Der Schirm und die Poesie

Ich erzählte euch letztens von dem Tag mit meinem Enkel. Auch davon, dass ich keine Fotos meiner Enkel im Internet zeige. Das hat viele Gründe. Persönlichkeitsrecht ist einer davon. Sonja fragte, was es noch mal mit dem Schirm auf sich hat. Natürlich hätte ich das Gesicht meines Enkels verfälschen können und den Schirm im Bild weiter oben positionieren können. Aber das wollte ich nicht. Es sollte weitestgehend der Realität entsprechen. Tja, warum ein Schirm? Er bot sich zum Thema Kind behüten einfach an. Und mir fiel ein Spruch ein, den wir unseren Kindern in ihre Poesialben geschrieben haben. Ich habe wirklich intensiv im Netz gesucht, ihn aber nicht gefunden. Sinngemäß geht es darum, dass wir unsere Kinder nicht vor jedem Unheil schützen können. Wir können ihnen aber immer einen Schirm zum Unterstellen anbieten. Sollte einer von euch den ganzen Spruch kennen, bitte Bescheid geben. Natürlich könnte ich auch meine Kinder fragen, aber ich vermute, dass sie nicht wissen, wo ihr Poesialbum ist. Sicherlich liegt es in irgendeinem Karton im Keller oder auf dem Dachboden. Vielleicht existiert es auch nicht mehr. Habt ihr noch die Alben uns eurer Kindheit? Ich meine die echten, die mit den handgeschriebenen Sprüchen und eingeklebten Oblaten, nicht die heute gängigen vorgefertigten. Mein Poesiealbum ist schon sehr alt. Als ich fünf Jahre jung war, schenkten es mir meine norwegischen Pflegeeltern. Wenn ich es heute durchblättere, kann ich mich noch sehr genau an die Familie erinnern, auch an die Nachbarskinder. Meinen Lehrer sehe ich ebenfalls vor mir, aber nicht die Gesichter meiner Mitschüler. Was ist wohl aus ihnen geworden? Welche Wege sind sie gegangen? Sie haben meine nie wieder gekreuzt.

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3 Antworten zu Der Schirm und die Poesie

  1. quiltfru schreibt:

    Ja, das waren noch Zeiten…..Birgitt

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  2. Gudrun schreibt:

    So ein Büchlein hatte ich nie, aber die Frage, was aus den Mitschülern geworden ist, treibt wohl viele um. Neulich fragte mich eine Mitschülerin und Freundin von damals, ob ich die Gudrun aus Dingsda bin? Ja, ich war es. Sie hatte mich über das Netz gefunden.
    Herzliche Grüße an dich.

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  3. Oma Schlafmuetze schreibt:

    Jetzt ist der Kommentar futsch … komisch.

    Ja, ich habe mein Poesiealbum noch. Bin ja Sammler und könnte solche persönlichen Dinge gar nicht wegwerfen. Eine gute Idee, das Album im Blog zu zeigen (die ich dir leider klauen muss, wenn du nichts dagegen hast) . Bin gespannt, wer sein Poesiealbum noch vorweisen kann.
    Grüßli 🙂

    Gefällt 1 Person

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