Sowjetisches Ehrenmal

Heute war ich im Treptower Park unterwegs. Einen kurzen Abstecher habe ich zum Sowjetischen Ehrenmal gemacht. Schon bei meinem ersten Besuch vor vielen Jahren hat mich dieses kolossale Denkmal beeindruckt. Auch heute bekam ich eine Gänsehaut. Was für eine Grabstätte für 7000 gefallene sowjetische Soldaten im Kampf um Berlin zum Ende des zweiten Weltkrieges! Ein langer Weg führt zu dem Mausoleum. Rechts und links wird er von Trauerbirken gesäumt. Ich denke, dass allen Befreiern vom Faschismus ein solches Denkmal gebührt. Aber dies hier ist mehr. Es ist auch ein Friedhof!

Das Denkmal „Mutter Heimat“ steht gegenüber vom Mausoleum. Der Sowjetische Soldat schaut genau dort hin
Der lange, von Trauerbirken gesäumte, Weg

Leider habe ich im Gegenlicht fotografiert, daher ist der Soldat nicht gut erkennbar. Er trägt ein gerettetes deutsche Kind auf dem Arm und zu seinen Füßen liegt ein zerschmettertes Hakenkreuz.

Ich werde morgen vielleicht noch einmal nach Treptow fahren, ausschließlich für eine ausführliche Besichtigung dieser Gedenkstätte. Heute wollte ich an der Spree spazieren gehen und auf dem Restaurantschiff „Klipper“ ein zweites Frühstück zu mir nehmen. Davon gibt es demnächst ein paar Bilder.


Wer mehr wissen möchte zu dem Ehrenmal findet etwas hier: https://gruen-berlin.de/projekte/oeffentliche-bauten/sowjetisches-ehrenmal-in-treptow

und natürlich ausführlicher hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetisches_Ehrenmal_im_Treptower_Park

Da fällt mir ein, dass ich auch noch das Deutsch-Russische Museum besuchen wollte, das hier fußläufig ein paar Straßen weiter steht. Das werde ich dann wohl nicht mehr schaffen. Mein Aufenthalt hier neigt sich sehr dem Ende entgegen.

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11 Antworten zu Sowjetisches Ehrenmal

  1. wildgans schreibt:

    Schön und vor allem sehr interessant! Die Trauerbirken haben es mir auch angetan!

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  2. Klausbernd schreibt:

    Liebe Elvira,
    danke für diesen interessanten Artikel.
    Habe noch einen schönen Tag
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • Elvira schreibt:

      Ich frage mich oft, ob diese vielen Toten, Soldaten und Zivilisten vieler Kriege, wirklich unvergessen sind. Wird ein Denkmal die Erinnerung an den einzelnen Menschen wachhalten? Oder ist es eher ein Mahnmal? Wenn das so wäre, dürfte es doch keine Kriege mehr geben?

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      • Gudrun schreibt:

        Mein Vater ist einst mit mir dahin gefahren. Und er hat mir vom Krieg erzählt, in dem er war, vom wenig Heldenhaften, von der Entmenschlichung, vom sinnlosen Töten. Dort musste ich ihm das Versprechen abgeben, dass ich seine Erzählung an meine Kinder weitergebe und dass ich mich dafür einsetzr, dass so etwas nicht wieder passiert.
        Im Herbst wird meine Wahlentscheidung auch davon bestimmt werden, ob bewaffnete Drohnen und Auslandseinsätze beführwortet werden.
        Liebe Grüße an dich.

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        • Elvira schreibt:

          Meine Mutter war Jahrgang 1929, sie hatte zwei Geschwister, 9 und 10 Jahre jünger als sie. Ihre Erzählungen waren immer völlig unpolitisch, aber das, was sie in Berlin erlebt hat, ging mir immer unter die Haut. In meiner Kindheit und frühen Jugend habe ich oft von Fliegerangriffen geträumt. Ich habe die Flugzeuge gesehen, die Sirenen gehört und sah uns durch die Straßen irren. Auf der Suche nach einem sicheren Versteck. Ich hatte viele Jahre kein sehr inniges Verhältnis zu meiner Mutter, obwohl ich sie sehr liebte – und sie mich auch -, im Nachhinein konnte ich sie viel besser verstehen. Eine verlorene Jugend. Millionenfacher Tod. Und immer noch herrschen Kriege. Keines der befriedeten Länder kann seine Hände da in Unschuld waschen. Kolonialzeit, Kampf um Ressourcen, Waffengeschäfte und und und.
          Wo werden wir unser Kreuz wohl setzen in zwei Monaten?
          Liebe Grüße auch zu dir!

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      • Klausbernd schreibt:

        Liebe Elvira,
        Denkmäler mahnen wohl nicht genug. Außerdem ist das kollektive Gedächtnis ein Meister der Verdrängung.

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  3. quiltfru schreibt:

    In Washington DC gibt es ein Mahnmal für die gefallenen Soldaten des Vietnam Krieges und von 9.11. Das ist auch sehr beeindruckend. Aber aller Eindruck nützt nichts so lange Menschen glauben, dass man Frieden mit Krieg erzielen kann. Dazu fällt mir Buffy St. Marie ein, die dieses sehr eindringliche Lied geschrieben und gesungen hat. Sie ist Indianerin und war und ist für mich immer noch sehr wichtig. Alles Liebe, Birgitt

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    • Elvira schreibt:

      Ich war am nächsten Tag im Deutsch-Russischen Museum. Es gibt gerade eine Ausstellung über die sowjetischen Kriegsgegangenen in Nazideutschland. Diese Fotos und Berichte und Einzelschicksale haben mich sehr aufgewühlt. Bevor ich darüber schreibe, muss ich das erst sacken lassen.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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