Ein Tag mit Tücken

Meine Kinder sind aus dem Elbsandsteingebirge zurückgekehrt und ich war ein paar Tage zu Hause. Seit gestern bin ich wieder Katersitterin. Diesmal etwas länger. Die Kinder sind an der Nordsee, Wangerland. Abseits großer Touristenströme, fast alleine am Strand und im Watt. Mich zog es heute auch ans Wasser. Ich wollte zum Müggelsee. Von hier aus ist das nicht weit. Bis zum S-Bahnhof Friedrichshagen und dann meine Lieblingsstraße, den Ku‘damm des Ostens, die Bölschestraße entlang bis zum Spreetunnel und an den See. So weit, so gut. Heute früh habe ich den Rucksack gepackt, eine Trinkflasche, eine Banane, Mückenspray und einen Erstzakku für den Fotoapparat. Die ersten Bilder machte ich an meinem Ausgangspunkt, dem S-Bahnhof Karlshorst. Einige Jahre war der hintereZugang mit der Unterführung wegen Bauarbeiten gesperrt. Seit letztem Jahr ist er, verschönert, wieder geöffnet.

Aus der Nähe:

Bilder aus der Unterführung:

Die Freilichtbühne in der Wuhlheide
Das Stadion An der alten Försterei des 1. FC Union
Das Deutsch-Russische Museum
Die TrabrennbahnKarlshorst

Auf der anderen Seite des Durchgangs:

Mit diesen ersten Eindrücken stieg ich in die S-Bahn und fuhr frohen Mutes einem schönen Tag entgegen. Dachte ich. Bis ich in einen sehr schönen Laden in der Bölschestraße ging und dort die schönsten Karten kaufte, die ich je gesehen hatte. Dazu noch eine interessante Marmelade (Kirsch-Earl Grey) und einen Dekoartikel. An der Kasse nahm der Tag eine völlig andere Wendung an. Meine EC-Karte wurde nicht akzeptiert. Weder aufgelegt, noch in den Schlitz gesteckt. Gestern hatte ich noch bei Rossmann mit der Karte an der Selbstzahlerkasse bezahlt. Ich hatte noch Bargeld dabei und musste meine Käufe nicht wieder zurücklegen. Immerhin! Dann rief ich meinen Mann an. Er sollte sich bei unserer Bank erkundigen, ob ich auch eine Filiale in einem anderen Bezirk mit dem Problem aufsuchen kann. Nein, ich musste zurück nach Rudow. In vielerlei Hinsicht ist Rudow noch ein Dorf, denn mein Mann sagte mir auch, dass die Filiale von 13-14 Uhr geschlossen hat. Punkt 14 Uhr stand ich vor der Bank, die seit gestern, bis in den August hinein, montags und dienstags ganz geschlossen hat. Mein Mann, der gestern Kontoauszüge gezogen hatte, hat diesen Hinweis leider übersehen. Da ich hörte, dass Mitarbeiter im Schalterraum waren, beschloss ich, Geld am Automaten zu ziehen. Sollte meine Karte einbehalten werden, hätte ich laut auf mich aufmerksam gemacht. Aber alles funktionierte. Ich vermute, dass das Kartenlesegerät in dem Geschäft einen Defekt hatte. Da ich keine Kreditkarten besitze, benötigte ich definitiv Bargeld. Im Geschäft Einkäufe zurückzulegen, ist eine Sache. Aber wenn die Karte im Restaurant nicht funktioniert? Ob Tellerwaschen noch eine Option wäre? Jedenfalls bin ich anschließend wieder nach Karlshorst zurückgefahren. Ich bin doch froh, dass ich die Jahreskarte meiner Kinder für den ÖPNV bekommen habe.
Als Ausgleich für den in dieser Art nicht geplanten Ausflug, habe ich mir beim Italiener den gebackenen Ziegenkäse mit Honig und Walnüssen gegönnt. Leider wurden die Nüsse vergessen, was ich reklamierte. Die Bedienung bot mir ein Schälchen mit Nüssen an, aber irgendwie hatte ich keinen richtigen Appetit mehr. Als dann statt des bestellten Cappuccino eine Tasse Kaffee kam, hatte ich genug vom heutigen Urlaubstag. Zumal sich zwischenzeitlich meine Schwiegertochter meldete um zu berichten, dass sie unterwegs zu einem Arzt sei. Ihr kleiner Zeh war unglücklich mit dem Schuh ihres Sohnes kollidiert und war jetzt blau und geschwollen und Auftreten könne sie gar nicht mehr. Und das gleich an ihrem ersten Nordseetag. Auch meinem Mann widerfuhr ein kleines Malheur. Er hatte im Aquarium einen Wasserwechsel gemacht und wollte zum Schluss den Blasebalg entleeren. Also hat er, wie üblich, die Tülle nach unten ins Waschbecken gehalten und fest gedrückt. Das Dreckwasser nahm aber den Ausweg durch den Luftschlauch direkt ins Gesicht meines Mannes.
Ihr seht, das war ein Tag mit Tücken!

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4 Antworten zu Ein Tag mit Tücken

  1. wildgans schreibt:

    Dreckwasser ins Gesicht – fand ich am fiesesten…
    Schön, die Fotos von den Unterführungsbildern, besonders die „waldigen“!
    Gruß von Sonja

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    • Elvira schreibt:

      Heute mache ich einen Ausflug in die Wuhlheide. Der Müggelsee wird auf morgen oder Freitag verschoben. Der Zeh meiner Schwiegertochter ist nicht gebrochen, aber ein kleines Stückchen Knochen ist abgebrochen. Muss von alleine heilen. Auftreten geht auch wieder.

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  2. quiltfru schreibt:

    OmG. Es gibt Tage, die muss man einfach vergessen. Erhol Dich gut von dieser Art „Erholung“. So etwas braucht kein Mensch! LG Birgitt

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