Das Fenster

Als ich mir heute das Schaufenster „meiner“ Buchhandlung ansah, das mit vielen Lieblingsbüchern von LeserInnen dekoriert war, wurde mir  klar, wie sehr Fenster und Buch zusammengehören. Denn nichts anderes ist ein Buch: ein Fenster, durch das wir in andere Welten sehen können. Und wenn uns das, was wir sahen, gefallen hat, dann wird es zur Tür, durch die wir diese Welten betreten können. Wir können uns dort so lange aufhalten, wie es uns beliebt. Wir können die Tür hinter uns schließen, diese Welt ganz  für uns  alleine haben. Doch manchmal teilen wir sie mit vielen. Da müssen wir über alles reden, was uns in diesen Welten berührt, aufgewühlt, begeistert oder entsetzt hat.

Ich wollte das Schaufenster gerne für euch fotografieren. So viele Bücher, so viele Buchzitate. Leider war die Spiegelung zu stark. Aber seht selbst:

DSC02581

Als ich nach Hause kam, fand ich eine  Mail des Buchhändlers im Postfach, und ich war wieder einmal sehr, sehr dankbar dafür, dass es diesen Laden bei mir ums Eck gibt.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Buchhandlung LEPORELLO,

das Fenster mit Ihren Lieblingsbüchern ist dekoriert und es ist wie erwartet bunt und auch ganz schön voll geworden. Letzten Freitag hatte ich noch mal mit einer Mail an die Aktion erinnert und eine knappe Stunde später wurden schon die ersten Bücher über den Tisch gereicht und offensichtlich ist noch kein Ende in Sicht.

Im Fenster finden sich nun Kinderbücher wie Max und Moritz, Klassiker wie Kästner und Hesse, neuere Romane, bspw. von Tellkamp und Murakami, Sachbücher, z.B. zum Jüdischen Friedhof in Weißensee, wissenschaftliche Bücher u.a. aus dem Suhrkampverlag und natürlich vieles andere mehr. Ein Titel wurde zweimal abgegeben: Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“. Schauen Sie doch einfach mal vorbei! Sie haben ca. 14 Tage Zeit, ehe wir wieder neu dekorieren. Wir hier holen jetzt erst noch mal tief Luft, bevor wir nach den Osterferien anlässlich des Welttags des Buches knapp 600 Schüler klassenweise hier durch die Buchhandlung schleusen und jeweils mit einem Buch beglücken.

Erlauben Sie mir an dieser Stelle noch kurz von den letzten Aktivitäten unseres Leseclubs zu berichten. Dieser war nämlich auch dieses Jahr in seiner Eigenschaft als Mitglied der Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis auf der Leipziger Buchmesse. Hier wurden die Kinder- und Jugendbücher nominiert, von denen dann aus den einzelnen Sparten jeweils eines mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wird. Dem LEPORELLO-Leseclub ist dieses Mal die Entscheidung für DAS preiswürdige Buch sehr schwer gefallen. Am Schluss einigten sich die Jugendlichen auf das Buch der dänischen Autorin Janne Teller „Alles worum es geht“. Fünf aus der Gruppe haben schließlich das Buch im Rahmen einer Performance vor knapp 1.000 Interessierten in Leipzig präsentiert – und jetzt sind wir gespannt, ob dieses Buch im Herbst tatsächlich ausgezeichnet wird.

So, genug für heute!

Schöne Frühlingstage wünscht

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18 Antworten zu Das Fenster

  1. leonieloewin schreibt:

    Vielen lieben Dank für die weitere Information – und ein bisschen ist zu erkennen. Liebe Grüße Leonie

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  2. Hallo Elvira 🙂 Und wenn du das Fenster am Abend photographierst?
    Sehr engagierte Buchhandlung. Gefällt mir. Man spürt die Liebe zum Buch.
    Grüßli 🙂

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  3. vivilacht schreibt:

    wunderbar, bei uns gibt es fast nur nohc die „Buchketten Geschafte“ , Einzelhandel gibt es kaum noch mehr hier in der Stadt, die koennen sich mit den Preisen ganz einfach nicht halten. Dadurch gibt es so etwas leider leider hier nicht. Ich finde es toll, dein Geschaeft

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    • Hallo vivilacht 🙂
      Es gibt doch eine Buchpreisbindung, oder liege ich da gerade falsch? Also kann es an den Preisen nicht liegen. Natürlich müssen Buchhändler gegen Amazon und weitere Onlinehändler kämpfen. Aber da muß auch der Leser selber seinen inneren Schweinehund „Faulheit“ überwinden, wenn er solche Perlen wie „kleine Buchhändler“ behalten möchte.
      Letztlich zählt wohl auch Eigeninitiative des Buchhandels. Die Buchhändler müssen Lesen zu einem Erlebnis machen. Ähnlich wie in Harry Potter Zeiten, wo die Kundschaft Nachts um 0 Uhr den neusten Band kaufen konnten oder Kinder an Lesenächten in dem Geschäft teilnehmen konnten.
      Grüßli 🙂

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      • vivilacht schreibt:

        es gibt eine gewisse Buchpreisbindung, letztens fuer die neue erschienen Buecher. die darf man ab jetzt nicht sofort verbilligt verkaufen. Hier bei uns im Land, da gibt es dauernd bei den Ladenketten die Agebote, dass wenn du 2 kaufst, das 3. umsonst ist, oder 3 fuer Buecher fuer einen bestimmten Preis. Natuerlich sind dann dort immer hauptsaechlich die gaengingsten Buecher dabei und wenn du etwas ganz bestimmtes suchst, dann ist es immer der Listenpreis. Wir haben hier im Land 2 solche Ketten, die in jeder Stadt fast vertreten sind, mit mehreren geschaeften. Die haben dadurch geschafft, die klienen Laeden fast ganz zu liminieren. Auch die Schulbuecher gibt es leider fast nur noch in diesen Ketten. Ich rede damit absolut nicht von Online Geschaeften.

