Enttäuschte Erwartung

Mein Mann und ich gehen nicht mehr oft zum Essen in ein Restaurant. Seit Corona tendiert dieses Vergnügen gen Null. Für gestern Abend hatte ich einen Tisch in einem Restaurant bestellt, das man vielleicht italienisch angehaucht nennen könnte. Es gibt Pizza, Pasta und diverse Fleisch- und Fischgerichte. Im März letzten Jahres war ich mit einer Freundin dort und habe sehr lecker Fisch gegessen. Zweierlei Sorten Fisch mit Kartoffeln, Spinat und Rahmsoße. Auf dieses Essen habe ich mich sehr gefreut. Aber wie das häufig so ist mit großen Erwartungen, sie werden enttäuscht. Alle Zutaten auf dem Teller, es gab diesmal auch Pfifferlinge (die ich normalerweise sehr gerne esse, wenn ich weiß, woher sie kommen), wurden von einer dicken fetten Soße ertränkt. Ich konnte nur den Fisch essen und ein paar Happen der Beilagen (dieKartoffeln schienen auch schon vor längerer Zeit gekocht worden und nur kurz in einer Pfanne leicht gebräunt geworden zu sein). Den Rest ließ ich zurückgehen. Die Bedienung meinte, ich könne mir beim nächsten Mal die Soße separat geben lassen. Nun, ein nächstes Mal wird es wohl nicht geben. Die Steinofenpizza meines Mannes war aber gut.

Ein weiterer Grund, dieses Restaurant zu meiden, sind für mich persönlich die sehr laschen Umgangsregeln mit den Coronaauflagen. Ich hatte einen Tisch im Innenraum reserviert, da es draußen einfach zu laut und auch zu kühl war. Auf meine Frage, ob kein Test, Impfausweis o.ä. vorzuzeigen wäre, wurde mir geantwortet, dass wir uns erst mal setzen sollten. Ich hatte dann den Anschein, dass die Bedienung noch nie einen digitalen Impfnachweis gesehen hatte. Was mich auch störte, war, dass alle Servicekräfte ausschließlich einen Kinnschutz trugen. Kontaktdaten wurden überhaupt nicht erfragt.
Eine ähnliche Erfahrung machte ich ein paar Stunden vorher bei der Bank. Zwar zahle ich fast alles mit Karte, aber ein bisschen Bargeld habe ich dennoch gerne bei mir. Also wollte ich mir etwas Geld ziehen. In unserer Bankfiliale sollten nur zwei Personen gleichzeitig in dem kleinen Vorraum sein. Irgendwann fragte hinter mir ein Mann genervt, warum wir (ein weiterer Kunde wartete noch vor mir) nicht endlich reingehen. Auf meine Antwort, dass bereits zwei Kunden an den Automaten stünden, reagierte er sehr unwirsch. Als ich später an der Reihe war und neben meiner Geldabhebung noch einem Mann behilflich war, der einen Dauerauftrag einrichten wollte und nicht alleine zurecht kam, waren plötzlich vier Menschen in dem Raum. Ich gehöre sicherlich nicht zu den Menschen, die alle Regeln haarklein befolgen, aber wenn es um die Gesundheit – nicht nur meiner! – geht, versuche ich sie einzuhalten.

Vielleicht hätte ich mich für das Essen Nr.180 entscheiden sollen. Möglicherweise wäre es dann doch noch ein lustiger Abend geworden?

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5 Antworten zu Enttäuschte Erwartung

  1. Hans-Georg schreibt:

    Wenn mir Menschen zu nahe kommen in Geschäften, weise ich sie freundlich zurecht, hätte ich in der Bankfiliale auch gemacht.
    Schade, dass das Essen nicht so toll war.

    • Elvira schreibt:

      Da ich dieses Gericht in wirklich guter Erinnerung hatte, war ich natürlich enttäuscht. Mein Sohn meint, Hauptsache mein Mann und ich hätten überhaupt etwas unternommen.

  2. Der Wilhelm schreibt:

    Solche Enttäuschungen haben wir auch schon erlebt, in Lokalen, die wir beim ersten Besuch wirklich gut fanden, wo sich der zweite Besuch aber als perfekter Griff in Klo erwies.
    Und das fand ich dann immer ausgesprochen schade….

    Was die Frage der Distanz angeht, so fällt mir das in bestimmten Geschäften auch immer öfter auf – speziell bei den Discountern auf unserer Insel
    Wobei „freundliche Zurechtweisungen“ bei manchen Zeitgenossen manchmal leider kaum noch Wirkung zeigen, weil die wohl glauben, Corona sei vorbei, was ihnen das uneingeschränkte Recht gäbe, zu alten Verhaltensmustern zurück zu kehren…

    Das ist für mich inzwischen ein Grund, nur noch „antizyklisch“ in dort einzukaufen, bzw. mir sogar andere Einkaufsmöglichkeiten zu suchen und längere Wege in Kauf zu nehmen, um mich nicht ständig „bedrängt“ fühlen zu müssen.

  3. quiltfru schreibt:

    So etwas gab es bei uns auch. Bei einem Griechen. Als der dann auch noch pampig wurde, als ich darum bat, dass sein Personal bitte beim Austragen des Essens einen „Schnutenbüddel“ tragen sollte,habe ich kurzerhand das Gesundheitsamt eingeschaltet. Dieser Laden ist, obwohl wegen seiner guten Küche sehr gelobt, für uns tabu und für alle Leute, denen wir das erzählt haben, auch. Zur Zeit sind Paralympics. Wenn ich mir die mannigfaltig behinderten Sportler anschaue muss ich weinen und diese Idioten können nicht einmal eine Maske tragen oder sich an Regeln halten oder einfach nur impfen lassen. Fassungslos bin ich da, Birgitt

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