Zeitmaschine

Manchmal muss ich nur ein bisschen rumkramen und schon bin ich – Zack- vier Jahrzehnte in die Vergangenheit gereist. Gestern in einer Krimskramsschachtel gefunden.

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Mehr als interessant

ist dieser Artikel im heutigen Tagesspiegel. Da wird aufgezeigt, wer alles hinter #allesdichtmachen die Fäden gezogen hat und welche Agenda wirklich verfolgt wird. Es ist zum Teil sehr erschreckend!

https://www.tagesspiegel.de/kultur/filmbranche-und-querdenker-das-antidemokratische-netzwerk-hinter-allesdichtmachen/27149604.html

Zitate aus dem Artikel:

„…Brandenburg ist Notfallmediziner, Unternehmer und Begründer der Initiative „1bis 19“, zu deren Hunderten von Unterstützer:innen auch der Schauspieler Volker Bruch und Regisseur Dietrich Brüggemann gehören…..“

„…In der Sendung spricht Paul Brandenburg von einer „Art Kulturkampf des Rechtes auf physisches Leben gegen Menschenwürde und Lebensqualität“. Er sieht keinerlei rationalen Grund für die Corona-Maßnahmen, sie seien „medizinischer und juristischer Unsinn“….“

„…Brandenburg fällt durch zahlreiche Auftritte in sogenannten „alternativen Medien“ wie Oval Media, Kaiser TV und der Kommunikationsstelle Demokratischer Widerstand auf. Berührungsängste bestehen aber auch nicht zu russischen Medien, die staatliche Propaganda verbreiten. Im Februar war Brandenburg als Talkgast beim Sender SNA eingeladen, der zur selben Mediengruppe wie Russia Today und Sputnik gehört.

Im November 2020 war er unter anderem als Gast bei Oval Media, zum Thema „Die Verdrängung der Sterblichkeit“. Die Medienagentur ist federführend bei der Produktion der Live-Übertragungen der „Stiftung Corona Ausschuss“ um  Dr. wolfgang Wodard Rechtsanwalt Reiner Füllmich sowie der Rechtsanwältin und Hutmacherin Viviane Fischer…“

„…Doch traut sich niemand, öffentlich über die Entstehungsgeschichte (der Kmpagne) zu reden, weil damit in einem Umfeld, in dem persönliche Beziehungen eine wichtige Rolle spielen, die eigene Karriere aufs Spiel gesetzt werden könnte. Auch #allesdichtmachen ist ein Produkt dieser Verflechtung privater und beruflicher Kontakte. Und einiges deutet darauf hin, dass größere Namen involviert sind, über deren Beteiligung bisher nur gemunkelt wird….“

„…Listen dieser Ärzte, die mit im Internet kostenlos herunterladbaren Blanko-Bescheinigungen arbeiten, kursieren schon lange im Lager der Corona-Leugner und Teilnehmenden von “Hygiene-Demos”. Ob Brandenburg auch das Attest für Volker Bruch ausstellte, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Sicher ist hingegen, dass Paul Brandenburg aktuell bei zwei Corona-Teststellen (in der Sonnenallee 61 und der Husemannstr. 17), die vom Berliner Senat gefördert werden, als Geschäftsführer gelistet ist. Somit wird immer klarer, dass #allesdichtmachen nicht bloß die spontane Äußerung einer Gruppe von ernstlich besorgten Filmschaffenden ist, als die sie Dietrich Brüggemann in den Medien darstellt. Sondern Teil einer größeren Kampagne, die eine antidemokratische Agenda verfolgt….“

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Hä?

