Kettenbriefe

Ich halte mich für einen Menschen, der Kettenbriefe sehr schnell erkennt und die Kette unterbricht. Gestern hat es mich aber doch erwischt. Allerdings nur halb. Aber von vorne. Ich wollte gerade zur Physiotherapie starten, als ein guter Freund mir eine Nachricht schickte. Wir kommunizieren normalerweise über Threema, aber diese Nachrichten kam über WhatsApp. Es hieß darin, dass der Messenger über Nacht eine Einstellung in seinen Datenschutzbestimmungen geändert hätte, so dass jetzt jeder jeden irgendwelchen Gruppen hinzufügen könne und man so leichter Opfer von Spams u.ä. werden könne. Man solle in den Einstellungen die Option Datenschutz anklicken und dort das Häkchen wieder auf „Meine Kontakte“ setzen. Also habe ich schnell noch nachgesehen, da die Datenschutzrichtlinien ja wirklich geändert wurden, und tatsächlich waren alle Häkchen vor „Jeder“ gesetzt. Da das also stimmte, habe ich die Nachricht an alle Leute weitergeleitet, die nur WhatsApp als Messenger benutzen. Das sind, leider, immer noch sehr viele meiner Bekannten. Auch Informationen über unser Praxisgeschehen bekomme ich ausschließlich über die betreffende Gruppe. Erst als ich von der Physiotherapie wieder nach Hause kam, habe ich mich mit dieser Nachricht ausführlich beschäftigt und im Netz auf den bekannten Seiten recherchiert, die Fakes und auch solche Kettenbriefe aufdecken. Mittlerweile hatte sich nämlich auch jemand bedankt und mich Kettenbriefopfer genannt. Aber damit stand ich nicht alleine da, sogar das Morgenmagazin der ARD hätte davon berichtet und die Sache als Fakt dargestellt. Die Wahrheit ist, dass diese Einstellungen im Datenschutz von WhatsApp natürlich nicht heimlich über Nacht bei allen Nutzern geändert wurden (geht so etwas überhaupt?), sondern dass diese Häkchen von Hause aus so gesetzt werden. Kaum jemand, ich schließe mich da ein, schaut in die Datenschutzbestimmungen rein und passt die Optionen seinen Vorstellungen an.

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5 Antworten zu Kettenbriefe

  1. quiltfru schreibt:

    Also mein Mann war einer der Letzten, der sich WhatsApp runtergeladen hat und er ist sich sicher, dass er das Häkchen nicht bei „jeder“ gemacht hat. Und meines hat mein Schwiegersohn eingerichtet und von dem kann ich mir ein solches Verhalten auch nicht vorstellen. Der ist ein Sicherheitsfreak. Mal sehen, was sich her Zuckerberg noch einfallen läßt. Ich habe seine Bestimmungen nicht unterschrieben, benutze einen anderen Messenger , habe aber WA noch drauf.Zum Beobachten. Schöne Pfingsten, Birgitt

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  2. Kain Schreiber schreibt:

    ich bin so froh, dass ich diesen Quatsch damals sofort wieder von meinem Handy entfernt habe!

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    • Elvira schreibt:

      Leider bekomme ich alle Infos über unsere Arbeit und der Sportgruppe ausschließlich über die entsprechenden WhatsApp Gruppen. In der Praxisgruppe bin ich auch erst wieder seit Pandemiebeginn. Am Anfang arbeiteten wir in zwei Teams von je 2 Ärzten und vier MFAs im täglichen Wechsel (damit nicht die ganze Praxis geschlossen werden muss, falls ein Team in Quarantäne müsste. Das jeweils andere Team wurde über den Gruppenchat über alle Änderungen informiert. Jetzt arbeitet die Praxis zwar wieder im Vor-Corona-Modus, unter Einhaltung aller Hygienevorschriften natürlich, aber immer noch gibt es fast täglich wichtige Informationen, über die die alle Bescheid wissen müssen. Leider lässt sich niemand auf einen anderen, sichereren Messenger ein. Denn das Problem daran ist, dass das ein unendlicher Kreislauf an Kontakten ist.

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      • Kain Schreiber schreibt:

        meine kollegen haben auch eine WA-Gruppe. Nein. zwei. eine für „Spaß“ – der in meinen augen selten einer ist – und eine für die Arbeit.
        Mir vollkommen wumpe.
        wenn die was von mir wollen, müssen sie mir eine sms schreiben und du wirst es nicht glauben;) , spätestens, wenn sie eine vertretung für irgendetwas brauchen, geht das ohne umschweife.

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