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        • Elvira schreibt:

          Auch hier gibt es einige Ketten, was dem Einzelhandel das Überleben erschwert. Franka schrieb in ihrem gestrigen Beitrag über einen Buchladen in ihrer Gegend, der zum Tante-Emma-Laden wurde, das aber in einer Weise, die davon abhält, diesen Laden als wirklichen Buchladen zu bezeichnen. Auch unser Buchhändler musste sich viel einfallen lassen um zu überleben. Der kleine Kunde reicht dafür heute nicht mehr.
          Liebe Grüße von Elvira

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  4. wildgans schreibt:

    Sehr schön, solche Aktionen machen die Buchläden liebenswert…Es soll sogar Buchhandlungen geben, wo man sich abends einschließen lassen kann…

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    • Elvira schreibt:

      Das habe ich mir immer im Kaufhaus gewünscht. Den Läden bleibt auch nichts anderes übrig. Nur vom „kleinen“ Kunden können sie nicht mehr leben. Mein Buchhändler stieg nun auch im onlinehandel ein, in der Hoffnung auf diese Weise Kunden zu gewinnen.
      Liebe Grüße von Elvira

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  5. Gudrun schreibt:

    Deine Buchhandlung gefällt mir, liebe Elvira. Ich denke, wenn man als Buchhändler gegen die Onlinehändler anstinken will, muss man genau das tun, was die nicht können, den direkten Kontakt suchen. 🙂
    Hermann Hesse hat auch gesagt, dass ein Haus ohne Bücher arm ist. Recht hat er.
    Liebe Grüße von der Gudrun

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    • Elvira schreibt:

      Wie ich weiter oben eben kommentierte, musste mein Buchhändler sich auch einen Onlineshop zulegen. Ohne diesen und einige Großkunden hätte er leider keine Chance gegen die Ketten in der Stadt und die Onlinekraken. Wobei ich denke, dass die Onlinebuchhandlungen ihre Berechtigung haben, denn ohne sie gäbe es sicher einige arme Häuser in den abgelegenen Winkeln unseres oder anderer Länder. Wir haben einfach Glück in Städten zu leben, die uns, nicht nur was Bücher betrifft, so viele Möglichkeiten des Einkaufes in richtigen Läden bietet. Und was die Bücher angeht, ist Leipzig sicherlich nicht zu toppen!
      Liebe Grüße von
      Elvira

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      • Gudrun schreibt:

        Zur Buchmesse ist das „Leipzig liest“ einmalig. Überall sind Veranstaltungen, Lesungen. Es fällt schwer, sich zu entscheiden, was man hören oder lesen möchte. Antiquariate gibt es viele in der Stadt und interessante Buchläden auch. Wie es weiter geht mit den Büchern und dem Buchhandel bleibt abzuwarten. Ich denke, dass sich noch so einiges ändern wird. Und bestimmt gibt es auch eine Menge Gutes.
        Liebe Grüße

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  6. Franka schreibt:

    Das ist aber mal ein wunderbarer kleiner Buchladen. Man spürt das Engagement und die Freude an allem, was du uns darüber berichtest. Ich nehme mal an, dass es im linksrheinischen Köln auch noch so etwas gibt, rechtsrheinisch ist eine ganz andere Bevölkerungsstruktur. Da gibt es kaum etwas. Die Leute kaufen dann wahrscheinlich in der Stadt und da gibt es zentral nur noch eine gewisse Buchkette.
    LG, Franka

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    • Elvira schreibt:

      Mein Glück ist sicherlich auch meine Wohnlage am Rande der Stadt. Hier gibt es keine Filiale einer Buchkette (die konzertieren sich in den einschlägigen Einkaufstempeln). Aber in den relativ nahen Gropiuspassagen hat es eine Buchhandlung (SoSch) geschafft, alleiniges Monopol zu haben. Dieser Laden existiert seit vielleicht drei Jahrzehnten und hat sich vom klitzekleinen Geschäft, in dem kaum drei Kunden Platz hatten, zu einem großen und modernen gemausert. Beide Buchhandlungen brauchen aber dennoch als zweites Standbein das Onlinegeschäft und Großkunden. Darum habe ich absolut nichts gegen den Bucherwerb im Netz – nur gegen bestimmte Onlinekraken reagiere ich allergisch.
      Liebe Grüße von
      Elvira

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  7. minibares schreibt:

    Ich weiß noch, wie es doch ab und zu passierte, dass ich traurig war, wenn ein Buch zu Ende war, weil ich darin lebte, du verstehst?
    Es fiel mir soooo schwer, Abschied zu nehmen.
    Leider lese ich heutzutage recht wenig.

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    • Elvira schreibt:

      Ja, das verstehe ich sehr gut. Manchmal wünschte ich auch, eine Geschichte würde niemals ende, ewig weiter gehen. Natürlich könnte ich sie selber weiterspinnen, aber das ist dann doch ganz etwas anderes.

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