Wackelkontakt im Tierpark Berlin

Am Freitag, meinem letzten Urlaubstag, war ich im Tierpark Berlin. Ich wollte mir ansehen, ob der neue Direktor des Berliner Zoss und des Tierparks wirklich  solche Wunder vollbracht hat, wie es allerorts gesagt und geschrieben wird. Dem alten Direktor schien der Tierpark mehr oder weniger am Allerwertesten vorbeizugehen. Auch von Tierquälerei und frauenfeindlicher Personalmobberei war die Rede. Und ja, der Tierpark hat sich sehr zum Positiven verändert. Viele Kleinigkeiten runden das Bild ab. So etwa wurden viele der niedrigen Zäune, die eher Stolperfallen waren, durch Totholzhecken ersetzt. Andere Absperrungen sind ebenfalls durch Holzmaterialien ersetzt worden. Die Ausschilderungen sind neu und übersichtlich. Für die Kinder gibt es neue Spielplätze. Einen großen Wasserspielplatz und viele kleine Plätze, die halb versteckt hinter Bäumen und Sträuchern zu finden sind. Die beiden Restaurants wurden grunderneuert und mit modernen Möbeln ausgestattet. Für Gemütlichkeit sorgen viele bunte Kissen. Das Restaurant hat nun auch in der Essensausgabe nicht mehr den Flair (und Geruch) einer Großkantine. Das Unternehmen Marché zeigt sich für Speis und Trank verantwortlich. Keine Frage, dass das Angebot und die Aufmachung keine Wünsche offen lassen. Endlich gibt es auch äußerst gepflegte Toiletten! Weiterhin positiv hervorzuheben sind die kommentierten Tierfütterungen. Ich habe immerhin gelernt, dass der älteste Pinguin auf der Anlage eine 25jährige Humboldtpinguindame ist. Und dann ist das derzeitige Highlight die Ausstellung afrikanischer Bildhauerkunst. Über den ganzen Park verstreut finden sich die Statuen verschiedener Künstler aus Simbabwe, die zum Teil auch gekauft werden können. Und das Beste: Frau/Mann darf in Kursen (hier ein Video) selber Hand anlegen.

Nun, da es mir am Freitag so gut gefiel, bin ich am Sonntag mit meiner Kamera noch einmal in den Tierpark gefahren. Ich wollte die Statuen noch einmal fotografieren. besonders hatten es mir aber die Vögel der Flugschau (hier ein Video) angetan. Mit meinem Smartphone bekam ich keine guten Nahaufnahmen hin. Zuerst wollte ich im Alfred-Brehm-Haus die Flughunde und einige der bunten Vögel fotografieren. Auf dem Weg dorthin lief mir aber schon das eine und andere Motiv über den Weg. Nach 27 Fotos zeigte meine Kamera an, dass der interne Speicher voll ist. Ich verstand das nicht, denn ich war mir sicher, dass ich die Speicherkarte beim letzten Mal gelöscht hatte. Alle Versuche, die Speicherkarte zu aktivieren, scheiterten. Ich habe also das kleine Emailformat gewählt, damit ich überhaupt noch knipsen konnte und mich natürlich geärgert. Zu Hause funktionierte die Karte übrigens, nachdem ich sie mehrere Male aus der Kamera heraus- und wieder hineingesteckt habe. Ich vermute einen Wackelkontakt. Tja, da ist dann wohl ein weiterer Besuch fällig.

Hier eine Auswahl der Bildhauerarbeiten:

Und hier mein kurzer, persönlicher Eindruck:

Ich traf die Falknerin mit ihrem auszubildenden Kollegen (diese Stellen hat Herr Knieriem, der Direktor, neu geschaffen) bei einem Rundgang mit zwei sechs Wochen jungen Turmfalken auf dem Arm. Beide Vögel ließen sich ohne Scheu (keine Menschenaufzucht!) fotografieren, während ich den beiden einige Fragen stellen konnte. Sie erzählten mir, dass besonders ältere TierparkbesucherInnen den Neuerungen gegenüber negativ eingestellt sind. Der große Anteil der Besucher hingegen begrüßt die Initiativen von Herrn Knieriem sehr.
So, das war ein langer Text! Definitiv mehr als 500 Wörter. Seis drum!

