Alpenglühen

So kommt es mir vor, dieses Ereignis, von dem ich nicht erwartete, das es eintrifft. Es hat noch nie geklappt. Niemals! Dabei habe ich mich immer an das Drehbuch gehalten. Ab wann nicht mehr füttern, wann nichts mehr zu trinken geben. Dann einfach vergessen. Und plötzlich wieder daran erinnern und mit der Pflege beginnen. Dieses Mal habe ich alles anders gemacht! Wie jedes Jahr bekamen wir am Neujahrstag eine Blumenschale von Nachbarn geschenkt. Ihr wisst schon, diese Schalen mit den Minipflanzen. Darunter ist auch immer ein Alpenveichen gewesen. Mein Mann nimmt das Arrangement stets  sofort auseinander und setzt die Pflanzen in größere Blumentöpfe. Der Farn ist leider eingegangen, die Hyazinthe wurde nach dem Verblühen in einen Garten gepflanzt und das Alpenveilchen zu den Orchideen an das Nordfenster  gestellt. Ich habe es fleißig gegossen und regelmäßig gedüngt. Es wuchs und wuchs und bekam ein Blatt nach dem anderen. Und dann, vor ein paar Tagen, ich vermutete einen neuen Schub von Blättern, entdeckte ich, dass es Blütenknospen waren. Aus dem Minipflänzchen ist ein Prachtexemplar geworden. Jeden Tag bewundere ich es und freue mich über jede neue Blüte.

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Stollenwand und Mäusejagd

Nur zweimal im Jahr, nämlich im Herbst und im Frühling, scheint die Sonne in diesem Winkel durch unser Wohnzimmerfenster und erweckt unsere alte Stollenwand zu neuem Leben. Alt ist sie wirklich! Mein Mann brachte sie vor 42 Jahren mit in unsere Beziehung. Damals war sie Raumteiler in seiner Einzimmerwohnung. Das große Altberliner Zimmer wurde zu Zweidrittel zum Wohnzimmer, das war der Teil mit dem Fenster. Hinter der Stollenwand stand ein Bett und ein kleiner Kleiderschrank. Irgendwie war das sehr gemütlich. Vierter Stock, Seitenflügel. Balkon an der Küche zum Hof hinaus. Im Badezimmer musste noch ein Ofen beheizt werden, damit wir warmes Wasser benutzen konnten. Das machte uns alles nichts aus. Wir waren jung, frisch verliebt und hatten eine scheinbare Ewigkeit vor uns. Das ist jetzt genau diese Ewigkeit her. Vielleicht hänge ich deshalb so an dieser Stollenwand. Zwischenzeitlich gab es immer mal wieder die Überlegung, sie zu ersetzen. Durch etwas Kleineres, das dennoch ausreichend Platz für Bücher bietet. Wir haben uns nie für eine neue Variante entscheiden können. Auch wenn mittlerweile nicht mehr alle Regale über und über mit Büchern gefüllt sind. An die 200 haben wir nach und nach weggegeben, viele Bücher stehen in Schränken und auf Regalen in anderen Räumen. Diese neuen Möbel, die seit einiger Zeit modern sind, mögen wir nicht. Sie sehen alle so gleich aus. Rechts und links ein Schrankteil, dazwischen ein niedriges Teil für den riesigen Fernseher und vielleicht noch ein Regal darüber. Bei uns würde da in der Mitte eine Riesenlücke klaffen, da unser Fernseher sehr klein ist. Er steht ganz links im Schrank und wird meistens auch noch von dem Sessel verdeckt. In diesem Jahr habe ich ihn ein einziges Mal angestellt. Das war nach der Umstellung von DVB T1 auf DVB T2. Mein Mann hat in seinem Zimmer auch einen Fernseher, der sich seines Daseins erfreuen darf. Mein Mann sieht überwiegend politische Sendungen und Reisedokumentationen. Wenn er meint, ich müsse unbedingt auch etwas davon sehen, nutze ich die Mediatheken und schaue auf meinem iPad. Das reicht mir. Im nächsten Jahr steht die Renovierung des Wohnzimmers an. Dieser Gedanke beschert mir schon jetzt Albträume. Vor einigen Jahren haben wir die Stollenwand aufarbeiten lassen. Der Tischler meinte, dass sie einen erneuten Ab- und Aufbau wohl nicht überleben würde. Vielleicht ist dann die Zeit des Abschieds gekommen. Irgendwann in naher Zukunft steht auch ein Wohnungswechsel auf dem Programm (vorausgesetzt wir bekommen eine 2,5Zimmer-Wohnung, die preiswerter als unsere 4zimmrige ist, was zur Zeit eher unwahrscheinlich erscheint), dann wäre das Viermetermonstrum sowieso zu groß. Obwohl! Wir könnten dann ja einfach ein Segment weglassen…. Ihr seht, so wirklich Anfreunden mit dem Gedanken an eine Trennung kann ich mich nicht.


