Etüde 21/22 2020 Nr.3

Für Christianes Etüdenprojekt mit der Wortspende von Kopf und Gestalt „Zeitplan, schlimm, fallen“ habe ich noch einen Beitrag aus meinem analogen Leben. Bitteschön und Danke!

Geduldsprobe 

Einen Zeitplan muss ich mir nicht mehr machen. Das fand ich am Anfang nicht weiter schlimm. Ich schlawenzelte sozusagen in meinen neuen Lebensabschnitt. Kein Wecker klingelte mehr. Keine Rückenschmerzen nach dem langen Sitzen auf dem Schreibtischstuhl. Keine Konflikte mehr. Nur noch stundenweise Bezahlarbeit. Dafür jede Menge Zeit für Museen – zum Renteneintritt schenkte die Familie mir eine Jahreskarte. Eine weitere für den Tierpark. Ohne Zeitdruck, wann ich immer wollte, konnte ich mir meinen Fotoapparat schnappen und machen, was ich am liebsten mache. Dann kam dieses fiese Virus und fesselte mich mehr oder weniger ans Haus. Lesen, Musik hören internetten, alles gut und schön. Aber etwas fehlte. Ich brauchte Beschäftigung und bestellte ein Puzzle. 2000 Teile, „Die Hochzeit zu Kana“ von Veronese. Und siehe da, die Teile flogen nicht quer durchs Zimmer. Ich habe doch noch Geduld. Konzentration und Sehschärfe werden trainiert. Auch wenn ich manchmal denke, dass ganz sicher ein Teil fehlt, wenn ich es sich einfach nicht finden lassen will. Und dann fallen sie mir plötzlich ins Auge, diese Teile, die das Puzzle wachsen lassen. Gerade beginne ich ein neues. Irgendwie bin ich auf den Geschmack gekommen.

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5 Antworten zu Etüde 21/22 2020 Nr.3

  1. Christiane schreibt:

    2000 Teile – puh, dafür braucht man auch erst mal Sitzfleisch und einen großen Tisch. Und keinen Fellträger, der gern mitspielt 😉
    Es kommt auch viel auf einen selbst an, wie man mit Krisen umgeht. Man kann irgendwas, das eh nicht toll ist, locker immer noch schlimmer machen … 😉
    Ein gutes Vorwärtskommen!
    Liebe Grüße
    Christiane 🙂

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    • Elvira schreibt:

      Genau so ist es! Ich puzzel immer mal zwischendurch. Als wir noch Kater und Hund hatten, wäre das nicht gegangen. Der Kater hätte damit gespielt und der Hund jedes Teil gefressenen, das runtergefallen wäre. Vielleicht hätte er auch wieder hergegeben, aber dann wäre es nicht mehr einsetzbar gewesen. Karlchen war so ein Schlingel. Er fehlt uns sehr!
      Liebe Grüße zurück,
      Elvira

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  2. Pingback: Schreibeinladung für die Textwoche 23.20 | Extraetüden | Irgendwas ist immer

  3. quiltfru schreibt:

    Mein Schwiegersohn hat auch gerade mal wieder eines fertig.Wir wissen nicht, von wem es gemalt ist. Du vielleicht? Es war jetzt das Letzte aus unserem Bestand. Ich habe ihm gesagt, er solle sich ein neues Puzzle bestellen, denn es enspannt ihn wunderbar. Ich kann das Gejammer der Leute nicht verstehen. Er macht auch ganztags homeoffice, aber für die Kinder ist er überhaupt nicht da. Die wissen genau, dass er arbeiten muss und respektieren das. Es gilt halt doch die alte Regel: Wie man sie sich zieht, so hat man sie eben. Vielleicht fällt jetzt ja mancher Mutter/Vater mal auf, wie schrecklich schlecht erzogen ihre Kinder eigentlich sind. Schöne Pfingesten noch. Birgitt

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe dir eine Mail geschickt! Über Google Lens konnte ich es Puzzlemotiv finden.
      Das mit der Erziehung kann ich nur bestätigen! Was haben wir doch für ein Glück!
      Liebe Grüße,
      Elvira

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