Das Glück im Kleinen finden

Gestern  bin ich schon um neun Uhr durch den hier schon mehrfach vorgestellten Landschaftspark Rudow-Altglienicke gelaufen. Eigentlich wollte ich um diese Zeit bei einem Arzt sein, der von 9-10 Uhr für Akutpatienten öffnet. Mein Mann setzte mich zehn vor neun dort ab. Zurück wollte ich durch den Park laufen und hatte dafür meinen Fotoapparat mitgenommen. Nun bestätigte sich wieder einmal der Spruch: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!“. Ich hatte im Netz übersehen, dass diese Praxis donnerstags erst am Nachmittag öffnet. So machte ich mich auf den Rückweg. Der Park beginnt so ziemlich genau auf der anderen Straßenseite. Kaum ein Mensch war so früh unterwegs. Ein paar Hundeausführer, zwei, drei Jogger, ein Vater mit seinen beiden Kindern. Sonst nur Natur, Kühe, Pferde, Wasserbüffel und eben dieses „Kleine“. Ich hatte unbegrenzt Zeit und schlenderte die Wege entlang. Die Wasserbüffel dösten am Wasserrand, alle Enten schliefen,  Gänse, Möwen und das Schwanenpaar waren nicht zu sehen oder zu hören. Wo vor Wochen Schwan und Blesshühner noch schwimmen und tauchen konnten, ist kein Wasser mehr da. Große Flächen sind verlandet, obwohl es hier in den letzten Tagen reichlich Regen gab. Diese Wasserfläche ist nicht natürlichen Ursprungs, sie wurde geschaffen. So wird wohl, sollte der Wasserspiegel weiter sinken, Wasser wohl „nachgefüllt“ werden. Ich werde das beobachten. Beobachtet habe ich auch viele kleine Lebewesen, die sich in Blüten und auf Blättern tummelten. Es ist schwer zu beschreiben, aber diese Beobachtungen und das Fotografieren  der kleinen Wesen beschert mir Glücksgefühle. Es ist so ähnlich wie in Kindertagen auf einer Wiese zu liegen und die Wolken zu beobachten. Flüchtige Momente des Friedens, der Zufriedenheit. Natürlich würde ich gerne verreisen, in die Berge oder an einen Waldrand, würde gerne über weites Land sehen, aber das ging schon vor Corona nicht. Vielleicht sehe ich jetzt mehr? Weil ich anders sehe?


Die Fassaden der Hochhäuser wurden zum Teil bemalt. Die Motive passen sich gut der Umgebung an.


Vom Park aus gesehen:

Blick über den Park:

Und hier ein paar Fotos meiner kleinen Glücksmomente:

Nahaufnahme des Gesichts einer Ziege im ProfilRosa HeckenrosenblüteNahaufnahme zweier GetreideährenEine schwarze KatzeDurch Raupenfrass durchlöchertes LaubFliege in Großaufnahme auf einem grünen BlattWeiße HeckenrosenblüteNahaufnahme einer Florfliege in weißer HeckenrosenblüteKäfer an einem Grashalm Käfer auf einem BlattKleines Insekt in einer BlüteVertrocknete Frucht einer HeckenroseZwei rote Johannisbeeren Zwei rote MohnblütenWassertropfen auf einem BlattWassertropfen unter einer BlüteVierpunkt-Ameisenblattkäfer

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5 Antworten zu Das Glück im Kleinen finden

  1. wildgans schreibt:

    Dass es so was Schönes in Stadtnähe gibt…
    Die Hagebutten, so prall und lassen schon Herbstliches ahnen…
    Danke für die kleine Reportage! Wobei das mit den Wasserverhältnissen doch nachdenklich stimmt!
    Gruß von Sonja

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    • Elvira schreibt:

      Das Wasser ging relativ schnell zurück. Es war spannend, als dieses Stück Natur geschaffen wurde (Ausgleich zum Autobahnbau gleich dahinter), denn das Wasser musste ja erst zu einem Wasser werden, auf und in dem sich Tiere wohlfühlen. Wenn ich jetzt so sehe, was sich hier an Wasservögeln tummelt, scheint es gelungen.

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  2. Gudrun schreibt:

    Das sind richtig schöne Fotos. Ich wäre gerne mit dir mitgegangen.
    Komisch, manche Menschen wohnen weit weg von mir und sind mir doch sehr vertraut. Deine Karte ist mit mir ümgezogen. Das Salz gibt es zum ersten Brot. Ein bisschen dauert es noch, weil der Herd noch nicht angeschlossen ist.
    Grüße aus der Leipziger Dürre.

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    • Elvira schreibt:

      Hier hat es in den letzten Tagen zwar geregnet, aber gegen die Dürre hier und in Brandenburg ist das absolut bedeutungslos. Dieses Jahr würde ich gerne resetten !!
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  3. quiltfru schreibt:

    Für den Teil Deutschlands wäre eine Entsalzungsanlage vielleicht keine schlechte Idee. Damit könnte man den wachsenden Meeresspiegel vielleicht in Schach halten und die Felder bewässern. Langfristig müssen sich die Wissenschaftler mal überlegen, wie man das Wasser, das an einem Ort viel zu reichlich anfällt, an die Orte bringt, wo nichts mehr ist. Statt Ölpipelines vielleicht Wasserpipelines? Bei uns regnet es schon wieder. Der Natur tut es gut. Schöne Woche und weiter so hübsche Spaziergänge! Birgitt

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