Tod und Blumen

Enkel (6,4 Jahre): “ Weinst du, wenn Opa stirbt?“ Ich: „Ja!“ Enkel: „Wie lange denn?“ Ich: „Bis ich nicht mehr traurig bin.“ Enkel: „Das wird dann aber wohl ziemlich lange dauern.“ Ich: „Ja, das glaube ich auch.“ Enkel: „Zur Beerdigung komme ich aber nicht mit!“

Der Uropa ist vor ein paar Tagen gestorben und der Tod nimmt gerade viel Platz in den Gedanken meines Enkelsohnes ein. Nach diesem Gespräch waren wir im Garten und haben mit der kleinen Schwester und der Mama Blumen gepflanzt. Anschließend Verstecken und ein Gesellschaftsspiel gespielt. Der Tod war für heute kein Thema mehr.

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10 Antworten zu Tod und Blumen

  1. Ulli schreibt:

    Liebe Elvira, war dein Enkelsohn mit auf der Beerdigung, sodass er nun nicht mehr auf eine andere will?
    Ich mag die Fragen und deine Antworten!
    liebe Grüsse, Ulli

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    • Elvira schreibt:

      Die Beerdigung findet Ende April statt. Und nein, er wird nicht dabei sein. Seine Eltern möchten das nicht. Ich bin da anderer Meinung. Eine Beerdigung ist so etwas wie ein Abschluss mit dem irdischen Leben. Egal woran man glaubt, ist das ein Endpunkt. Wir haben unsere Kinder zu den Begräbnissen ihrer Großeltern mitgenommen. Allerdings waren sie da auch älter als unser Enkelsohn. Dieser sagte zu seinen Eltern, dass er für seinen Uropa einen neuen Körper basteln würde.

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      • Ulli schreibt:

        Ich wurde als Kleine von allen Beerdigungen ferngehalten, ob es der Vater, der Opa oder die Oma gewesen ist und ich finde es bis heute unerträglich, dass ich mich nicht verabschieden, nicht wirklich trauern durfte…
        dein Enkelsohn rührt mich!
        Liebe Grüsse
        Ulli

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  2. wildgans schreibt:

    Die Kinder machen sich darüber SEHR viele Gedanken. Gut so!
    Auch gut, wie du damit umgehst!

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe am Freitag viel über den Tod nachdenken müssen. Nach vier Stunden Reanimationstraining war ich selber dem Tod nahe. Und mir fiel ein Gedicht von Heine ein, die Babylonischen Sorgen und deren Schluss: In meinem Hirn rumort es und knackt, ich glaube, da wird ein Koffer gepackt. Und mein Verstand reist ab, oh wehe, noch früher als ich selber gehe.

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  3. Eva schreibt:

    Du hast – wie ich finde – gute Antworten gefunden. Jeder hat so seine eigene Art mit dem Tod umzugehen, schwierig mit Kindern den Weg zu finden, der sie ihre Trauer leben lässt, aber auch nicht überfordert.

    Unser Jüngste hatte ich im Alter von vier Jahren nicht zur Beerdigung der heißgeliebten Tante mitgenommen, bin aber unmittelbar im Anschluss mit ihr mit Blumen zum frischen Grab, damit auch sie Abschied nehmen konnte. Mir war es wichtig, Zeit für sie, ihre Traurigkeit und ihre Fragen zu haben, das wäre inmitten einer großen Trauergemeinde nicht so „unbefangen“ möglich gewesen.
    Lieben Gruß
    Eva

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  4. Gudrun schreibt:

    Seit einigen Tagen denke ich schon über das/dein Thema nach, vor allem, wie man den eigenen Willen formulieren sollte. Ich persönlich möchte in aller Stille, am liebsten irgendwo in der Natur beigesetzt werden. Ich möchte keinen Schmuck, keinen Trauerredner und anderes. Ich möchte nicht, dass man sich in schwarzen Kleidern um das versammelt, was von mir übrig geblieben ist. Vor allem meine jüngste Tochter sieht das anders. Letztendlich werde ich nichts mehr dazu zu sagen haben, aber mir gefällt die übliche Trauerkultur einfach nicht. Wie ich es lösen kann, weiß ich nicht. Noch nicht.

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  5. Elvira schreibt:

    Meine Mutter hatte ihren Willen genau formuliert. Sie wollte anonym bestattet werden, was ich natürlich respektiert habe. Ich hätte gerne eine kleine, persönliche Grabstätte bevorzugt, die ich immer wieder neu mit den Lieblingsblumen meiner Mutter hätte bepflanzen können. Viel Aufwand wäre das nicht geworden, zumal der Friedhof nur fünf Gehminuten entfernt ist.

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    • Gudrun schreibt:

      So möchte ich das auch. Meine Kinder sind jetzt schon ganz weit weg. Um ein Grab könnte sich niemand kümmern. Aber Blumen pflanzen kann man fast überall und ich liebe alle Blumensorten. 🙂
      Das Hauptargument meiner Tochte ist, dass sie einen Ort zum Trauern braucht. Sie kommt aber dazu nicht nach Leipzig. Aber die Heide mit dem Heidekraut tut es vielleicht ja auch. Ich werde nochmal versuchen, zu reden. Über das Thema möchte nur keiner so Recht etwas hören.

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      • Elvira schreibt:

        Das mit dem Platz zum Trauern habe ich auch so empfunden. Natürlich kann ich das auch zu Hause. Wenn ich das Bild meiner Mutter ansehe oder einfach an sie denke. Dennoch wäre so eine Grabstelle irgendwie ein besonderer Ort. Einer, zu dem ich ganz bewusst gehe und mir Zeit nehme.

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