Fahrrad

Vor ca. vier Jahren bin ich das letzte Mal Rad gefahren. Schon nach wenigen Metern wurden die Schmerzen im Knie schlimmer, obwohl die Gelenke bei dieser Art der Fortbewegung im Prinzip geschont werden müssten. Das Rad wurde in den Keller verbannt. Nun, da wir kein Auto mehr besitzen, dachte ich mir, dass für kurze Strecken das Rad doch wieder aktiviert werden könnte. Ich vereinbarte einen Termin bei unserem Radhändler im Örtchen. Der Laden war früher ein Familienbetrieb, klein, aber fein. Dort habe ich vor 19 Jahren mein Fahrrad gekauft. Mittlerweile sind die Besitzer alle auf Rente und “Das Radhaus“ hat den Laden übernommen und vergrößert. Zwei Wochen musste ich warten, dann konnte ich letzten Donnerstag das Rad zur Inspektion geben. Es war allerdings ein wahrer Kraftakt für mich, das Rad aus dem Keller nach oben zu bringen, da ich keine Treppe mehr steigen kann, ohne mich am Geländer festzuhalten. Obwohl es ein Alurad ist, kann ich es nicht tragen. Aus dem Grund wird es im Freien angekettet, in der Hoffnung, dass sich niemand zu sehr dafür interessiert. Heute gibt es sicher leichtere Fahrräder. Den Kauf eines neuen Rades mache ich aber abhängig davon, wie sicher ich mich auf dem Rad fühle. Nun, ich weiß jetzt, dass ich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nie abseits eines Radweges fahren werde. So war ich heute unterwegs und habe einen Teil der Strecke bewältigt in dem ich das Rad schob. Um Kurven oder um Ecken zu fahren, fällt mir auch nicht leicht. Dafür machen die Knie ganz gut mit, was mich natürlich freut. Ein Sohn meinte “üben, üben, üben“, was sich mit knapp über 40 einfach sagen lässt. In dem Alter bin ich sehr viel Rad gefahren, schnell und lange Strecken.
Mein Ziel war heute ein Discounter, der meinen Lieblingstee in seinem Sortiment hat, Earl Grey Russian Style. Der Weg dorthin führte mich durch den hier schon oft erwähnten Landschaftspark Rudow-Altglienicke. Das Wetter war gut, noch nicht zu heiß, und es roch nach Urlaub. Jedenfalls verbinde ich den Geruch nach Kuh (es weideten etliche auf den Wiesen) und Pferd und trockenem Gras mit Ferien und Reisen. So legte ich auf dem Rückweg eine kleine Pause ein. Die Fotos habe ich mit dem Smartphone aufgenommen. Aber sicher fahre ich demnächst noch einmal mit dem Fotoapparat dort hin. Denn anders als in den letzten Jahren sind in diesem etliche Gänse hier geblieben. Nachwuchs sah ich auf dem Wasser ebenfalls. Mit dem Handy kann ich aber nicht besonders gut zoomen.

Die Wasserbüffel sind auch wieder da

Und dann habe ich beim Discounter noch das hier entdeckt:

Das Sichtfenster ist durchsichtig und fühlt sich an wie ganz normales Plastik. Geht doch mit der Vermeidung von unnötigem Plastik!

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10 Antworten zu Fahrrad

  1. Der Wilhelm schreibt:

    Da war er doch, Dein kleiner Moment von Freiheit – und ganz ehrlich – ich freue mich für Dich, dass Du ihn erleben konntest. (was ja auch bei mir gerade Thema ist)
    Verbunden mit der Hoffnung, dass Dein Drahtesel und Deine Gelenke Dir noch viele solche Momente ermöglichen können…..
    Und genau das selbe wünsche ich auch Deinem Mann.

    Was die plastikfreie Verpackung angeht, so ist das sicher ein guter Anfang und ein Beispiel, dass sich auch anderweitig durchsetzen sollte. Schleisslich sind es genau diese Dinge, die die Welt ohne viel Mühe um einiges besser machen könnten, wenn das Beispiel Schule machen würde….

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe schon vor sieben Jahren, als ich zur Reha fuhr, Seifenschale und Zahnputzbecher aus Flüssigholz (Arboform) gekauft. Mittlerweile gibt es das auch in einigen Farben.

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  2. Frau Momo schreibt:

    Ich überlege ja auch immer wieder, mal wieder Rad zu fahren. Hier im Inselpark würde sich das anbieten, gerade, wenn ich mein ganzes Photogeraffel dabei habe, das ich ja immer schleppen muss. Kaufen würde ich mir keines mehr, dann eher zu so einem Stadtrad greifen. Nur ist hier in der Nähe keine Ausleihstation.

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    • Elvira schreibt:

      Mein Rad scheint unkaputtbar zu sein. Der Mensch heute im Radladen (ich habe meinen neuen Sattel umgetauscht, da mein ansonsten sehr gut gepolsterter Popes recht weh tat) meinte auch, dass ich ein wirklich gutes Rad gekauft hatte – vor 19 Jahren für 590€. Mit dem war ich in Prerow und mehrere Male auf dem Flaming-Skate. Jetzt wird es eher für kleinere Einkäufe verwendet werden. Hier, am Rande der Stadt, boomen jetzt diese E-Roller. Überall stehen und liegen sie herum.

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  3. quiltfru schreibt:

    Ich „durfte“ als Kind nicht radln. Meine Mutter wollte es nicht. Das führte dazu, dass ich mich im Pferdesattel sicherer fühlte als im Fahrradsattel. Ich fahre nicht. Min Öllen dafür umso mehr. Er geht jetzt mit dem Radl einkaufen. Alles, was nicht unbedingt ein Auto erfordert, wird per Rad gemacht. Super. Dieses Greenwashing der Läden geht mir auf den Geist. Bioware aber Plastikschalen. Nicht einmal recyceltes Plast. Wenn dem so wäre, würde es draufstehen. Ich glaube, wir werden da ganz schön vera……. Liebe Grüße, Birgitt

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  4. Gudrun schreibt:

    Ich finde es gut, dass du mit dem Radel unterwegs bist. Es ist doch immer ein Stücke Freiheit, was man erleben kann auch weil so mancher Schleichweg entdeckt werden kann und auch versteckte wilde Ecken.. Ach, nutze diese Möglichkeit, so lange es geht und nimm die Kamera mit. So kann ich ein bisschen mitkommen.
    Grüße von der Gudrun, der ihr Fahrrad sehr fehlt.

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    • Elvira schreibt:

      Das Fahren fällt mir nicht so schwer, aber das Anfahren und besonders das Absteigen. Da ich meine Knie nicht so gut beugen kann, kann ich das Bein schlecht über den doch recht hohen Rahmen heben. Heute möchte ich mit der Kamera in den Landschaftspark fahren. Ab morgen ist es mir dafür zu heiß.
      Liebe Grüße,
      Elvira

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  5. wildgans schreibt:

    Ja, weiter so mit schönen Fahrradausflügen! Bei mir geht das leider nicht mehr, zuviel Angst vor Stürzen…
    Gruß von Sonja

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