DSGVO

Bei Benutzung der Kommentar oder Likefunktion erklärst du dich mit der Datenspeicherung (WordPress ) auf dieser Website einverstanden. Ich erfülle damit meine Mitteilungspflicht gemäß DSGVO. Eigentlich wisst ihr das, aber ich versuche den neuen Verordnungen gemäß zu handeln.

Ich bedanke mich bei Ulli, die mit diesem Satz das umgesetzt hat, was ich zu formulieren versucht habe.

Veröffentlicht unter allerlei | 1 Kommentar

Computerspiele

Als meine Kinder noch klein waren, kamen die ersten Computer für den Privathaushalt auf den Markt. Ich besaß so ein Teil, in dem man jeden Befehl in einer Programmiersprache (Basic) eingeben musste. Leider habe ich mich nicht weiter damit befasst und das Teil verschwand in der Versenkung. Dann kam der Commodore 64 ins Haus und natürlich wurde damit gespielt. Autorennen, Tennis, und ähnliche harmlose Spiele. Meine Kinder besaßen weder einen Gameboy oder Nintendo, auch keine Playstation kam uns ins Haus. Heute, als erwachsene Familienväter gehört die Playstation wohl einfach zu ihrem Inventar. Wobei den Kindern nur moderater Zugriff gestattet ist. Und wie sieht es bei mir aus? Eine Scrabble-App auf meinem iPad nutze ich recht häufig. Eine Zeitlang spielte ich Solitär und Mahyong. Aber das langweilte mich recht schnell. Ein wunderschönes Spiel ist Monument Valley. Ich habe beide Teile mehrfach durchgespielt, ohne dass es mir zu viel wurde. Die Musik war angenehm, die Grafik sehr ansprechend und ich musste ganz schön um die Ecke denken (https://youtu.be/wC1jHHF_Wjo)

Und nun bin ich einem alten Spiel verfallen, dessen Namen sicher jeder kennt: Minecraft. Mein Enkel zeigte es mir und meine Begeisterung hielt sich sehr in Grenzen. Ich kannte es nur als Adventurespiel, in dem es darum geht, Monstern aus dem Weg zu gehen und irgendwie zu überleben. Solche Spiele sind überhaupt nichts für mich. Aber dann zeigte mir mein Enkel, dass es auch ganz anders geht. Es gibt die Modi kreativ und friedlich. Hier kann man fast alle Elemente unbegrenzt benutzen und nach Herzenslust Welten erschaffen. Es hat etwas gedauert, bis mein räumliches Denken sich den Anforderungen des Blockaufbaus der Minecraftwelt angepasst hatte. Aber dann entdeckte ich mach und nach die schier unendlichen Möglichkeiten. Aus einem anfängliche kleinen Tierpark ist eine Welt entstanden, in der mir immer neue Ideen kommen. In diese Welt habe ich in zwei unterschiedlichen Biotope Ferienlager „Jugend und Umwelt“ gebaut. Sie bestehen aus einfachen Häusern mit je zwei Betten, einer Truhe und einem Bücherregal. Im Ferienlager gibt es einen Seminarraum, eine Mensa, Toiletten- und Waschräume, Gemüsebeete, die gepflegt werden müssen, und einen Platz für Lagerfeuer. Ich habe mir beim Einrichten (nicht nur dieser Häuser) richtig Gedanken gemacht. So hat jede Hütte eine andere Bettfarbe. Na ja, die Möglichkeit der Einrichtungsgegenstände ist eher nicht unendlich.

Heute habe ich einen Skulpturengarten gebaut. Es sollte ein Projekt beider Ferienlager werden. Was ich da gebaut habe, gab mir zu denken. Denn wenn das alles auch nur Spiel ist und meiner Fantasie entspringt, so wurde diese Fantasie schließlich im Laufe ihres langen Lebens mit reichlich Stoff versorgt. Und jeder Künstler greift in diese große Vorratskiste. So schufen die “Kids“ aus den Ferienlagern Skulpturen, die einen eher düsteren Blick auf diese Welt haben.

