TV und quer denken

Der Fernseher meines Mannes gab seinen Geist bereits nach knapp drei Jahren auf. Mein Mann wechselte nur von DVBT auf Kabel, versuchte die Sender in eine Favoritenreihenfolge zu bringen und das war es dann. Das Gerät blieb beim Bayerischen Rundfunk stehen, schaltete sich aus, wieder ein, aus, ein…. Die Fernbedienung und der Fernseher kommunizierten auch nicht mehr miteinander. Stecker raus, warten, das Spiel begann erneut. Die Batterien in der Fernbedienung waren frisch, auch daran konnte es nicht liegen. Der Philips war kein teures Gerät, ein 24 Zoll kleiner Bildschirm, smart war es auch nicht. Also musste ein neuer TV her. Wir fuhren nach Schönefeld zu einem der größeren Elektromärkte. Parkplatz direkt vor der Tür – was für einen schwerbehinderten Menschen wichtig ist -, da Inzidenz unter 100 war auch kein click&meet notwendig. Weder Negativtest noch unsere Impfausweise waren gefragt. Alles fast wie früher. Einzig unseren Namen und eine Telefonnummer mussten wir hinterlegen. Das war das einzig Zeitraubende, denn die Frau, die unseren Namen erfragte, hatte mit allergrößter Wahrscheinlichkeit das allererste Mal Kontakt mit einer Tastatur. Jeder einzelne der neun Buchstaben unseres Namens wurde mühsam gesucht. Wir waren sehr geduldig, aber ob das andere Kunden wohl auch waren? Mein Mann wollte gerne wieder einen Philips, da er sich mit der Handhabung gut auskannte. Nach einer guten Beratung entschieden wir uns dann für einen smarten 32 Zoll LG. Und wie jetzt üblich, gab es natürlich kein Handbuch. Auch im Netz fand ich nur sehr spärliche Beschreibungen. Die externe Festplatte für Aufnahmen wurde auch nicht erkannt. Ich musste sie erst am Rechner formatieren, wobei natürlich alle Aufnahmen gelöscht wurden. Ich habe ja keine großen Berührungsängste was neue Technik betrifft und die Funktionsweise des Fernsehers schnell kapiert. Zeitaufwendig war allerdings die Sortierung der über 300 Sender. Da mein Mann fast ausschließlich nur die Öffentlich Rechtlichen sieht, waren diese zwar schnell gefunden und sortiert, aber das Programm sprang nach jeder Sortierung wieder auf die erste Stelle zurück. Nach den dritten Programmen suchte wir dann noch die privaten Sender ohne HD, da wir für dieses Format kein unnötiges Geld ausgeben wollen. Nun funktioniert alles einwandfrei. Der TV sendet, hat ein gutes Bild, einen guten Klang, nimmt auf und gibt wieder. Macht also alles, was er soll. Allerdings musste mein Mann in seinem Zimmer die Regale umbauen, damit das größere Gerät mehr Platz hat. Diese Aktion konnte er gut nutzen, um mal wieder aufzuräumen und auszumisten. Und damit komme ich zum quer denken. Vor Jahren hatte er von den Kindern diese Box geschenkt bekommen. In ihr sind 100 Karten mit Fragen, die durch um die Ecke denken gelöst werden sollen. Mein Mann hat die Box noch nie angerührt und ich wusste nicht mehr, dass wir so etwas überhaupt haben. Nun werde ich also doch noch zu eine Art Querdenker werden, denn ich liebe dieses um die Ecke denken. Leidenschaftlich gerne habe ich die Rätsel im ZeitMagazin gelöst, die es auch online gab. Leider muss man dafür jetzt auch bezahlen, also war damit irgendwann Schluss. Dann eben jetzt die Kartenrätsel. Und so ein klitzekleines bisschen regt sich der Wunsch, ins Wohnzimmer vielleicht doch wieder ein Fernsehgerät zu stellen. Obwohl sich das eher nicht lohnt, denn ich würde sehr selten live TV sehen, da ich alles streame. Das wäre natürlich auch auf einem Smartfernseher möglich, aber mich stört so ein großes Gerät irgendwie. Ich denke, mein iPad Pro reicht dafür völlig aus. Da ich mit Kopfhörern sehe, ist auch der Klang einwandfrei.

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2 Antworten zu TV und quer denken

  1. Klausbernd schreibt:

    Liebe Elvira,
    oh dear, dass mit dem TV hätte uns ja fuchsteufelswild werden lassen. Wir haben keinen TV, da wir eher lesen oder z.B. die Nachrichten auf unserem Computer sehen.
    An diese Rätsel im ZeitMagazin können wir uns auch noch gut erinnern, so etwas lieben wir. Einer unserer leider verstorbenen Freunden war Prof. für Logik in Cambridge. Bei Dinnereinladungen unterhielt er uns oft mit solchen Rätseln, die wir nur selten lösen konnten. Schon in Mesopotamien und im alten Ägypten waren Rätsel beliebt und sind uns überliefert.
    Alles gute, bleib gesund
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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  2. quiltfru schreibt:

    Was für eine tolle Kiste. Das würde mir auch Spass machen. Birgitt

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