Enten füttern verboten

Als meine älteste Enkeltochter noch sehr jung war, so um zwei Jahre herum, lebte sie mit ihren Eltern direkt gegenüber vom Volkspark Friedrichshain. Jeden zweiten Freitag habe ich sie von der Kita aus dem Wedding abgeholt und habe bei Wind und Wetter einen mal längeren, mal kürzeren Abstecher in den Park gemacht. Es gibt dort nicht nur die Weltfriedensglocke und den wunderbaren Märchenbrunnen, sondern auch einen großen Teich. Wo ein Teich ist, leben auch Enten. Und alle Kinder, wirklich alle, wollen Enten füttern. Manchmal glaube ich, dass dieser Wunsch  in ihren Genen fest verankert ist. Meine Enkeltochter wollte auch füttern. Aber ich wusste natürlich, dass das für das ökologische Gleichgewicht des Wassers und auch für die Vögel schädlich ist. Außerdem ist auch die Mama absolut dagegen. Wie erkläre ich das dem Kind, das immer ruft: Oma, auch füddern? Also habe ich alle Augen zugedrückt und mein Gewissen abgeschaltet. Im Kitarucksack fand ich neben Obst und Gemüse auch etwas Zwieback. Den habe ich in sehr kleine Stücke gebrochen und meine Enkeltochter hat mit lautem Juchzen nicht nur das Entenvolk gefüttert. Eine Schar Spatzen bekam auch etliche Krümel ab.

Was für Enten gilt, betrifft alle Vögel und Wildtiere. Ja, das weiß ich! Und dennoch. Ich wollte Möwen fotografieren. Fliegende Möwen. Im Wasser watende und auf Molen oder Fahnenmasten sitzende habe ich schon ausreichend geknipst. Nun gab es am Strand von Trassenheide mehr Krähen als Möwen. Also habe ich einige Tage morgens Brötchen vom Vortag an den Strand mitgenommen und Krähen gefüttert. Sehr schnell verbreitete sich die Nachricht auch unter den wenigen Möwen. Sie flogen über mir und warteten darauf, dass ich ihnen Krumen zuwarf. Ich hatte mein iPhone griffbereit in der Hand und drückte  auf den Auslöser, während ich mit der anderen Hand weiter Brötchenbrocken in die Luft warf. Mit dem Fotoapparat hätte ich das einhändig nicht hinbekommen.

So, nun ist aber wieder Schluss mit Vogelfütterei jedweder Art. Davon ausgenommen ist natürlich das Füttern im Winter. Artgerecht werden dann Sämereien und Nüsse im Vogelhäuschen auf meinem Balkon serviert. Aber das ist ja noch lange hin! Jetzt ist die Versorgung mit Wasser viel wichtiger.

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