Mittelalterglas

Am Samstag war ich auf einem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt in Karlshorst. Ich schob einen Kinderwagen und/oder hatte meine fünfjährige Enkelin an der Hand. Es war brechend voll. Für das Mädchen war nur eine Rostbratwurst interessant und die wunderbare mittelalterliche Musik. Frau Holle hat durch das Programm geführt und das Kind konnte sich nur schwer von der Musik trennen. Sie stand direkt an der Bühne und hat das wirklich genossen. Meine beiden anderen Enkelkinder habe ich in dem Gewimmel leider sehr schnell aus den Augen verloren. Irgendwann traf ich sie an der Ritterburg und bei den Ponys wieder. Es gab auf diesem Markt schöne Dinge, obwohl Essen und Trinken auch hier im Mittelpunkt standen. Im Vorübergehen sah ich einen „Mönch“, der ein Glas Rotwein (vielleicht war es aber auch Traubensaft) trank. Dieses Weinglas hat sofort meine Begierde geweckt. Denn es wurde – natürlich ohne Inhalt – zum Kauf angeboten. Viele dieser Gläser standen auf dem Tisch, ach, wie mein Herz hüpfte. Aber ich schob einen Wagen, hatte ein Kind an der Hand, an der Stelle war es besonders eng und außerdem besitze ich genügend schöne Gläser. So wie andere Frauen Schuhe und Taschen sammeln, waren das bei mir immer Gläser. Ich ließ Glas also Glas sein und ging mit der Familie nach Hause. Als wir uns am Abend zur Heimfahrt rüsteten, fasste ich einen Entschluss. Mein Mann musste alleine nach Hause fahren und ich besuchte noch einmal den Markt. Fünf Gläser standen noch auf dem Tisch. Als ich ging, waren es nur noch vier 🙂

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Das Glas ist mit fast schwarzem Metall eingefasst und drei roten „Rubinen“ verziert. Der Verkäufer, ein englischsprechender Mönch, gab mir noch den Tipp, das Metall hin und wieder mit Olivenöl zu polieren, damit es seine volle Schönheit entfalten kann. Mein Rotwein jedenfalls konnte sich prächtig in dem neuen Glas entfalten.

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20 Antworten zu Mittelalterglas

  1. Ulli schreibt:

    das hast du gut gemacht 🙂

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  2. Gudrun schreibt:

    Oh ja, es ist ein schönes Glas. Das hätte ich wahrscheinlich auch erworben, für den Rotwein und auch so. 😀
    Wir stellen uns das Mittelalter immer düster und grau vor. So war es aber nicht. Sogar die Kirchen waren bunt. Im Merseburger Dom hat man einige Räume und Altäre wieder so hergerichtet. Ich war erstaunt.
    Liebe Grüße an dich von der Gudrun, die sich heute mal ausruht, d.h. gar nix macht. (die wird nur längst fällige Mails schreiben.)

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    • Elvira schreibt:

      Das Mittelalter war wirklich nicht nur düster. Wenn ich alleine an die wunderbare Musik denke! Ja, ruhe Dich erst einmal aus und verarbeite alle Eindrücke vom Wochenende! Liebe Grüße schickt Dir
      Elvira

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  3. JM Volckmann schreibt:

    Sehr schön! Das habe ich gar nicht gesehen. Wir waren gestern noch im Kulturhaus Karlshorst beim Indoor Weihnachtsmarkt, der die Erweiterung der Outdoor-Festivität darstellt und durften dort einem tschechischen Mittelalter-Trio lauschen. Beide Kinder, vor allem der Große, waren ganz entzückt.

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    • Elvira schreibt:

      Kinder lieben es, Musik nicht nur zu hören sondern die Musikanten auch mit ihren Instrumenten und Stimmen zu sehen. So verstehen sie auch erst, wie die Musik, die sie aus dem Radio oder ihren CDs hören, entsteht. Und es ist doch auch wirklich spannend, wie viele unterschiedliche Instrumente gemeinsam ein Lied ergeben.

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  4. quiltfru schreibt:

    Was für ein schönes Glas. Da hätte ich auch nicht widerstehen können

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  5. Hallo Elvira 🙂
    Das ist wirklich ein besonders schönes Glas.
    Wenn ich auf dem Flohmarkt etwas sehe, was ich genaugenommen gar nicht brauche, gehe ich erst einmal weiter. Vor der Abfahrt gehe ich noch mal zu dem Stand und wenn es noch da ist, kaufe ich es (ohne schlechtes Gewissen). Denn das Schicksal hat mir das Teil offensichtlich zugedacht. 😀
    Grüßli 🙂

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  6. Hans-Georg schreibt:

    Sehr aussergewöhnlich, aber ein Stück, welches kein Stehrumchen ist, sondern welches auch zu gebrauchen ist. Es hebt sich ab von dem allgemeinen Weihnachtsmarkttrödel, der sonst immer und alljährlich angeboten wird.

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  7. scrooge schreibt:

    Ein schönes Glas, das hätte ich wohl auch nicht stehen lassen können. Vielleicht läuft mir auch noch eins über den Weg. 🙂

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  8. Silberdistel schreibt:

    Ein superhübsches Glas. Da wäre ich auch schwach geworden. Was aber noch viel toller ist, es schreit ja förmlich nach Rotwein, um seine ganze Schönheit zu entfalten 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel, die Dir weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit wünscht

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    • Elvira schreibt:

      Es hüppelt neben meinem Rechner auf seinem einen Bein ziemlich ungeduldig herum. Aber jeden Abend kann ich ihm diesen Genuss leider nicht erfüllen. Aber Mineralwasser schmeckt auch ganz gut daraus 🙂
      Auch für Dich noch eine schöne Adventszeit!

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  9. wildgans schreibt:

    Soso, du magst auch keine Einkaufsbümmelchen mehr…Doch das Herumziehen mit den Enkeln würde ich auch gern dir nachtun- und das Glas ist feinklösterliche Ästhetik, überaus schön!

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  10. Ruthie schreibt:

    Wunderschön! Recht hast Du, dass Du es Dir geholt hast 🙂

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