warum machen Menschen so etwas? Ich weiß noch sehr gut, wie ärgerlich es war, wenn der S-Bahnfahrstuhl defekt war und ich Menschen fragen musste, ob sie den Kinderwagen die Treppe hoch tragen könnten während ich meine Enkeltochter auf dem Arm trug. Rollstuhlfahrer oder schwer gehbehinderte Fahrgäste hatten überhaupt keine Chance die Bahn an diesem Bahnhof zu benutzen. Es ist doch so wunderbar, dass immer mehr Einrichtungen barrierefrei umgebaut werden und da kommen so ein paar testosteronüberkochende Jungs und jagen so einen Fahrstuhl mal eben in die Luft. Nein, ich habe dafür keinerlei Verständnis!
      Die zerstörten Spender für die Hundetüten in unserer Siedlung werden in der nächsten Betriebskostenabrechnung zu finden sein. Das ist noch zu verkraften.
      Ich wünsche Dir noch einen wunderschönen Sonntag! Hier ist leider alles grau in grau – aber ich backe gleich leckere Schnecken. Das wird die Stimmung extrem heben.
      Liebe Grüße von Elvira

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      • Eva schreibt:

        Wir haben wohl alle mal in einem gewissen Alter mehr oder weniger über die Stränge geschlagen – sicherlich auch zerstörerisch, schlechtes Gewissen inklusive. Und Letzteres scheint irgendwie nicht mehr populär zu sein, selbst bei Körperverletzung nicht. Und wenn die früheren Halbstarken mittlerweile auch noch als Mittzwanziger mit Böllern auf Menschen zielen, dann ist die letzten 10 Jahre irgendwas sehr schief gelaufen. Mir fehlt hier nicht nur das Verständnis … 😦

        Schnecken? Ist das vegan? 😉 Nein, Spaß beseite, was machst Du für leckere Schnecken (bzw. hast Du gemacht)? Süß oder herzhaft? Wünsche Euch noch einen genussvollen und vor allen Dingen entspannten Sonntagnachmittag.
        Es grüßt herzlich
        Eva

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  2. perlengazelle schreibt:

    Sinnlose Zerstörungswut.
    Warum machen das Menschen?
    Warum wurde Feuerwehrmann während eines Brandeinsatzes (!) mit einer Rakete beschossen und im Gesicht getroffen? Bei der Attacke erlitt er einen Nasenbeinbruch und ein Knalltrauma. Es sei mehr als fraglich, ob der 40-Jährige seinen ehrenamtlichen Dienst weiter ausübe, hieß es seitens der Feuerwehr Essen.
    Manche Sachen wird man nie begreifen …

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    • Elvira schreibt:

      Auch hier in Berlin wurden Feuerwehrmänner während eines Einsatzes mit Böllern beschossen. Ich habe am nächsten Abend ein Interview mit dem Feuerwehrleiter gesehen. Er war zutiefst erschüttert – und das zu Recht!

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  3. Franka schreibt:

    Das liest sich aber ganz schlimm. Da sind die harmlosen Abfallsachen, die wir gesehen haben, nichts gegen. Ich fühle mich dabei etwas ratlos und kann überhaupt nicht verstehen, warum Menschen so etwas tun.

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    • Elvira schreibt:

      Im Berliner Polizeireport zum vergangenen Jahr heißt es, dass die Zahl der Straftaten rückläufig wäre. Erschreckend aber ist die zunehmende Brutalität bei Angriffen auf Menschen. Der Tod des Opfers wird dabei in Kauf genommen, wenn nicht sogar provoziert. Nein, ich verstehe das auch nicht!

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  4. scrooge schreibt:

    Ich werde das auch nie verstehen, und aus ebend diesen Gründne finde ich Silvester nicht mehr so schön wie früher. Bei uns in der Stadt ging es diesmal, aber in Veen (ebenfalls NL) kam es beim „traditionellen“ Abfackeln eines Autowracks zu Angriffen auf Feuerwehr und Polizei. Die Verdächtigen flüchteten in eine Kneipe, woraufhin die Polizei kurzerhand erstmal alle Kneipenbesucher mitnahm. Auch nicht gerade im Sinne des Erfinders. Schade, dass es oft so ausarten muss.
    Vor gut einem Jahr besuchte die Leiterin der Notaufnahme unseres Krankenhauses bei mir einen Sprachkurs. Sie erzählte, dass sie Silvester immer freiwillig Dienst macht, denn: „Das ist die schwerste Nacht des Jahres, da lasse ich mein Team nicht allein.“

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