Dieser Kreativmodus in Minecraft wird mittlerweile sogar eingesetzt, um Kindern das räumliche Sehen und Denken näher zu bringen. Ich persönlich habe damit auch meine Schwierigkeiten und stelle fest, dass mir das immer leichter fällt. Allerdings sehe ich plötzlich im realen Leben immer häufiger Strukturen, die dem Blockaufbau des Spiels sehr ähneln.

Veröffentlicht unter allerlei, Minecraft | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Von großen und kleinen Tieren

Die Wohnung, in der ich gerade lebe, ist ganz in der Nähe vom Tierpark. Im Sommer habe ich mir eine Jahreskarte gekauft, damit ich spontan ein Zeitfenster buchen kann, das auch verfallen kann, wenn es doch nicht passt. Gestern passte es gut. Der Wetterbericht sprach von Sonne ab und zu und kein Wasser von oben (anders als heute). Ich hatte mir einige Ausflugsziele für die Katerhütezeit vorgenommen, aber bei Regen mag ich dann doch nicht unterwegs sein. Kalt darf es durchaus sein, am besten mit ein paar Sonnenstrahlen, aber Nässe, ach nö.

Gestern hatte ich vor, den kleinen Tieren meine Aufmerksamkeit zu widmen. Allerdings führte der Weg als erstes bei Hertha und ihrer Mutter vorbei. Und wie sie da so fotogen vor sich hin dösten, musste ich sie doch knipsen.

Das ist Tonja

Ein Bär, den man doch gerne knuddeln würde, oder? Ich würde jedenfalls gerne mal in sein dickes Fell fassen.

Da hier auf Anhieb nicht zu erkennen ist, was da im Wasser schwimmt, habe ich so lange gewartet bis das Tier mal ein Auge öffnete.

Jetzt wird ein Schuh, äh, ein Schwan draus.

Zum Aufwärmen bin ich durch das sehr imposante Alfred-Brehm-Haus gegangen. Allerdings war ich nicht in dee tropischen Freiflughalle, sondern habe nur ein Foto durch die Glaswand geschossen.

Ein Krokodil konnte ich leider nicht sichten.

Eine weitere Ausnahme zu dem Kleingetier habe ich bei den Geiern gemacht. Mittlerweile kann man auch einen kleinen Teil dieser sehr, sehr große Voliere betreten. Selbst die großen Geier mit ihrer beachtlichen Flügelspanne können hier problemlos fliegen. Aber ich komme immer des Gauklers wegen her. Dieses Mal drehte er mir aber den Rücken zu und ich habe viel Geduld aufbringen müssen, bis er dann doch mal wenigstens den Kopf zu mir drehte.

Und nun zu den kleinen unter den großen Tieren. Und wo kann man sie am besten fotografieren? Natürlich im Streichelzoo und in den Anlagen drumherum. Denn egal, wie groß auch ein Elefant oder wie imposant ein Löwe ist, Kinder lieben Kuscheltiere. Ganz besonders in der lebenden Variante. Das Stofftier muss nur als Ersatz herhalten.

Nein, das ist kein Suchbild! Das ist einfach nur Gras. Ein paar schöne Motive liefert der Herbst ja auch. Aber die sind hier heute nicht das Thema.

Die Gänse hier werden ihre Keulen sicher auch noch im nächsten Jahr besitzen.

Bei der Durchsicht der (über 100) Fotos bin ich bei dem folgenden sehr stark ins Grübeln gekommen

Warum fehlt dem Reiher ein Stück Bein? Dann sah ich, dass ich den Vogel auch aus einer anderen Perspektive aufgenommen habe und konnte das Rätsel lösen.

Natürlich habe ich nicht alle Fotos behalten. Und nicht alle dürfen großformatig gerahmt die Wand schmücken. Das durfte bisher nur dieser Kauz aus dem Berliner Zoo

Veröffentlicht unter Fotografie, Tierisches, Unterwegs | 6 Kommentare

Bin noch da,

wenn auch nicht hier. Mit “hier“ meine ich, dass ich gerade nicht in meinem üblichen Zuhause wohne, sondern die Kater meiner Kinder hüte. Aber auch etwas anderes hält mich momentan vom Bloggen und anderen sozialen Medien ab. Daher habe ich auch seit einigen Tagen keine anderen Blogs besucht. Die meisten von euch werden über den Grund sicher den Kopf schütteln, aber davon ein anderes Mal. Für heute nur ein bisschen Cat Content.

