Tschilp, Tschilp

Nachdem die Vögel, bis auf unser Ringeltaubenpärchen, das Winterfutter ignoriert hatten, überraschte uns vor einigen Wochen eine Schwanzmeise mit ihrem Besuch (s.weiter unten). Zunächst zupfte sie einzelne Fasern der Futterglocke ab, die sie wahrscheinlich für den Nestbau benötigte. Dann entdeckte sie das Futter und erzählte es wohl auch der Nachbarschaft. Kohlmeisen und Spatzen sorgten dafür, dass Körner und Fett ruckzuck aufgefuttert waren. Ich habe immer wieder gehört, dass eine Ganzjahresfütterung empfohlen wird und habe im Netz recherchiert. Tatsächlich wird das von den bekannten Naturschutzverbänden bestätigt. Also besorgte ich Sommerfutter. Da wir nur einen Balkon besitzen, musste es etwas sein, das ich aufhängen kann. Unsere alten Rankgitter boten sich da an. Mein Mann hatte sich eine Sukkulente in einem Plastiktopf gekauft, der wiederum in einem Übertopf aus einem Naturmaterial steckte. Da er seine Kakteen und Sukkulenten in Körbe umsetzt, habe ich den Plastiktopf aus dem Übertopf gepuhlt, ein Loch hineingebohrt und den Netzschlauch mit dem Futter da durchgezogen. So ist das Futter vor Regen geschützt und ich konnte das Teil gut aufhängen. Es dauerte nur zwei Tage bis sich das Angebot bei Familie Spatz herumgesprochen hat. Herr Spatz hat keine guten Tischmanieren. Er weiß nicht, dass man beim Essen nicht sprechen soll. Ihn muss ich gar nicht sehen, ich höre ihn immer, wenn er an der Reihe ist. Dann sitzt er auf dem Gitter, tschilpt laut, frisst ein Körnchen, tschilpt erneut, putzt seinen Schnabel, frisst, tschilpt usw. Frau Spatz hingegen gibt keinen Laut von sich. Ich bin gespannt, ob sie irgendwann ihre Jungen mitbringen. Noch müssen diese ja mit Insekten versorgt werden.
Wenn wir auf dem Balkon sitzen, trauen sich die ansonsten doch so mutigen Vögel nicht an das Futter heran. Sie fliegen zwar darauf zu, drehen aber ab, sobald sie uns wahrnehmen. Wie anders verhalten sich da ihre Verwandten in Ausflugslokalen. Die kommen glatt auf den Tisch geflogen und stibitzen Kuchenkrümel direkt vom Teller.

Meisen kommen leider nicht mehr an diesen Futterschlauch. Auf der anderen Seite des Balkons hängt ein Meisenknödel. Dort lässt sich ab und zu eine Kohlmeisen sehen.
Sohn und Schwiegertochter füttern auch während des ganzen Jahres. Da sie einen großen Garten mit Baumbestand besitzen, hängen in den Ästen diverse Angebote. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie viele Vögel dort zu Gast sind.

Dieser Beitrag wurde unter allerlei abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

13 Antworten zu Tschilp, Tschilp

  1. wildgans schreibt:

    Bin auch eine von den Ganzjahresfütterbefürworterin. Vorhin ist ein kostbares kleines Meischen gegen unsere Scheibe geflogen und leider nicht mehr von ihrem Schrecken genesen 😦

    Gefällt mir

    • Elvira schreibt:

      Das tut mir leid. Vor einigen Jahren flog eine Taube gegen unsere Balkontür. Bei ihr war es wohl wirklich nur ein Schreck, denn sie rappelte sich schnell wieder auf und flog weg. An der Scheine allerdings war ihr Aufprall gut zu erkennen. Kein Blut oder so, das GsD nicht, aber das Fett der Federn hat einen genauen Abdruck des Flügels hinterlassen. Den Tod einer Meise haben wir vor über 20 Jahren bedauert, als unser Kater einen kleinen Vogel auf dem Balkon fing und uns stolz brachte. Es sollte das einzige Geschenk dieser Art bleiben.

