Kiezbücher

Vor fast 30 Jahren sind meine Freundin und ich, unabhängig voneinander, nach Rudow gezogen. Gestern trafen wir uns zu einer Wanderung durch unseren alten Kiez. In den Teil Neuköllns, der einmal unser Zuhause war, möchten wir nicht mehr zurück. Aber nur wenige hundert Meter weiter, so entlang des Kanals Richtung Kreuzberg und besonders auf der anderen Seite des Kottbusser Damms, dem Graefekiez, sieht das ganz anders aus. Sicherlich hatten auch das Sommerwetter, das üppige Grün der phantasievollen Bepflanzung am Straßenrand und die unzähligen Kneipen und Cafés mit internationalen Angeboten ihren Anteil daran, dass wir uns sauwohl fühlten. Ein Hauch der alternativen  Lebensweise unserer jungen Jahre war zu spüren. Ganz besonders als wir unsere alte Kirche besuchten. Die Martin-Luther-Gemeinde war schon immer besonders aufgeschlossen, weltoffen und tolerant. Es wunderte uns nicht, dass es in der Kirche jetzt einen Fairtrade-Laden und ein Café gibt. Unsere Kinder besuchten dort den Miniclub und sicherlich haben diese Jahre Anteil an ihrer Entwicklung gehabt. Auf dem Rückweg haben wir noch die Verwendung von alten Büchern bewundert. Die Installation mit den Schreibmaschinen stand vor einem Antiquariat, die Bücherbank vor einer Buchhandlung. Und selbst alte Fahrradrahmen und -helme müssen nicht gleich entsorgt werden (natürlich vor einem Radladen).

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6 Antworten zu Kiezbücher

  1. aquasdemarco schreibt:

    Gefällt, habe meiner Tochter über 20 Manga Comics aus Wien mitgebracht, öffentlicher Bücherschrank

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  2. quiltfru schreibt:

    Die se Bücheridee fand ich schon immer supertoll. Würde gern auch so etwas machen, aber hier kommen einfach keine Leute vorbei. In manchen Gegenden der Innenstadt würde sich das anbieten. Dein alter Kiez sieht heimelig aus. nicht krawallig. Liebe Grüße Birgitt

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    • Elvira schreibt:

      Diese Bücher sind nicht zum Mitnehmen. Sie wurden quasi weiter verarbeitet. Öffentliche Bücherschränke in verschiedenen Formen gibt es aber auch. Krawallig sieht es hier wirklich nicht aus. Manchmal trennen nur einige hundert Meter die heimeligen Ecken von den verwahrlosten.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  3. Oma Schlafmuetze schreibt:

    Die Bücherinstallationen und erst recht die Bank finde ich schon klasse, aber der Fahradrahmen ist absolut phantasielos und sieht billig entsorgt aus. Da könnte man mehr draus machen.
    Ist eine feine Sache in Erinnerungen zu schwelgen 😉
    Liebe Grüße

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