Noch ein viertel Stümdchen
Die Wanne gehört mir!

Na gut, dann dusche ich eben später.

Veröffentlicht unter allerlei | 6 Kommentare

Geht schon, oder?

Damit muss ich doch nicht bis zum Advent warten?

Veröffentlicht unter Speis&Trank | Verschlagwortet mit , , | 14 Kommentare

250 Jahre alte Querdenker

Wobei der Begriff erst seit Corona so negativ besetzt ist. Im Deutschlandfunk gibt es täglich das Kalenderblatt, heute ein Beitrag über die Moskauer Pestrevolte vor 250 Jahren, hier nachzulesen: https://www.deutschlandfunk.de/die-moskauer-pestrevolte-vor-250-jahren-infektionsschutz.871.de.html?dram:article_id=503062

Kurz zum Inhalt: Pestepidemie > Maßnahmen wie Quarantäne, Verbrennen der Kleidung, Bestattung außerhalb der Stadtmauer u.ä. wurden angeordnet. Doch die Pest breitete sich bis in die Mitte Russlands aus. Besonders dort, wo Menschen beengt wohnten und arbeiteten. Schließlich kam es zur Revolte. Gegen Maßnahmen, die auch das religiöse Leben betrafen.

Zitate aus Wikipedia:

„Schon im Vorfeld zur eigentlichen Revolte gab es Unruhen in der Bevölkerung. Den Ärzten wurde vorgeworfen, dass sie die Kranken in den Krankenhäusern willentlich umkommen ließen[7], gar vergifteten.“ Haben wir Ähnliches nicht auch schon gehört?

Am 8. September 1771 wendete sich Kaiserin Katharina in einem Manifest an das Volk. Sie beschwerte sich darüber, dass die Vorsorgemaßnahmen nicht eingehalten würden.“ Zwar ist Frau Merkel keine Kaiserin, aber so in der Art hat sie sich doch auch geäußert.

„Ein beträchtlicher Teil der Ärzte stammte aus westeuropäischen Ländern.[1] Vom 16. September 1771 wird berichtet: „Der Pöbel empörte sich wider alle Ärzte und Wundärzte“.[14] Es hieß, die Ärzte hätten die Pest verursacht ….“

„Die aus Sicht der Administration bedrohlichste Situation ereignete sich am Abend des 17. September 1771 auf dem Roten Platz. Ihr ging ein erneutes Läuten der Sturmglocke voraus, mutmaßlich als Zeichen zum Angriff.[1] Eine Gruppe von rund 130 Soldaten wurde von Bürgern mit Steinen und Stöcken angegriffen.[4] Aufständische versuchten in den Kreml einzudringen….“

Alles ist schon einmal da gewesen. Ich wage zu bezweifeln, dass die Menschen letztendlich aus der Vergangenheit ihre Lehren ziehen. Egal, in welche Richtung man auch schaut, die Fehler werden immer und immer wiederholt. Wäre es anders, gäne es schon längst keine Kriege und keinen Hunger mehr.

Veröffentlicht unter Corona | Verschlagwortet mit , | 4 Kommentare

Tagesdecke

Heute habe ich an meinem UFO (unfertiges Objekt) weitergenäht. Nein, ich bin nicht zufrieden! Die Idee, ein Laken als Rückseitenstoff zu benutzen, war keine gute. Wenn ich einen Quilt nähe, breite ich das Top (das fertige Oberteil) auf dem Fußboden aus, lege das Volumenvlies darauf und bügel es auf. Viele Quilterinnen kleben es lieber auf den Rückseitenstoff, damit sie, wenn nötig, am Oberteil noch etwas auftrennen können. Wenn das erledigt ist, stecke ich Stück für Stück den Rückseitenstoff fest und hefte die Stoffe zusammen oder benutze den Micro Stitch, ein Hefter für Stoff. Dann quilte ich entweder mit der Hand oder der Maschine. Anschließend trenne ich die Heftfäden auf bzw. schneide die aus Kunststoff bestehenden Tackernadeln ab. Ganz zum Schluss nähe ich das Binding an. Fertig ist der Quilt.

