Wehe, wenn sie losgelassen

Ich habe nicht zuviel getrunken und auch keine anderen halluzinogenen Substanzen zu mir genommen. Das möchte ich hier einmal vorwegschicken. Aber ich habe letztens etwas gelesen und ganz tief in mir erwachte eine Erinnerung. Ich ließ sie zu und dachte mir, was solls, probier es eben mal wieder. Es klappt noch nicht so wie früher, aber ihr könnt mir glauben, es macht tierischen Spaß. Nur Kontrolettis dürften Probleme bekommen!

die garderobe der geschichte hat einen haken der an eine nase erinnert, ich weiß nur nicht an wessen, vielleicht an einen minister, aber der hatte große ohren, ohren wie  segel. über den windbeutel streicht der wind den puderzucker zu dünen und die segelohren stehen steif in der brise. vielleicht rufen sie nach hilfe und niemand hört sie in dem sturm der sich unter der sahne zu einem orkan entwickelt. durch den gehörgang zieht der sturm seine fettige bahn und schlägt laut die trommel zum takt des galoppierenden pulses. rauschende bäche ergießen sich in strömen in das erziehungskonzept. nichts fettes, nicht vergangenes, geschichte ist geschichte, und  fett setzt sich an den hüften fest. festgeklebt am stuhl der macht halten sich die ohren die ohren zu. der wind aber bläst weiter die sahne zu steifen bergen. glitschig und matschig ziehen würmer ihre bahnen schadenfreudig durch gebirgiges weiß. zerfetzen die segel und jubilieren. macht ist geil und fett und süß. schmeckt zuckerig und wiegt schwer. nasenrücken tanzen tango mit den ohren auf hoher see. schmatzend schlecken zungen an der sahne, knabbern zähne am gebäck. besudelte opfer ersticken an machthungriger geilheit. die garderobiere lacht sich ins fäustchen und steckt sich die ohren ins linke nasenloch.

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4 Antworten zu Wehe, wenn sie losgelassen

  1. Gudrun schreibt:

    Und wenn ich das nicht mag, bin ich dann ein Kontroletti? Zack! Stempel weg?
    In meiner Sturm-und-Drang-Zeit hatte ich einen Aufsatz so geschrieben und fand mich toll. Die Quittung was in Orthographie eine satte Fünf. (In der DDR ging es nicht weiter)
    Schreiben können ist so etwas Schönes und wenn es Spaß macht, darf es auch Außergewöhnlich sein. So kann sich Sprache auch entwickeln, wenn sie nicht in einem starren Korsett steckt.
    Und nun lass ich dir einen lieben Gruß da.

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    • Elvira schreibt:

      Danke! Ich hatte vor Jahren mal an einem Projekt automatisches Schreiben teilgenommen. Das war eine gute Vorübung für das anschließende „richtige Schreiben“.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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      • Gudrun schreibt:

        Das ist interessant. Bei mir hätte das wahrscheinlich nicht funktioniert. Was mein Gehirn einmal gemacht hat, lässt es nicht gleich wieder los. Stur ist das, stur wie ein Ziegenbock.
        Ich vergaß zu sagen, dass ich deine Worte gerne gelesen habe. Ein großer Wortreichtum ist da zu lesen. (Ich bin sehr froh, dass du wieder hier schreibst.)

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