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Immer noch schön

Als ich gestern dieses Foto machte und ihm den Titel „Selbst im Verblühen noch schön“ gab, kommentierte ein Freund kurz und bündig: „Genau wie wir!“ Wir sind beide Ü 60, kennen uns schon über 20 Jahre und gehen mit unserem Altwerden recht gelassen um. Wobei ich auch Menschen kenne, die das dem äußeren Schein nach genauso machen, ihre Worte aber anderes sagen. Wenn jemand immer wieder betont, dass Mitmenschen stets erstaunt über deren Alter sind, da sie sie nie und nimmer schon so alt eingeschätzt hätten, was sagt das über ihren Umgang mit dem Älterwerden? Wenn ich vor dem Spiegel stehe, sehe ich nicht gerade mit Begeisterung auf die Falten und Fältchen und den einen und anderen sich abzeichnenden Altersfleck. Denn mein Außenbild passt so gar nicht mit meinem inneren Bild von mir zusammen. Denn drinnen bin ich so um die 30, 40 geblieben. Und trotz aller vermeintlichen Gelassenheit gibt es mir einen Stich, wenn ich irgendwo etwas von den Alten ab 60 lese. Als ich meinen Patienten kommunizierte, dass ich demnächst in Rente gehen würde – das liegt mittlerweile schon 18 Monate zurück – hörte ich sehr oft genau das, wovon ich oben sprach. Natürlich freute es mich, dass ich einen jüngeren Eindruck machte, aber das war mir schon lange nicht mehr wichtig. So wie ich auch skeptisch war, wenn ich hörte, wie sehr man mich vermissen würde, ich wäre doch Herz und Seele der Praxis usw. usf. Als einige Jahre vorher eine Kollegin, die das wirkliche Zentrum der Praxis war, denn sie hatte sie mit aufgebaut und war unglaublich beliebt, in Rente ging, sagten die meisten Patienten genau das auch zu ihr. Als sie wenige Jahre später starb und wir ein Foto von ihr an der Anmeldung aufstellten, wurde immer wieder gefragt, wer das denn sei. Auch von langjährigen Patienten. Das ging mir und den Kolleginnen sehr nahe. Ach, ich schweife gerade ab! Kurz habe ich überlegt, ob ich das alles wieder lösche, denn ich wollte doch nur über Schönheit sprechen. Über Schönheit auch im Verblühen. Man muss sie nur sehen (wollen).

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7 von 105 von 3000

Sieben von 3000 Teilen möchte ich euch zeigen. Diese sieben gehören zu 105 Personen, von denen die meisten schon lange nicht mehr leben. Alle sind vereinigt auf einem Gemälde von Renato Casaro, das es, wie einige andere Motive von ihm, auch als Puzzle gibt:

Casaro hat für unglaublich viele Filme die Plakate gemalt https://de.wikipedia.org/wiki/Renato_Casaro . Er hat aber auch berühmte Gemälde als Vorlage benutzt und die Menschen und Objekte darauf ausgewechselt. Meistens mit Größen aus Film und Kunst. Das obige Motiv greift mein erstes Puzzle aus dem letzten Jahr auf: Die Hochzeit zu Kana von Veronese.

Während auf dem Gemälde des 16. Jahrhunderts die Honoratioren ihrer Zeit versammelt sind (gut, Jesus ist etwas älter) und er sich und seine Malerkollegen als Musikanten in der Mitte des Bildes verewigte, sieht man Casaro nur von hinten vor seiner Leinwand. Die Größen seines Kunstwerks sind Prominente aus Kunst und Wissenschaft, er vereinigt Politiker und Religionsführer jedweder Richtung, prominente Sportler sind ebenso dabei wie Philosophen. Nur wenige der Abgebildeten leben noch und doch kennen wir sie alle.
Wobei ich jetzt zum titelgebenden Anlass dieses Beitrags komme. Beim Sortieren eines Teils der Puzzleteile gingen natürlich viele Augen, Nasen, Münder und Fetzen von Kleidungsstücken durch meine Hände. Und ich erkannte sie (fast) immer. Sieben Teilstücke der 105 Prominenten stelle ich euch jetzt vor. Und auch ihr werdet sie sofort erkennen!

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Ich habe eine Meise

Den ganzen Winter hing diese Futterglocke auf unserem Balkon.

Sie wurde ignoriert. Wahrscheinlich war das Angebot in den vielen Mietergärten so groß, dass sich ein Flug in den ersten Stock nicht lohnte. Schließlich müssen die Vögel ihre Energie gut einteilen. Am Sonntag saß ich auf dem Sofa, als ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung bemerkte und kaum glauben konnte, was ich da sah. Bitte nicht über die schlechte Qualität der Aufnahmen wundern. Mein Sitzplatz ist ziemlich weit vom Fenster entfernt, außerdem ist auch schon das Insektenschutzfenster eingesetzt. Also habe ich die Blumentöpfe etwas auseinander geschoben und meinen Fotoapparat auf manuellen Fokus gestellt. Dann das Teleobjektiv justiert, auf Serienbild gestellt, den Apparat in den Ruhemodus gebracht und gewartet. Die Meise kam wieder

Ich wunderte mich etwas über ihr Verhalten. Denn statt sich die Körner schmecken zu lassen, bearbeite sie das Material der Glocke. Ich hatte es vorab etwas gelockert, damit sie besser an das Futter kommt. Dann dämmerte es mir! Sie zupfte Faser für Faser für ihren Nestbau ab.