Mein 2014 genähtes Top wollte ich nun mit einem Laken verstürzen. Also habe ich beide Stoffteile im Wohnzimmer auf dem Fußboden ausgebreitet um sie zusammenzustecken. Das ging leider nicht. Die Stoffe bremsten sich gegenseitig aus und die neue Auslegware war auch nicht hilfreich.

Es war ein aussichtloses Unterfangen. Eine Längs- und eine Querseite konnte ich zusammennähen, aber die beiden anderen musste ich mühsam auf dem Esstisch zusammenfügen. Dennoch verzog sich das Laken immer noch. Ich hätte doch etwas tiefer in den Geldbeutel greifen und einen Patchworkstoff kaufen sollen. Der wäre auch erheblich leichter gewesen als das Laken. Aber nun ist es zu spät. Die Decke ist fertig und auf dem Bett ist es nicht zu sehen, wie verzogen sie ist.

Die Decke heißt Hidden Objects, da es viel zu entdecken gibt, wenn man sie sich genauer ansieht.

Dieses Muster wird übrigens Log Cabin (Blockhaus) genannt. Um ein Quadrat, hier ist es rot, werden abwechseln helle und dunkle Streifen genäht, bis ein Quadrat beliebiger Größe entstanden ist. Die Quadrate können nun zu beliebigen Mustern zusammengefügt werden. Ich habe mich für die Variante mit den Streifen entschieden.

Veröffentlicht unter Patchwork | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare

Aus alt mach neu

Vor genau 10 Jahren habe ich diese Topflappen genäht

Der Stoff gefiel mir und ich hatte ausreichend Beistoffe in meinem damals großen Stoffvorrat. Zwischen Vorder- und Rückseite habe ich Thermolan eingenäht und beide Seiten zusammengesteppt. Darauf kam der doppelt zusammengelegte Motivstoff. Die Topflappen haben uns gute Dienste geleistet, obwohl mein Mann meinte, dass sie Hitze nicht so gut abhalten würden.

Leider zeigte der schwarze Stoff irgendwann deutliche Gebrauchsspuren.

Ich habe nur noch sehr wenige Stoffe, da ich die meisten einer Kollegin geschenkt habe, die das Nähen für sich entdeckt hat. Den Motivstoff besaß ich auch nicht mehr. Also habe ich, eine furchtbare Arbeit übrigens, die Topflappen aufgetrennt.

Die neuen Topflappen sind einen Tick kleiner. Dafür habe ich die doppelte Schicht Thermolan eingenäht und die Stoffe verstürzt, statt ein Binding anzunähen. So schön wie dei alten sind sie nicht mehr. Die Kontraste der Spielerei mit Rot und Schwarz fehlen. Aber sie werden ihren Zweck vielleicht besser als die alten erfüllen.

Nun hoffe ich auf weitere 10 Jahre!

Die beiden alten Teile habe ich zurechtgeschnitten und beide zu einem neuen zusammengesetzt (die zerschlissene Seite liegt jetzt innen). Da sie mit Thermolan gefüllt sind, wollte ich sie nicht wegwerfen. Zwar habe ich sie nur mit einem Zickzackstich zusammengenäht

aber als Topfuntersetzer eignen sie sich immer noch hervorragend

Und ja, irgendwie gefällt es mir gerade, dass unser Allzweckzimmer wieder zum „Atelier“ wurde.

Ein weiteres Projekt soll demnächst beendet werden. Das einzige UFO meiner Nähzeit. Seit 2014 wartet eine Decke auf ihre Fertigstellung. Da sich inzwischen bettmäßig etwas bei uns geändert hat, wird es kein richtiger Quilt werden. Also ein Quilt aus Top, Rückseite und einer Vliesfüllung. Ich werde eine Tagesdecke für mein Bett daraus machen. Für einen Quilt hätte ich natürlich einen schönen Rückseitenstoff gekauft. Patchworkstoffe sind ausgesprochen teuer und da von einem Bettüberwurf nur die schöne Seite zu sehen sein wird, habe ich ein ganz normales Baumwolllaken für die Rückseite gekauft. Solche Laken gibt es in verschiedenen Größen und in verschieden Farben. Der Preis dafür beträgt nicht mal ein Drittel eines guten Patchworkstoffs. Mal sehen, ob mir die Umsetzung gelingt.

