Der Moment

Gestern habe ich mir den Film „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ angesehen. Eine Szene dieses Filmes wird mir in Erinnerung bleiben. Walter findet nach abenteuerlicher Suche endlich den Fotografen Sean O´Connel. Im Himalaya möchte dieser einen Schneeleoparden fotografieren. Er lässt Walter durch die Kamera schauen, die „Geisterkatze“ sieht direkt ins Objektiv. Walter fragt Sean, wann er denn den Auslöser betätigen würde. Sean antwortet, dass er das manchmal nicht tue: „Wenn mir ein Moment gefällt, ich meine, mir, persönlich, dann will ich nicht, dass mich die Kamera irgendwie ablenkt, dann will ich einfach nur darin verweilen.“ Mich hat dieser Satz außerordentlich beeindruckt, und ich habe noch bis tief in die Nacht über ihn nachdenken müssen.

Advertisements
Galerie | Dieser Beitrag wurde unter allerlei abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu Der Moment

  1. Eva schreibt:

    Das Fotografieren schärft den Blick, auch oder gerade für Momente, die dann letztlich nicht für die „fotografische Ewigkeit“ festgehalten werden.
    Liebe Grüße an Dich
    Eva

    Gefällt mir

    • Elvira schreibt:

      Ich habe für mich festgestellt, dass ich manchmal enttäuscht war, wenn ich nach einem wunderbaren Urlaub, gespannt wie ein Flitzebogen, die Fotos aus dem Fotolabor abholte. Die Bilder waren meistens gut, daran lag die Enttäuschung nicht, aber niemand konnte beim Betrachten der Fotos das empfinden, was ich beim Auslösen empfunden habe. Und dann erinnere ich mich heute an Dinge, die ich nicht auf Platte gebannt habe, von denen es keine Fotos gibt, ganz genau.

      Gefällt mir

  2. wildgans schreibt:

    Der Satz des Fotografen ist bedenkenswert, sehr. Und dass er manchmal nicht abdrückt- Wahnsinn, wer macht denn sowas….
    Dieser Blogeintrag gefällt mir außerordentlich, liebe Elvira!

    Gefällt mir

    • Elvira schreibt:

      Es gibt eine Inflation der Fotos. Immer und überall scheint die Welt nur noch über das Display diverser Apparate wahrgenommen zu werden. Ich schließe mich da nicht aus, einige meiner Fotobearbeitungs-Apps machen Spaß und fordern zu immer neuen Ideen auf. Aber das Rad dreht sich manchmal doch rückwärts. Gerade jetzt scheint es mir, als ob viele Menschen aus einem tiefen Schlaf erwachen, sich verwundert die Augen reiben und ihre Welt neu sehen. Und das mit allen Sinnen. Sehen, riechen, fühlen. Kein noch so hoch prämiertes Foto kann das vermitteln. Dieser Fotograf wusste das. Na ja, das ist meine Denke!

      Gefällt mir

  3. Gudrun schreibt:

    Mir hat das Fotografieren geholfen, meine Welt wieder genauer zu betrachten, mich zu freuen an ganz kleinen Dingen. Zu viel war weggebrochen. Das ist auch heute noch so.
    Die Kamera (ich habe keine besondere) habe ich aber nicht immer mit, denn ich muss nicht mein komplettes Leben dokumentieren. Jedes Stück Kuchen z.B, jeden Mist, den ich kaufe … Ob ich im Falle des Fotografen abgedrückt hätte, weiß ich wirklich nicht. Manchmal sind Fotos die einzige Möglichkeit, sich selbst später zu erinnern und auch besondere Momente zu teilen. Aus meinem Kaff komme ich im Moment kaum heraus. Ich sehe mir gerne Fotos von ganz anderen Gegenden an. Sie helfen mir meine Tagträume haben zu können.
    Ein nachdenkenswertes Thema.
    Liebe Grüße von der Gudrun

    Gefällt mir

  4. Franka schreibt:

    Drei Anmerkungen:

    Durch das Fotografieren lernt man tatsächlich, seine Welt viel aufmerksamer zu sehen, die Kleinigkeiten, die schönen Details.

    Fotos sind oft nur ein dürftiges Abbild dessen, was man gesehen hat, denn man hat ja auch mit der Seele gesehen und das kann man eben nicht fotografieren (und das ist auch gut so). Aber sie können als Aufhänger dienen, um das Empfundene wieder abzurufen.

    Manchmal denke ich, man sollte den Alltag öfters festhalten. Wie sah früher meine Küche aus? Wie war das, als wir im Garten Krocket gespielt und so fürchterlich gelacht haben? Aber andererseits muss man tatsächlich nicht jeden Pups fotografieren, sondern selber im Augenblick leben. Das hat wahrscheinlich auch etwas mit ‚Achtsamkeit‘ zu tun.

    Liebe Grüße, Franka

    Gefällt mir

  5. leonieloewin schreibt:

    Mir gefällt der Satz und Dein Blogartikel sehr. Es ist merkwürdig. Gerade letzte Woche habe ich etwas Ähnliches von einem Fotografen gelesen, der sagte, dass er früher ständig und sehr viel fotografiert hätte. Dann merkte er, dass er dabei gar nicht den schönen Augenblick genießen konnte. Er beschloss einige Momente nur auf sich wirken zu lassen – im Kopf statt mit der Kamera zu fotografieren. Auch ich habe lange über diese Äußerungen nachgedacht. Liebe Grüße Leonie

    Gefällt mir

Ich lese gerne Deine Meinung dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s