      Gefällt mir

  2. Hans-Georg schreibt:

    Wir wohnen fast mitten im Wald. Um uns herum spenden große Bäume Schatten. Unsere Untermieter, die Blaumeisen, finden für ihren Nachwuchs genügend Nahrung. Wenn wir auf der Terrasse sitzen, hören wir ganz viele Vögelarten im Grün. Der Tisch ist reich gedeckt für alle. Die Vogeltränke wird aber gern angenommen, zum Trinken und zum Baden.

    Gefällt 1 Person

  3. Klausbernd schreibt:

    Liebe Elvira,
    toller Tipp mit dem Übertopf aus Naturmaterial und dem Natz darin.
    Wir meinen gelesen zu haben, das Wichtigste sei die Vogeltränke im Sommer. Wir können das bestätigen, dort hocken bei uns die meisten Vögel, wohl auch weil an unserer Küste fast alles offene Wasser Salzwasser oder brakiges Wasser ist.
    Wir wünschen ein wunderbares Wochenende
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

    Gefällt 1 Person

  4. Hallo Elvira,
    ja, es wirklich zu schön, diesem frühlings- und sommerhaften Vogeltreiben am Futterhaus zuzusehen :-).
    Auch wir füttern -seit diesem Jahr – auch im Sommer . Wir sind baff erstaunt, wie viel dort los ist – wesentlich mehr noch als im Winter. Einfach zu schön… Direkt nebenan haben wir eine Vogeltränke – diese Kombination scheint ihnen sehr zu gefallen, denn auch die Vogeltränke wird gerne besucht, hauptsächlich jedoch von den Spatzen, die auch die Hauptgäste an der Futterstelle sind. Es kommen auch Amseln, Tauben, Grünfink, Eichhörnchen, einfach zauberhaft, daher weden wir das nun mit der Ganzjahresfütterung beibehalten.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Freude mit der Vogelschar, Birthe

    Gefällt 1 Person

  5. quiltfru schreibt:

    Wir füttern schon seit 2 Jahren durchgehend. Die Pieper dürfen bei uns futtern und sollen mal manche anderen Insekten einfach links liegen lassen. z.Zt füttern wir auch noch Mehlwürmer. Ein teures Vergnügen, aber Pieper und und Igel danken es uns. Die Igel beobachten wir jetzt mit einer Kamera. Zu putzig. Konnten wir uns leisten, da es ja sonst nix auszugeben gab. Ich habe hier meinen Fensterplatz, dort habe ich meinen PC, den Photoapparat auf Stativ und meine Werkelsachen. Ich habe also immer Kino.Aber Deine Beschreibung von Herrn und Frau Spatz ist goldig. Normal ist es doch umgekehrt, oder? Ein schönes Wochenende, Birgitt

    Gefällt 1 Person

    • Elvira schreibt:

      Ich beobachte die Vögel vom Sofa durch meine Pflanzen auf der Fensterbank. Fotografieren kann ich sie von hier aus schlecht, da noch ein Gazefenster vor der Scheibe ist. Die Spatzenfotos sind mir nur, mit viel Geduld, stehend an dem Fenster gelungen, das nicht geöffnet wird, also keine Gaze hat. GsD habe ich die Fenster kürzlich geputzt 🙄
      Liebe Grüße,
      Elvira

      Gefällt 1 Person

  6. Gudrun schreibt:

    Deine Fotos gefallen mir sehr, liebe Elvira, und wie du sie bearbeitest. Lege bloß die Kamera nie wieder weit weg.
    Ich füttere auch das ganze Jahr und im Moment wird mehr gefressen als im Winter. Auf dem Kirschbaum vor dem Fenster sitzen die kleinen Federbälle und die Eltern kommen kaum nach, die hungrigen Schnäbel zu füllen. Frau Meise sieht arg zerzaust aus, aber ihre Kleinen sind fein geschniegelt.
    Liebe Grüße von der Gudrun.

    Gefällt 1 Person

Ich lese gerne Deine Meinung dazu

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.