Quellwolke

Wie

Als sie so in ihrem Büro saß, auf den Monitor schaute und das nächste Meeting vorbereiten sollte, konnte sie sich nicht konzentrieren. Sie hatte das Gefühl, als wäre die Pause mehr gewesen als ein Moment der Spinnerei. Natürlich wusste sie, was eine Datenwolke ist. Wie peinlich wäre es, würden ihre Kollegen oder Vorgesetzten nur ahnen, was manchmal in ihrem Kopf ablief. Sie konnte das nicht stoppen. Und sie wollte das auch nicht. Wahrscheinlich war das der Grund, warum sie nicht am Tisch in der Chefetage saß. Es war ihr egal. Die Kollegen und Kolleginnen, die diese Etage erklommen hatten, Stufe für Stufe, hatten ein Privileg verloren. Den Genuss einer Pause, während der sie im Gras liegen und ihren wirren Gedanken freien Lauf lassen konnten. Nur fiel es ihr heute schwer, die Erinnerungen an ihre alte Heimat aus ihrem Kopf zu verbannen. Statt die Grafiken zu laden, loggte sie sich in ihre eigene Wolke ein und öffnete die Datei mit den uralten gescannten Fotos. Der Geruch war sofort da. Sie spürte die reine Bergluft in ihren Lungen und die Sonnenstrahlen im Gesicht. Wie gut, dass sie sich die Mühe gemacht hatte, die Fotos zu scannen und in die Wolke zu schicken. Mit einem Lächeln schloss sie die Datei und bereitete pfeifend die Unterlagen für die Chefetage vor.

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