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9 Antworten zu Wackelkontakt im Tierpark Berlin

  1. Hans-Georg schreibt:

    Das war immer so und so soll das bleiben und nun kennen wir uns gar nicht mehr aus! So ist das doch oft mit älteren Menschen.

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  2. wildgans schreibt:

    Feine Kulturreportage. So muss ich dort nicht mehr hin. Wenn ich in deiner Stadt leben würde, ginge ich öfter hin…
    Gruß von Sonja

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    • Elvira schreibt:

      Diese kleinen Ideen am Rande, so wie: Bauarbeiter nicht füttern, an einem Bauzaun. Oder die begehbaren Bücher auf dem Fabelweltspielplatz. Das Kaninchengehe wie im Auenland anzulegen und es Bilbos Hoppelhütte zu nennen. All diese vielen Kleinigkeiten auf diesem riesigen Gelände machen den Reiz aus. Es gibt sogar eine Grabstätte mit Gräbern aus dem vorletzten Jahrhundert für die Familie Treskow, an derer nach ihnen benannten Straße der Tierpark liegt. Fein eingebettet auf einer Lichtung zwischen Bäumen. Ja, ein lohnenswertes Ausflugsziel. Auch wenn noch nicht alle Tiere ein optimales Drumherum haben. Mir tun immer wieder die Vögel leid, die nicht ausgiebig fliegen können. Auch wenn ich weiß, dass sich Adler in der freien Natur nur deshalb so lange in hohen Gefilden treiben lassen, weil sie auf Nahrungssuche sind. Und die wunderbaren Geier meistens auch nur rumhocken und auf die nächste Leiche warten.

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    • Hans-Georg schreibt:

      Begeistert scheinst du nicht zu sein „…So muss ich dort nicht mehr hin …“ Es ist schon ein großer Unterschied, ob ich etwas life erleben, sehen, vielleicht erfühlen kann, als nur Bilder zu betrachten. Machst du das mit deinen Reisezielen auch so: Du siehst eine Fernsehreportage und denkst dann: Ach schön da, aber nun hab ich das ja gesehen, jetzt kann ich das Geld sparen und muss da nicht mehr hin.
      Gerade Fotoserien oder Reportagen sind für mich ein Anreiz, Orte persönlich in Augenschein nehmen zu wollen.

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      • wildgans schreibt:

        Nein, lieber Hans-Georg, ich mache das nicht so! Über meine Reisegewohnheiten zu sprechen, wäre ein zu langes Ding jetzt, mir geht`s aber gut damit und ich habe schon viel auf der Welt gesehen, bin sozusagen abgeklärt und liebe meinen einsamen Bauernhof im grünen, grünen Tal in meiner Heimat, dem Siegerland…
        Reisegrüße zu Dir

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  3. Ulli schreibt:

    Es ist lange her, dass ich einmal im Tierpark gewesen bin, damals fand ich die Enge bedrückend und fand somit auch die Haltung mancher Großtiere mehr als bedenkenswert- nun bin ich sowieso nicht so ein großer Fan von Zoos, aber wenn schon, dann wenigstens mit Platz und artgerecht. So, wie du es beschreibst geht es jetzt in die richtige Richtung und das freut mich ganz besonders für die Tiere.
    Afrikanische Bildhauer sah ich auch einmal im Berliner Botanischen Garten, zwei dieser Bilder haben noch immer bei mir bis zum Umzug gehangen, nun sind sie in einer Mappe! Auch hier sehe ich wirklich schöne Arbeiten. Sind sie auch aus Speckstein?
    Danke dir, dass du uns mitgenommen, und mehr als 500 Wörter geschrieben hast 😉
    herzlichste Grüße an dich
    Ulli

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    • Elvira schreibt:

      Im Tierpark ist es nicht eng. Er ist völlig anders als der Zoo. Die Gehege sind sehr groß und die Tiere haben wirklich sehr viel Auslauf. Mein, Speckstein ist das nicht. Ich müsste noch einmal nachlesen, welche Gesteinsart das ist. Auf der Homepage des Tierparks gibt es eine ausführliche Beschreibung.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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