Putzen für ein langes und glückliches Leben

Ihr habt richtig gelesen! Wer putzt und seinen Haushalt ordentlich hält, fühlt sich glücklich, ist gesünder und lebt länger. So jedenfalls habe ich es vor ein paar Tagen in einer Zeitung gelesen. Allerdings habe ich vergessen, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat (mir fallen da einige Institutionen ein). Das würde auch erklären, warum Frauen länger leben. Denn Putzen ist immer noch eindeutig Frauensache. Ich erinnere mich an weniger als eine Handvoll Werbung, in der ein Mann die Böden wischt, das Klo reinigt oder Wäsche aufhängt und bügelt. Mit den richtigen Produkten ist das ja auch keine richtige Arbeit mehr. Ein paar Sprühstöße in die Wanne, das Klo oder auf den Boden und schon kommt der Glanz fast von allein. Kinderleicht! Apropos Kinder, da fällt mir eine Begebenheit ein, die sich vor fast drei Jahrzehnten zutrug. Meine Schwiegermutter war zu Besuch, als sie miterleben musste, wie ich meinem pubertierenden Sohn einen Lappen in die Hand drückte und ihn aufforderte, den Urin, den er stehenderweise nicht nur in das Toilettenbecken, sondern auch großzügig drumherum verteilte, wegzuwischen. Ich musste mir eine wahre Litanei über das Mutter- und Frausein anhören.  Nun gehörte sie, obwohl in anderen Dingen sehr fortschrittlich, bei diesem Thema einer Generation an, in der Männer mit einem Putzlappen exotische Exemplare waren. Und heute? Meines Erachtens hat sich das zwar etwas gebessert, aber nicht richtig geändert. Meine Söhne putzen ebensoviel wie ihre Frauen. Sie haben die Arbeiten nach Beliebtheitsgrad aufgeteilt. Dinge, die beide nicht mögen, werden abwechselnd abgearbeitet. Eine Sohnfamilie hat für die groben Putzaktionen eine Hilfe eingestellt, was ihnen mehr Zeit für die Kinder und den Garten lässt. Die Mehrheit der Männer aber putzt nur gelegentlich. Manche stellen sich einfach dumm an, was auch eine Art von Intelligenz ist. Es gibt auch Putzlappenallergiker. Ich kenne einen. Besonders feuchte Lappen sind eine Horrorvision für ihn. Nun frage ich mich, ob wir Frauen mit einem besonderen Putzgen geboren werden oder einfach immer noch so dumm sind, diese Angelegenheit als gottgegeben hinzunehmen. Darum empfehle ich Müttern dringend, ihren Söhnen mehr Verantwortung zu übertragen  (Pinkeln im Sitzen dürfte mittlerweile hoffentlich jedes männliche Wesen praktizieren). Nur für den Müll zuständig zu sein, ist eindeutig zu wenig! Vielleicht werden die Männer dann auch glücklicher und leben länger. Wäre doch Stoff für eine neue Studie.

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4 Antworten zu Putzen für ein langes und glückliches Leben

  1. vivilacht schreibt:

    Mein Mann gehoert zu den „NIchtputzern“. Ausser es muss sein. Dafuer macht er aber vieles anderes. Mein Sohn ist damit aufgewachsen, dass er auch putzen „darf“. Er kocht auch und raeumt auf. Macht einiges daheim. Sie teilen sich die Arbeit immer gut ein, damit es niemanden zuviel wird. Die Kinder helfen mit, wo sie schon koennen.

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  2. Hans-Georg schreibt:

    Heute, wo doch in den meisten Fällen die Frauen mitarbeiten, hat sich doch vieles zum Positiven verändert – glaube ich jedenfalls.
    Da ich ja nun seit fast 3 Jahren Rentier bin, mein Mann aber noch ein paar Jahre zu arbeiten hat, ist es ganz klar, dass ich haushalte, inklusive Putzen und Einkaufen. Allerdings ist mein Mann für die Wäsche zuständig, inklusive das Bügeln von Hemden. Er hat sich da extra ein Hightechbügelbrett und -bügeleisen bestellt.

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  3. wildgans schreibt:

    In einer offenen, von Kreativität strotzenden Villa Kunterbunt konnte man noch nie vom Fußboden essen 🙂

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  4. christahartwig schreibt:

    Erst jetzt fällt mir auf, dass ich über das Thema Putzen sehr lange nichts mehr gelesen habe. Das könnte aber daran liegen, dass ich fast nie Frauenzeitschriften lese – und wo sonst würde der Hausputz thematisiert? Ich selbst putze lieber Fenster als den Rest der Wohnung, weil man es länger sieht, und backe lieber Kuchen als zu kochen, weil ein Kuchen nicht ganz so schnell aufgegessen wird und nur Krümel statt schmieriger Soßenreste auf den Tellern hinterlässt. Generell bevorzuge ich Arbeiten, an deren Ende so etwas wie ein Werk steht. Andererseits würde ich die These, dass Putzen glücklich macht, sofort unterschreiben. Ich bin immer sehr glücklich und zufrieden mit mir, wenn ich es geschafft habe, die Wohnung von vorn bis hinten zu putzen – jedenfalls bis mir einfällt, dass Putzen eine Sisyphusarbeit ist.

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