Nun ja, dann hat die Futterglocke ja doch noch einen Zweck erfüllt. Gerne hätte ich bessere Fotos gemacht. Ich dachte daran, die Kamera auf dem Stativ auf den Balkon zu stellen und mit der Foto-App als Fernbedienung im richtigen Moment auszulösen. Aber die Kamera wäre dann auf die Fenster von Nachbarn gerichtet gewesen. Missverständnisse wollte ich lieber vermeiden.

Als ich mich heute an die Balkontür stellte um von dort besser fotografieren zu können, entdeckte ich diesen Nutznießer

Er schnappte sich die Sonnenblumenkerne, die bei der Meisenaktion in den Blumenkasten darunter fielen. Einen Spatz hatte ich noch nie auf dem Balkon. Mal sehen, wie oft die Meise noch kommen wird. Was für eine Leistung es doch ist, so ein Nest ausschließlich mit dem Schnabel zu bauen!

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Jetzt mal als Gesamtansicht

Ja, mein anderes Hobby – Patchwork und Quilten – habe ich so exzessiv betrieben, dass ich damit aufhören musste. Es gab schlicht und einfach niemanden mehr, den ich mit meinen Quilts hätte beglücken können. Viele meiner Wandquilts hängen abwechselnd über dem Sofa des Wohnzimmers. Andere, die ich immer sehen möchte, hängen in meinem Zimmer. Auf einem der Fotos von gestern ist ein Teil einer meiner Lieblingsquilts zu sehen. Ich habe ihn ohne Anleitung genäht und mit Hand gequiltet. Die Batikstoffe gab es in verschiedenen, farblich aufeinander abgestimmtes Streifen, sogenannte Jelly Rolls:

Und hier mein Quilt in der Gesamtansicht:

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Zusammenhalt

Nein, es geht nicht um den zwischenmenschlichen Zusammenhalt, nicht um Solidarität in diesen Zeiten. Das wird so oft beschworen und anscheinend so wenig gelebt. Obwohl das sicher nicht stimmt. Denn die positiven Nachrichten gehen zwischen all den negativen leider meistens unter.
Hier geht es um den Zusammenhalt von 2000 bis 3000 Einzelteilen, die ein großes Ganzes ergeben. Klar, es geht um Puzzle. Da ich die fertigen Puzzle aufhänge – im Windfang unseres Treppenhauses ist, wie auch im Esszimmer, reichlich Platz. Ganz früher, also vor Jahrzehnten, habe ich einen Kleber benutzt, der auf die Vorderseite des Puzzles aufgetragen werden musste. Der Kleber drang in die Ritzen zwischen den Teilen ein und verband sie so, dass das Puzzle nach dem Trocknen aufgehängt werden, aber bei Bedarf auch wieder auseinandergenommen werden kann. Als mein erstes Puzzle, die „Hochzeit zu Kana“ nach einem Gemälde von Veronese, fertig war, suchte ich nach einem Konserver und fand eine geniale Lösung.

Ich habe mir im März 2020 in einem Baumarkt eine Platte zusägen lassen, auf der ich meine Puzzle lege. Von der Bestellung eines großen Bilderrahmens hob ich die Verpackung auf, schnitt sie vorsichtig zurecht, so dass ich eine Fläche bekam, die etwas größer als das fertige Puzzle ist. Mithilfe dieser Pappe kann ich das Puzzle wenden. Es gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu, es dann von der Pappe auf den Tisch gleiten zu lassen. Das sieht dann so aus (an der Wand seht ihr einen Teil meines anderen Hobbys – Patchwork und Quilten):

Nachdem ich den feinen blauen Staub entfernt habe, kann ich die Folie aufkleben. Das sieht bei meinem aktuellen Puzzle dann so aus:

Mit dem kleinen Nudelholz walze ich die Folie fest und lasse das Puzzle über Nacht liegen, damit sich alles gut miteinander verbinden kann.