Zu den Erinnerungen, die an diese Stollenwand geknüpft sind, gehört auch unsere Hochzeitsnacht. Wir haben in sehr kleiner Runde geheiratet. Erst Standesamt, dann ein kleines Sektfrühstück bei uns, anschließend Essen in einem Restaurant. Als mein Mann und ich dann am Abend bei einem Glas Wein und Kerzenlicht den Tag ausklingen lassen wollten, sah ich aus dem Augenwinkel eine Maus über den Schrank huschen. Nun gehöre ich nicht zu den Frauen, die beim Anblick dieser Tierchen kreischend auf den nächsten Tisch flüchten. Für Hochzeitsabendunterhaltung sorgten zwei weitere Mäuse, japanische Tanzmäuse, wie wir später erfuhren. Diese zu fangen, erwies sich als recht schwierig. Mit Diakästen bauten wir eine Mauer in den Durchgang zwischen Schrank und Zimmerwand, nachdem wir die Mäuse in den hinteren Teil des Zimmers gescheucht hatten. Schließlich gelang es uns, auch diese beiden flinken Tierchen in ein Falle zu locken. Am nächste Tag setzten wir die Nager in einem Park aus. Arbeitskollegen meines Mannes hatten uns diesen Streich gespielt. Als wir essen waren, zwängten sie die Mäuse durch den Briefschltz unserer Wohnungstür. Direkt hinter dem Briefschlitz saß bereits eine weiße Maus auf dem Gitter, das die Post auffängt. Diese konnten wir ohne Mühe greifen und in ein Gefäß setzen. Natürlich dachten wir, dass es nur die einzige Maus wäre. Bis dann bei Wein und Kerzenlicht….

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Das Land, in dem ich leben will

Eine Bloggerin schickte mir eine Mail mit dem Link zu diesem Lied von Bodo Wartke. Diesen Text, dem ich so absolut zustimme, kannte ich zwar schon, aber ich hatte ihn fast wieder vergessen. Ich habe mich gefragt, woran das liegt, dieses schnelle Vergessen. Und mir fallen  alle diese Satiresendungen ein, die politischen Kabaretts und Magazine. Wie oft habe ich in den diversen Mediatheken bestimmte Sequenzen gesucht, weil eine Aussage, ein Sprachwitz oder einfach eine Formulierung so wunderbar gelungen, so perfekt meinen Gedanken und Gefühlen angepasst war, dass ich mir Notizen machen musste. Oder kopieren und irgendwohin speichern. Bis mir auffiel, dass ich diese als Erinnerung gedachten Notizen anschließend vergaß. Es waren schlicht und einfach zu viele. Und doch zu wenige! Zu wenige, um dieses Land zu dem zu machen, von dem Bodo Wartke singt. Denn in den Medien, die von der großen Mehrheit konsumiert werden, wird eher Angst geschürt, werden Vorurteile und Rassismus gepredigt. Dennoch werde ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass meine Kinder und Enkelkinder weiterhin in einem Land leben dürfen, das sich Demokratie auf die Fahne geschrieben hat. Einem Land mit einem Grundgesetz, in dem alle Menschen gleiche Rechte haben sollten. Einem Land, das uns Meinungsfreiheit garantiert. Es gibt vieles zu verbessern, natürlich. Aber wenn wir diesen Standard erhalten, wenn wir menschenverachtende rechte Gewalt aufhalten können, dann bin ich schon zufrieden.

