Alltag eben

Irgendwie scheint es so, dass viele Menschen gerade einen Anfall von Ordnungswut bekommen. Jedenfalls habe ich das jetzt schon öfter gelesen. Was soll ich sagen? Ich bin auch betroffen. Im Laufe vieler Jahre hat sich ein Sammelsurium an Vorrats- und Aufbewahrungsbehältern angesammelt. Die passten nie zusammen, ließen sich nicht stapeln, waren unpraktisch.  Mitte der Pandemie habe ich das Brotbacken wieder neu für mich entdeckt. Mein Mann schenkte mir ein tolles Brotbackbuch und plötzlich waren diverse Mehlsorten und Körner und Flocken unterzubringen. Da wir schon einmal Mehlmotten bekämpfen mussten, wollte ich angefangene Tüten nicht so im Schrank aufbewahren und suchte nach einem vernünftigen System. Das war auch schnell gefunden. Allerdings stellte sich heraus, dass in eine 1,6l-Box nicht 1kg Mehl passt, wie in der Beschreibung  angegeben. Aber das war nicht so schlimm, habe ich die Mehle eben aufgeteilt. Meine Kinder nennen mich jetzt übrigens Monk.

Apropos Kinder! Der Osterhase wird in diesem Jahr wieder die Geschenke per Post verteilen und wir werden dann hoffentlich am Monitor der Sucherei beiwohnen dürfen. Nächste Woche gehen die Kleinigkeiten (große Geschenke gibt es bei uns nie!) auf die innerstädtische Reise.

Gestern hatte ich meinen Vorsorgetermin beim Zahnarzt. Ich habe noch alle meine Zähne, inclusive der vier Weisheitszähne, und alles ist o.k.. Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich gleich in die Buchhandlung „leselieber“ http://www.leselieber.de/ gehen musste, die sich gleich nebenan befindet. Eigentlich wollte ich nur Karten kaufen, denn dort gibt es besonders ausgefallene für jeden Anlass. Auf dem Weg zur Kasse kam ich an ein Regal mit Magazinen vorbei und da schaute mich Rembrandt an und ich hörte eine Stimme, die in meinem Kopf flüsterte: „Nimm mich mit, lass mich nicht hier stehen, nimm mich mit….“. Was soll ich sagen? Ich konnte nicht widerstehen.

Natürlich könnte ich alle Informationen im Netz finden. Aber das Tolle an solchen Magazinen oder dem Brotbackbuch ist ja, dass ich Informationen bekomme, nach denen ich nie gesucht hätte.

Als ich den Titel „Alttag eben“ wählte, dachte ich, dass das ein coronafreier Text werden würde. Aber letztlich haben zwei der drei Begebenheiten mit Corona zu tun. Auch wenn ich versuche, mein Denken nicht durch dieses Virus bestimmen zu lassen, hat das Leben andere Pläne. Die Oma und ein Onkel meiner Schwiegertochter liegen beatmet auf der Intensivstation. Am Sonntag wird mein Mann geimpft. Ich muss noch warten. Worauf wir beide uns am meisten freuen? Endlich wieder unbeschwert unsere Kinder und Enkel sehen zu dürfen. Alltag eben!

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6 Antworten zu Alltag eben

  1. Klausbernd schreibt:

    Liebe Elvira,
    wir haben wie du unseren Ordnungstrieb entdeckt und backen auch wieder unser Brot selber. Aber wir haben größte Hochachtung, so fein ordentlich haben wir unser Mehl nicht abgepackt. Wir sind beeindruckt. Und das kennen wir auch, wir gehen in eine Buchhandlung um z.B. ein Magazin zu kaufen und kommen heraus mit mindestens einem Buch.
    Danke für diese Post. Wir wünschen dir ein wunderschönes Wochenende
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂
    Absolut bewundernswürdig dass du noch alle deine Zähne hast. Gratulation!

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    • Elvira schreibt:

      Fast alle Zähne benötigten im Laufe der Jahrzehnte eine Behandlung, lassen mich aber in Ruhe. Einzig ein Weisheitszahn macht Probleme. Er ist plombiert, aber die Plombe hielt nach der ersten Behandlung nicht gut. Sollte sie noch einmal herausfallen, versucht der Zahnarzt es mit einem anderen Material. Zähne ziehen die Ärzte nämlich gar nicht gerne.
      Auch euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

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  2. wildgans schreibt:

    Ein schöner Beitrag, außer der Geschichte mit den Mehlmotten. Die hatten wir auch schon, und man kann sie sich immer wieder unwissentlich in den Haushalt holen. Du machst es voll richtig!
    Das mit der Buchhandlung verstehe ich so, so gut!
    Gruß von Sonja

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  3. Gudrun schreibt:

    Ich finde es gut, dass du dir in der Buchhandlung etwas gegönnt hast. Das muss einfach ab und zu sein. Und interessant zu lesen und zu schauen ist es garantiert. Gut geschrieben hast du den Beitrag. Es gefällt mir.
    Mehle und Offenes sperre ich auch weg. So ordentlich wie deiner ist mein Küchenschrank allerdings nicht.
    Grüße von der Gudrun, die sich heute garantiert wieder an den Rechner hockt.

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  4. quiltfru schreibt:

    Nachdem ich auch schon mal Ungeziefer in meinen Vorräten hatte, habe ich sie auch in Vorratsbehältern untergebracht. Das sind Klarsichtpötte von III Rotho, da kann man prima von oben hineinschauen und nachsehen, ob der Vorrat „lebt“. Der kann dann, Gott sei Dank, nicht raus und gleich entsorgt werden. Seeeehr praktisch. Dass man von Corona redet, ist doch ganz normal, nimmt es doch inzwischen den ganzen Tagesablauf ein. Da kann man sich noch so sehr sträuben.
    Alles Liebe und viel Freude an den Büchern. Ich habe gerade einen Krimscher von Marc Giradelli, dem ehemaligen schweizer Skirennläufer, am Wickel. Der schreibt gar nicht so schlecht. Jedenfalls lenkt es ab. Birgitt

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