Greifswalder Oie

Bei strahlendem Sonnenschein habe ich gestern einen Ausflug zur Greifswalder Oie gemacht. Von Penemünde aus schipperte ich 90 Minuten über die Ostsee. Die Insel ist absolutes Naturschutzgebiet. Dass es diesem wunderschönen Eiland heute wieder gut geht, ist dem Verein Jordsand zu verdanken, der es 1993 in seine Obhut übernahm. Nach der Wende verließ die Volksmarine, die bis dahin dort stationiert war, die Insel. In der Folge wurde Oie von bis zu 600 Menschen täglich heimgesucht. Darunter litten ganz besonders Flora und Fauna. Aber auch sämtliche Gebäude wurden durch Vandalismus zerstört. Der Mann, der uns einen Vortrag über die Geschichte der Insel und über die Arbeit seines Vereins hielt, berichtete unter anderem auch, dass sich in einem Gebäude ein Pony häuslich niedergelassen hatte. Als einer der ersten Mitarbeiter das Haus betrat, kam ihm jenes Pony auf der Treppe zum ersten Stock entgegen. Heute besteht die Aufgabe des Vereins überwiegend darin, tausende von Zugvögeln während ihres Herbst- und Frühjahrzuges zu beringen. Hierbei handelt es sich aber nicht um Gänse oder Kraniche, sondern um kleine Vögel wie z.B. das Rotkehlchen.

Ich wäre gerne länger als zwei Stunden auf der Insel geblieben. Es war nicht nur absolut still – bis auf Vogelgezwitscher und die Brandung der Ostsee war überhaupt nichts zu hören – es roch auch wunderbar nach Wald, Bärlauch, Erde und See. Allerdings könnte ein längerer Aufenthalt ein kleines Problem mit sich bringen, es gibt nämlich keine Toilette! Als ich das Schiff wieder erreichte, tippelte ich doch von einem Fuß auf den anderen und konnte es kaum erwarten, an Bord gelassen zu werden.

Heutzutage werden keine Menschenmassen mehr auf die Insel gelassen, was ihr sehr gut tut. Da der Verein sich überwiegend aus Spendengeldern finanziert, ist er aber auf Besucher angewiesen. Ich vermute allerding, dass sich die Menschen, die sich die Insel ansehen, auch großes Interesse daran haben, dieses Kleinod zu beschützen und sich dementsprechend verhalten. Solltet ihr einmal Usedom besuchen, kann ich euch einen Abstecher zur Greifswalder Oie sehr ans Herz legen. Natur pur wie man sie nur noch selten findet.

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Eigentlich ist das ein Halstuch. Da die Sonne sehr kräftig schien und ich keine Kopfbedeckung dabei hatte, musste es als Turban herhalten
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Insel in Sicht

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14 Antworten zu Greifswalder Oie

  1. Ulli schreibt:

    Liebe Elvira, ich habe mich heute Morgen schon gewundert über den Namen und die Insel, die ich nicht kenne, obwohl ich ja schon öfters in HGW war und auch auf Usedom … gut, ist sie ein Geheimtipp und nicht für Jedermann- in der Bretagne konnten wir ja ebenfalls sehen, was mit Orten geschieht, die von Jedermann betreten, zertrampelt und „missbraucht“ werden- immer wieder schade!
    Nun wundere ich mich nur noch, dass du dich nicht hinter einen Baum oder Strauch gehockt hast 😉 – weiterhin dir eine gute Zeit, die sich nach tatsächlicher Erholung anhört!?

    herzliche Grüsse
    Ulli

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    • Ulli schreibt:

      jetzt habe ich noch bei Wiki nachgelesen, spannend, wenn ich das nächste Mal in der Nähe bin, werde ich sie besuchen, magst du mir noch verraten was der „Eintritt“ kostet?

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      • Elvira schreibt:

        Wir haben 25€ für die Schiffstour bezahlt. Wer wollte, konnte noch etwas auf der Insel spenden.

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        • Ulli schreibt:

          Das kann ja sogar ich mir leisten! ich habe deswegen gefragt, weil wir gerne von Quiberon aus auf die Belle Ille wollten, aber diese Überfahrt kostete 150 € mit Auto, ohne für zwei Personen 100 €- während die Fahrt zu einer nicht viel näher gelegenen Insel 9 € p.P. kostete- ich verstand die Welt nicht mehr, schüttelte den Kopf und verzichtete. Später habe ich mir überlegt, dass über Preise auch der Publikumsverkehr geregelt werden kann, nur noch schade, dass dann immer die Reichen können und wir eben nicht-

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    • Elvira schreibt:

      Na, ja, man sollte die Wege nicht verlassen wegen der vielen brütenden Vögel. Außerdem waren die meisten Wege, die durch den Urwald führten, sehr schlecht zu überschauen. Ich wollte ungern von einem anderen Insulaner in Hockstellung überrascht werden.

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  2. Hans-Georg schreibt:

    Muss ja ziemlich windig gewesen sein: Die Brille sitzt schief und der Horizont auf dem 2. Foto ist auch schief.
    *hihi*

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  3. Elvira schreibt:

    Oh, ja, es hat sehr geschaukelt. Außerdem hatte ich auf dem Schiff auch noch ein Lübzer getrunken, was sich als fataler Fehler erwies – ich erinnere nur an die fehlende Erleichterungsmöglichkeit auf der Insel 😖

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  4. perlengazelle schreibt:

    Das erinnert mich an die Insel Vilm, vor Rügen gelegen. Ein Naturparadies, in dem nichts gegärtnert wird, alles dem natürlichen Verlauf der Natur überlassen. Und nur wenigen mit Führung wird der Zutritt gestattet. Auch ein wunderschönes Fleckchen.
    Wenn ich jemals nach Usedom kommen sollte, was ich gern täte, ist die Greifswalder Oie als Tip notiert. Dir weiterhin noch viele kleine und größere Highlights!

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    • Elvira schreibt:

      Auch hier wird nur minimal in die Natur eingegriffen. Der Begriff Urwald trifft daher absolut zu. Gestern nieselte es den ganzen Tag und ich habe einen Ausflug in sehr tropische Gefilde unternommen. Der Regenwald liegt nur 30 Gehminuten entfernt und heißt Schmetterlingsfarm. Ich war gut zwei Stunden dort, habe aber mit meiner Kamera fotografiert, nachdem das Objektiv sich irgendwann den Verhältnissen angepasst hatte und ich nicht fortwährend die beschlagene Linse putzen musste. Zwe, drei Fotos habe ich mit dem iPhone gemacht, aber so besonders beeindruckend sind sie nicht.

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  5. Ingrid schreibt:

    In diese Gegend will ich unbedingt auch noch. Hab‘ eine schöne Zeit,
    Ingrid

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  6. Frau Momo schreibt:

    Ich liebe diese Ecke und ich hoffe, das wir es in meinem Urlaub noch mal nach Greifswald schaffen, liebe Freunde besuchen

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