Vor 75 Jahren

Auf der Rückseite der Wochenblätter meines Kalenders mit Motiven der Südtiroler Bergwelt (die wunderbaren Städte wurden aber auch nicht vergessen), finden sich jede Woche interessante Informationen. Immer sind es drei längere Ausführungen zu Begebenheiten aus der Vergangenheit und welche prominenten Menschen an den betreffenden sieben Tagen vor x Jahren geboren wurden. Es gehört mittlerweile zu unserem Ritual, dass ich montags beim Nachmittagskaffee diese Namen vorlese. Einen Großteil kennen wir, aber etliche Namen haben wir nicht in Erinnerung oder noch nie gehört. Dazu gehören überwiegend Menschen aus der Physik und Chemie, die meisten von ihnen Nobelpreisträger in ihrem Fach. Aber auch einige Regisseure oder Schauspieler waren uns nicht bekannt. Mein Mann hatte klar die Oberhand, was Sänger und Sängerinnen der klassischen Musik betraf. Obwohl er Opern so gar nicht mag, kennt er doch die meisten Interpreten der, auch jüngeren, Vergangenheit. Auch wenn Opern ihm nicht liegen, liebt er klassische Musik. Es gibt wohl nur wenige Stücke, die er nicht nach den ersten Klängen erkennen würde. Womit ich bei dem Thema bin, das zur Überschrift meines Beitrages passt und der meine Hamburger Leser und Leserinnen vielleicht besonders interessieren wird. Es geht nicht um klassische Musik, sondern darum, wie erfindungsreich und solidarisch Kunstschaffende in Krisenzeiten werden können und wie etwas aus der Not Geborenes zu einer Institution geworden ist.

VOR 75 JAHREN
Erste Ruhrfestspiele in Recklinghausen aus der Not geboren
Am 28. Juni 1947: Was machen Hamburger Schauspieler kurz nach dem
Zweiten Weltkrieg im bitterkalten Winter, wenn sie keine Kohle zum Heizen
haben? Ganz einfach: Sie versuchen das in der Hansestadt rare Brennmaterial
an der »Quelle« aufzutreiben, also im Ruhrgebiet. Und so machte sich eine
Gruppe Theaterschaffender Anfang 1947 mit zwei Lkws auf den Weg – und die
Recklinghäuser Kumpel zeigten sich solidarisch: Unter Umgehung aller alliierten
Vorschriften beluden sie die Fahrzeuge, und der Fortbetrieb der Hamburger
Theater war gesichert.
Die derart Beschenkten vergaßen die Hilfe nicht und kehrten im Frühsommer
1947 mit gut 150 Schauspielern nach Recklinghausen zurück, um dort unter
dem Motto »Kunst für Kohle« Beispiele ihres Könnens zum Besten zu geben.
Nach dem feierlichen Auftakt mit Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Figaros
Hochzeit« folgten ein Lustspiel, eine Donizetti-Oper und ein russischer Komö
dienabend. Die Aufführungen wurden derart begeistert aufgenommen, dass
sie mehrfach wiederholt wurden: Die Idee alljährlicher Festspiele war geboren .
seit 1965 im eigens errichteten Ruhrfestspielhaus.

Nachtrag: Ich habe den Text fotografiert, kopiert und eingefügt. Wie immer bei solchen Aktionen, macht WP da Schwierigkeiten. Ist der Text im Bearbeitungsmodus korrekt umbrochen, sieht er nach der Veröffentlichung so aus wie hier. Das Schreiben ist eh kein Vergnügen. Ich schreibe ja alles auf meinem Tablet und habe ausschließlich bei WP große Probleme. Probleme, die mir die Lust auf neue Beiträge oft vermiesen. Nach einigen Sätzen gibt es extreme Verzögerungen beim Einfügen der angetippten Buchstaben in den Text. Ich muss dann eine Weile warten, bis sie erscheinen. Oft hilft es, zwischen zwei Tabs zu wechseln und dann wieder hierher zu kommen. Keine Probleme gibt es beim Kommentieren bei euch. Es hilft auch nicht, meinen Text in einem anderen Programm zu schreiben und hierher zu kopieren, das hat ähnliche Folgen wie beim aktuell eingefügten Text.

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2 Antworten zu Vor 75 Jahren

  1. quiltfru schreibt:

    Ja, mir geht es mit WP genauso. Warum kann man ein bewährtes Programm nicht einfach lassen. Die sog. Verbesserungen sind meist Verschlechterungen. Deinen Artikel fand ich sehr interessant. LG. Birgitt

  2. Frau Momo schreibt:

    Das habe ich schon mal irgendwo gelesen, aber auch wieder vergessen. Insofern danke für das Erinnern. Meine Oma kam aus dem Pott, aber ich habe trotzdem wenig Bezug zu der Gegend, im Gegensatz zu meiner Mutter, die dort auch mal gelebt hat. Mein Opa ist nach dem Krieg aus beruflichen Gründen in Duisburg gelandet und ist erst als Rentner wieder nach Hamburg zurück gekehrt.

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