Schreien

Ich bin des Winters Leidenschaftslosigkeit so leid. Dieses graue Allerweltsgesicht. Nicht mal weiße Haare. Nur aschgraues Gehängsel und triefende Nase. Überall Horrornachrichten. Die Schreie der verbrennenden Tiere verfolgen mich. Krefeld, Australien. 30 oder Hunderte Millionen. Alle schreien sie. Zum Himmel schreiend. Ich träume von ihnen. Erwache schweißgebadet. Will keine Nachrichten mehr hören. Feuer, Kriege. Und lese sie doch. Himmelslaternenverkäufer, die in Gedenken an die 30 verbrannten Affen damit werben, dass jeder 30 Himmelslaternen steigen lassen soll. Gehts noch? Ein Premierminister, dem die Kohle wichtiger ist als Menschen und Tiere. Ein Präsident, der einen Krieg in Kauf nimmt. Ihn provoziert. Halbgare Schüler, die aus Lust oder Frust Türen ihrer Schule eintreten (eben gehört von einer Lehrerin). Ich bin es so leid! Eigentlich wollte ich etwas lustigeres schreiben. Über Leidenschaft. Und bin doch beim Leid hängengeblieben.

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5 Antworten zu Schreien

  1. wildgans schreibt:

    Damals, diese Urschreiseminare…wem hat es geholfen, wem hilft Schreien…der Mensch kommt schreiend auf die Welt, es ist ein Urding…jetzt scheint kurz die Sonne. Sonne scheint auf unglaublichste Dinge und Geschehnisse…

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  2. Ulli schreibt:

    Ich weiß warum ich mich immer wieder den Nachrichten gegenüber verschließe. Seelenhygiene geht anders!
    Mitfühlende Grüße
    Ulli

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  3. quiltfru schreibt:

    Ich kann Dich so gut verstehen. Ich kann auch verstehen, wenn jemand keine Lust mehr hat Nachrichten zu hören, aber ich finde es für mich falsch.Die Augen verschließen ist falsch. Auf die Straße gehen wäre richtiger. Was dagegen tun. Wählen gehen, spenden, h, elfen. umweltbewußter leben, keine Waren mehr aus bestimmten Ländern, von bestimmten Firmen mehr kaufen, Petitionen unterschreiben. Es gibt so viel, was man als Otto-Normalverbraucher machen kann. Ja, dieses ewige Grau geht mir auch auf die Nerven. Aber man kann es nicht ändern, wenn man es denn könnte würden ein paar Idioten auch darüber noch Krieg führen.
    Sieh es mal so: Du hast Kinder und Enkelkinder, die Dich lieben. Du hast einen Mann. Du bist leidlich gesund. Geh doch mal in ein Rehakrankenhaus, wenn Du das Leiden dort siehst, dann denkst Du von Deinem Leiden nur: peanuts. So halte ich mich über Wasser. LG Birgitt

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    • Elvira schreibt:

      All das mache ich ja. Und dann werden die selben Politiker wieder gewählt. Als Teilnehmerin der Umweltdemo, auf der ich in Berlin mit Sohn und zwei Enkelkindern war und voller Euphorie ob der großen Teilnehmerzahl darüber twitterte, musste ich mich übelst beschimpfen lassen. Und ja, in meiner Arbeit sah und sehe ich großes Leiden. Aber dennoch….
      Liebe Grüßen schickt Elvira

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