Lebenslügen

Ich bin gerade am Schreiben eines Artikels, als mir dieser Satz aus den Fingern flutscht:

„Eine gepflegte Gesprächskultur gehörte nicht zu unserem Alltag. Wir hatten einen großen Teppich, unter den wir alles kehren konnten.“

Und plötzlich beginnt dieser Satz ein Eigenleben. Er verlangt danach, aus dem Kontext gerissen zu werden. Mir schwirren Gedanken durch den Kopf. Staubsauger konkurrieren mit Teppichklopfern. Aber die Probleme sind unter dem Teppich. Kehrschaufel? Handfeger? Teppich entsorgen? Wohin werden dann die Krisen gekehrt? Was machen Menschen ohne Teppich? Ein weites Feld öffnet sich vor mir.

Ich glaube, ich gehe jetzt lieber schlafen!

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10 Antworten zu Lebenslügen

  1. terencehorn schreibt:

    Morgen ist auch noch ein Tag.

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  2. Gudrun schreibt:

    Ich habe keinen Teppich. 🙂 Der, den ich gerade knüpfe, wird mich verlassen, wenn er fertig ist.
    Gute Nacht, liebe Elvira.

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  3. vivilacht schreibt:

    ich habe unseren Teppich „entsorgt“ als wir Enkel bekamen. Der Steinboden ist leichter zum Sauberhalten und man faellt dort weniger, als ueber einen Teppich. ABer man kann ja – wenn man bei dir weiterspinnt – alles auch unter einen imaginaeren Teppich kehren, grins

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  4. aquasdemarco schreibt:

    Lebenslügen beinhalten ja immer eine Angst, die Angst sich Themen zu stellen. Die Angst versuchen zu vergessen, sie weg zu schieben macht sie nur größer, irgendwann klappt es nicht mehr und man darf sich dem Thema der Angst stellen.
    Dieses ist am Ende des Prozesses eine Befreiung, eine Befreiung von dem was einen möglicherweise jahrelang ängstigte.
    So ist man einen Schritt weiter😄und hat eine Menge gelernt.
    Als erstes benötigt man ein wenig Mut, oder tiefe Verzweiflung,

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  5. wildgans schreibt:

    Und wenn kein Teppich daist, gibt es schwere Scharrspuren, von ungeheuren Verdrängungsprozessen verursacht, jaja. Oben Klappe halten, unten tobt das Schweigen sich aus.-

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