Die Folie besteht aus solchen Einzelteilen und ist sehr stabil. Sie lässt sich hervorragend verarbeiten, da nach Abziehen des Schutzpapiers von der Klebeseite, das Trägerpapier der Folie eine Festigkeit gibt, so dass sie ganz genau platziert werden kann. Das Puzzle lässt sich hochnehmen und nichts fällt ab oder auseinander. Praktischerweise sind auch gleich Aufhänger mit in der Packung. Nur auseinandernehmen lässt sich das Puzzle nicht mehr.

Ich hatte ja im letzten Jahr versehentlich ein 3000er Puzzle gekauft. Das musste ich ohne Platte auf dem Tisch puzzeln. Ich hatte ja vor, es nach Fertigstellung wieder auseinanderzunehmen. Aber dann gefiel es mir doch so gut, dass ich überlegte, wie ich das nun kleben könnte. Ich schob vorsichtig große Papierbögen unter das Puzzle und klebte das Vorderteil mit einem Puzzlekonserver zusammen. Den Vorgang wiederholte ich vorsichtshalber mehrere Male. Nach 24 Stunden wagte ich es, das Puzzle umzudrehen, was erstaunlich gut gelang. Leider war die Klebefolie, die ich gerne benutze, nicht lieferbar. Ich bestellte ein ähnliches Produkt, was sich als absoluter Fehlkauf herausstellen sollte. Zunächst musste ich aber das Papier entfernen, dass durch den Konserver am Unterteil kleben geblieben war. Dann wollte ich die Klebefolie auftragen. Das war sehr mühselig, denn es gab kein Trägerpapier. Nach dem Abziehen des Papiers auf der Klebeseite, hatte ich eine labberige und durchsichtige Folie in der Hand, die schwer zu händeln war. Oft klebte sie schon an einer Stelle, bevor ich sie exakt ausrichten konnte und ich musste sie vorsichtig wieder lösen, was einzelnen Teilen des Puzzle nicht gut tat. Aber das sieht man der Vorderseite nicht an.

Ihr seht, puzzeln ist eine Wissenschaft für sich 😉

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Fertig

An diesem Puzzle habe ich sehr lange gesessen. Der Start war am 10. Februar, beendet habe ich das 2000-Teile-Werk gestern. Rund 55 Stunden dauerte der Spaß. Da Corona auch zu einer Puzzle-Epidemie in Deutschland führte, gab es bei den führenden Herstellern dieser die Geduld mitunter sehr strapazierenden Spiele, große Lieferengpässe. Die meisten Motive, die mich hätten reizen können, waren nicht lieferbar. Dann entdeckte ich diesen Shop https://www.orangepuzzle.de/, der rund 45.000 Motive aus allen Genres anbietet. Jedes dieser Motive ist mit 200, 1000 oder 2000 Teilen erhältlich. Erst nach der Bestellung werden die Puzzle hergestellt. Ihr könnt euch vorstellen, dass mir die Entscheidung nicht einfach gefallen ist. Ich suchte nach einem Motiv, das mir natürlich gefallen, aber auch nicht zu einfach sein sollte. Denn ich wollte nicht zu schnell fertig werden. Natürlich hätte ich mir auch ein Motiv aus der Kategorie „Impossible“ aussuchen können. Zum Beispiel 2000 Teile Kaffeebohnen oder Sonnenblumen oder Smarties u.ä. Aber das wollte ich mir dann doch nicht antun. Ich entschied mich für den Frühling im Koffer. Das Bild erschien mir so passend für die jetzige Zeit. Nicht nur des Frühlings wegen, auf den wir alle in diesem Jahr noch sehnlicher als sonst warten, sondern weil wir ihn, sinnbildlich gesehen, immer bei uns haben können. Man muss nur einen Koffer öffnen, der verstaubt auf einem Dachboden steht, ihn öffnen und zusehen, wie das Grau verschwindet, das so viel Platz in unserem Leben beansprucht. Für mich ist Puzzeln ein bisschen wie Meditation. Ich schalte völlig ab. Einmal habe ich dabei Podcasts gehört, aber das störte mich. Auch Musik mag ich dabei nicht hören. Ich kann beim Puzzeln völlig abschalten. Als ich eben die Seite des Shops suchte um sie hier zu verlinken, fand ich dort die für mich sehr passende Aussage:

Warum puzzeln?