 

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Schönheitsschlaf

Letztens an der Pinwand einer Kollegin gesehen. Kann ich nur zustimmen!

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Kleine Traumerfüllung

Nein! Gummistiefel gehören nicht zu meinen schwer erfüllbaren Wünschen. Sie sind aber unabdingbar für die Erfüllung eines anderen Wunsches. So sehr ich die Ostsee auch mag, mein Herz schlägt heftiger für die Nordsee. Die Sohn-2-Familie nimmt mich in den Herbstferien mit in das Familienferiendorf Schillig. Es liegt gleich hinter dem Deich und man soll dort die Nordsee hören (wenn das Wasser gerade da ist) und riechen können. Und wenn das Wasser nicht da ist, hört man neben den blökenden Schafen das Watt rufen. Da es Ende Oktober zum Barfußlaufen sicher schon zu kalt sein wird, mussten also Gummistiefel her. Nun überlege ich, ob die Anschaffung eines Nordfriesennerzes empfehlenswert ist.

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Tattoos

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Na, dann auch für die Blogöffentlichkeit:   Beide Tattoos haben natürlich ihre Bedeutung. Die Schreibfeder in der offenen Unendlichkeitsschleife hat die Künstlerin nach einem Gespräch mit mir entworfen. Es ging dabei um die Lust am Schreiben und was am Ende … Weiterlesen

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Dancing In The Street

Die Vögel sind verstummt. Selbst die Frösche in den vielen Teichen haben ihre Konzerte eingestellt. Das ist der Moment, in dem ich meine Kopfhörer wieder aktiviere. Gerade überlege ich, ob ich mir vielleicht doch On-Ear-Kopfhörer zulegen sollte. Die In-Ear lassen … Weiterlesen

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Starenkunst am Himmel

Mein Mann hat eine Doku über Stare gesehen und mir gestern einen Ausschnitt gezeigt, von dem ich so fasziniert war, dass ich heute bei youtube nach einem passenden Video suchen musste. Vielleicht kennt ihr solche Aufnahmen schon. Wenn nicht, schaut … Weiterlesen

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Was übrig bleibt

Vor einigen Jahren starb ein Freund an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er war Mitte fünfzig. Seine Frau erzählte uns, dass er ohne Angst und gelassen dem Tod entgegengesehen hat. Er habe ein schönes Leben gehabt und sei dankbar dafür. Als ich an ihn … Weiterlesen

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Einhörner gehn mir echt am Arsch vorbei

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Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das Toilettenpapier auspackte. Es war am Samstag bei Edeka so voll, dass ich nicht richtig an das Regal mit den Hygieneartikeln herankam. Also angelte ich mir die nächstbeste Packung. Tja, und nun also … Weiterlesen

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Was steht an jeder Ecke?

  Eine Tüte ohne Schnecke Liegt knüllig in der Ecke. Die Schnecke ward verdrückt, Die Tüte bleibt zurück. Der Mensch geht schmatzend weiter Und ist dabei ganz heiter. Ohne Leine rennt ein Hund Und das hat einen guten Grund Er … Weiterlesen

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Die Hälfte

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des Jahres ist vorbei. Mochte ich meinen Kalender im Januar noch, auch im Februar und im März, so gefällt mir sein Aussehen nicht mehr richtig. Ich beobachte, dass ich die Blätter nicht mehr täglich abtrenne. Als ob sich die Zeit … Weiterlesen

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