Puzzeln macht nicht nur Spaß, sondern dient auch der Entspannung und Ablenkungfördert die Konzentrationund macht glücklich. In erster Linie wird Puzzeln häufig einfach nur als Zeitvertreib angesehen. Dass dabei aber noch weitere positive Aspekte mitspielen, wird oft vergessen.

Möchte man abschalten vom stressigen Alltag oder in Erinnerungen schwelgen, eignet sich Puzzeln besonders gut. Die volle Konzentration wird auf die Suche nach passenden Teilen gerichtet, sodass alles andere um sich herum in Vergessenheit geraten kann. Man versetzt sich gedanklich in die Situation oder an den Ort des entsprechenden Motivs und lässt sich voll und ganz auf das Puzzlespiel ein.“

Ja, genau so ist das bei mir!

Da das Licht über dem Tisch sehr blendet, habe ich das Motiv zur besseren Ansicht von der Schachtel abfotografiert.

Und nun kann ich mit dem Puzzle beginnen, das ich mir schon lange gewünscht habe. Mein Sohn hat es mir zum Geburtstag geschenkt. Leider dauerte es sehr lange, bis es geliefert werden konnte. Aber davon berichte ich ein anderes Mal.

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Autokorso und viel Beifall

Wir wohnen am Stadtrand von Berlin. Den ehemaligen Grenzstreifen können wir zu Fuß erreichen. Als wir vor über 30 Jahren mit unseren beiden Söhnen, damals 10 und 6 Jahre jung, aus Neukölln hier raus zogen, war unsere Sozialbausiedlung ein Vorzeigeprojekt. Nur die Häuser an der Hauptstraße sind vier-, alle anderen ein- oder zweigeschossig. Alle Wohnungen im Parterre verfügen über, teilweise sehr große, Mietergärten. Es gibt behindertengerechte Wohnungen, viel Grün, zwei – mittlerweile eingezäunte – Teiche, mehrere Spielplätze, Tischtennisplatten, einen Bolzplatz und keinen Autoverkehr. Ausschließlich die Zustellfahrzeuge diverser Lieferdienste besitzen Schlüssel für die Schranken. Für Rettungsfahrzeuge gibt es einen speziellen Öffnungsmechanismus. Die Mieterstruktur war bei unserem Einzug sehr gemischt. Es sollte eine familienfreundliche und generationsübergreifende Bewohnerschaft geben, einige der Wohnungen waren freifinanziert, so dass es, anders als in mittlerweile berüchtigten Siedlungen dieser Stadt, kein Problemkiez werden sollte. Nicht alle diese Ziele konnten erreicht, bzw. erhalten werden. Das Sparprogramm der Wohnungsbaugesellschaft hat Spuren hinterlassen. Waren bis vor ca. 10 Jahren noch täglich Gärtner unterwegs, wird mittlerweile nur noch das Notwendigste gemacht. Baum- und Strauchschnitt natürlich, Rasenmähen und Laubentsorgung. Wobei das viele Grün mittlerweile kaum noch Rasen genannt werden kann, denn gewässert wird schon lange nicht mehr. Im Sommer gleicht die Siedlung einer Steppe. Nur frisch gepflanzte Bäume bekommen eine nasse Starthilfe. Mit den Jahren wechselte auch ein Großteil der Mieterschaft. Mittlerweile gehören wir zur älteren Generation und beobachten die Veränderung besorgt. Das beginnt mit dem Umgang der Kinder untereinander, den wir so nicht kannten. Die Rücksichtslosigkeit einiger Mieter, die denken, dass sie ganz alleine hier wohnen und schließlich viele Dienstleistungen in den Betriebskosten enthalten sind, setzt sich bei den Kindern fort. Müll auf dem Weg zum Müllhaus verloren? Na, und! Räumt einer der Hauswarte schon weg. Sperrmüll verboten? Na, und! Wird nicht mal mehr heimlich nachts entsorgt, sondern mittlerweile für alle sichtbar am Tag. Verpackungen von Mitnehmessen in einen der vielen, nur wenige Meter entfernten, Papierkörbe zu werfen ist nicht zumutbar. Die landen dann eben zwischen den Sträuchern. Wäre unsere Wohnung nicht so preiswert, wäre ich schon längst hier ausgezogen. Aber sie ist nicht nur, zumindest für zwei Rentner, erschwinglich, sie ist auch schön und wir haben auch einige wirklich sehr nette Nachbarn. Meine Freundin kann ich, ebenso wie meine Ärzte und Geschäfte, zu Fuß erreichen. Sollte ich mal nicht mehr gut zu Fuß sein, wird das allerdings etwas schwieriger werden, denn wir wohnen ganz am Ende der Siedlung. Womit ich jetzt zum titelgebenden Thema komme. Unser Balkon zeigt zu der kleineren der beiden Straßen, zwischen denen die Siedlung liegt. Hier wird es nur einmal am Tag richtig laut. Das ist kurz vor Schulbeginn. Da wird gehupt auf Teufel komm raus, denn jede Mutter, jeder Vater, will sein Kind direkt vor dem Schultor absetzen und wehe, ein anderes Elternteil will das auch! Aber gestern, an einem Sonntag, war hier plötzlich etwas los. Laute Musik, Lautsprecherdurchsagen und viel Gehupe. Ich habe das, da ich über Kopfhörer Musik hörte, zunächst nicht mitbekommen. Erst als mein Mann ins Wohnzimmer kam und auf den Balkon ging, hörte ich es auch. Ich blieb vielleicht zwei Minuten Zeuge dieses Spektakels, dann reichte es mir. Es war ein Auokorso, begleitet von Polizisten auf Motorrädern. Übergroße Deutschlandfahnen, Fuck-Corona-Aufkleber, Durchsagen an Eltern und Großeltern mit der Aufforderung, diesen Irrsinn nicht länger mitzumachen. Ich weiß nicht, wer die Organisatoren waren, vielleicht waren es keine Covidioten, sondern nur Menschen, die Corona nicht leugnen, aber mit den Maßnahmen nicht einverstanden sind. Was mich wirklich schockte, waren die Reaktionen von einigen Nachbarn. „Na, los, schnell ins Auto und mitmachen“-Rufe von Balkon zu Balkon, Klatschen und Daumen-hoch-Zeichen. Unsere Wohnungsbaugesellschaft hatte vor Wochen Aufkleber an den Haustüren angebracht, auf denen darum gebeten wurde, aus Rücksicht auch im Treppenhaus eine Maske zu tragen. Dieser Aufkleber wurde innerhalb eines Tages abgerissen. Und dann denke ich an zwei Familienmitglieder meiner Schwiegertochter. Oma und Onkel (55) seit Wochen beatmet, der Onkel zusätzlich an der ECM0. Ich denke an den Freund einer Kollegin, der auf der Intensivstation der Charité arbeitet. Der Intensivstation, über die gerade eine erschütternde Dokumentation im Fernsehern lief. Einer Doku, die meinen Sohn veranlasste, uns nachts weinend zu sagen, wie froh er ist, dass wir schon geimpft sind. Ich bin gerade an einem Tiefpunkt!

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Frühling auf dem Tisch

Da draußen der April seinem Namen alle Ehre macht- es ist sehr windig und kalt und nass – habe ich beschlossen, mal wieder Sets auf den Tisch zu legen. Hier https://llewella.wordpress.com/ habe ich letztens wunderschöne Exemplare gesehen. Die Bloggerin ist eine begnadete Künstlerin, deren Quilts ich sehr bewundere. Meine Sets heben bei mir und meinem Mann jedenfalls erheblich die Laune. Das Radio nicht einzuschalten hilft auch!

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Zu schade, um vergessen zu werden

Gudrun https://spinnradgeschichten.de/ schrieb heute über Fotobearbeitung und mir fiel ein, dass ich vor einigen Jahren ganz eifrig mit zwei Programmen an meinem Rechner experimentiert habe. Nach einigem Suchen fand ich z.B. diese Fotos wieder. Ich war fasziniert davon, was alles möglich ist. Bevor sie ganz in Vergessenheit geraten, habe ich sie kurzentschlossen hier hochgeladen. Ich kann nicht behaupte, dass ich noch weiß, wie ich das mit der Farbe hinbekommen habe. Wahrscheinlich fällt es mir wieder ein, wenn ich das Programm aufrufen und mich eingehender damit beschäftigen würde. Aber dazu habe ich gerade nicht die Zeit. Ein Puzzle möchte fertiggestellt werden (mit dem Kauf habe ich mir keinen Gefallen getan!), damit ich ein anderes, auf das ich mich schon sehr freue, endlich beginnen kann.

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