Veröffentlicht unter Patchwork | Verschlagwortet mit , , , | 5 Kommentare

Herbst

Ich weiß, viele von euch – auch mein Mann gehört dazu – mögen den Herbst nicht. Einige mögen ihn nicht, da ihm der dunkle Winter folgt. Andere wiederum können ihm das Abschied nehmen müssen vom Sommer nicht verzeihen. Ich gehöre zu den Menschen, deren Lieblingsjahreszeit er zwar nicht ist, das ist für mich der Frühling, aber dann folgt auch schon der Herbst. Seine bunten Farben assoziieren einige Menschen mit dem Tod, was, zugegebenermaßen, auch der Fall ist, denn nichts anderes bedeutet das bunte Laub an den Bäumen. Ich aber sehe die vielen Rot- und Braun – und Gelbtöne, das verbindende Orange und all die Zwischentöne. Wenn die Sonne nicht scheint, leuchtet das Gelb dennoch so intensiv, dass man meint, das Laub wäre sonnenbeschienen. Der Herbst ist auch die Zeit der Ernte. In einigen Blogs lese ich, wie Hobbygärtner reiche Ernte einfahren und Vorräte für den Winter einkochen, trocknen oder einfrieren. Nun wird nicht nur mein Mann sagen: „Alles schön und gut. Aber nach den bunten Monaten kommt der graue November mit Nebel und den ganzen Totenfeiertagen.“ Aber hat nicht auch so ein nebelverhangener Morgen seine Reize? Ich denke da an Spinnennetze, an deren Fäden sich Tautropfen wie Perlenschnüre aneinanderreihen. Einzig der Vogelzug stimmt mich jedes Jahr aufs Neue ein wenig traurig. Wenn ich das Schnattern der Gänse und das Trompeten der Kraniche höre, halte ich nach den Vögeln Ausschau und wünsche ihnen eine gute Reise ohne große Gefahren. Ich sage ihnen, dass ich mich schon sehr auf sie freue, wenn sie einige Monate später, ihre Sommerquartiere als Ziel, über uns hinwegziehen. Der November ist aber auch ein Monat der Ruhe und der Einkehr. Wir Städter und voll im Beruf stehenden Menschen erleben das etwas anders als die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Statt Geräte zu pflegen, notwendige Reparaturen anzupacken oder Ähnliches, erledigen wir die Dinge, die wir den ganzen Sommer auf diese Jahreszeit geschoben haben. Wir lesen endlich die Bücher, die sich im Laufe der letzten Monate angesammelt haben. Mein Stapel hat eine beachtliche Höhe erreicht. Oder wir sortieren unsere Fotos. Was sich da auf Festplatten, Smartphones und Tabletts angesammelt hat, will in Alben verschoben oder, besonders schöne Bilder, sogar ausgedruckt werden. Für mich ist der Herbst die Jahreszeit, die mich freundlich an die Hand nimmt und mich mit bunten Farben in den Winter geleitet. Darum habe ich heute auch meinen Herbstquilt aus dem Schrank geholt und an die Wohnzimmertür gehängt. So bunte Farben sind doch wirklich schön, oder?

Veröffentlicht unter Patchwork | Verschlagwortet mit , , , | 10 Kommentare

Enttäuschte Erwartung

Mein Mann und ich gehen nicht mehr oft zum Essen in ein Restaurant. Seit Corona tendiert dieses Vergnügen gen Null. Für gestern Abend hatte ich einen Tisch in einem Restaurant bestellt, das man vielleicht italienisch angehaucht nennen könnte. Es gibt Pizza, Pasta und diverse Fleisch- und Fischgerichte. Im März letzten Jahres war ich mit einer Freundin dort und habe sehr lecker Fisch gegessen. Zweierlei Sorten Fisch mit Kartoffeln, Spinat und Rahmsoße. Auf dieses Essen habe ich mich sehr gefreut. Aber wie das häufig so ist mit großen Erwartungen, sie werden enttäuscht. Alle Zutaten auf dem Teller, es gab diesmal auch Pfifferlinge (die ich normalerweise sehr gerne esse, wenn ich weiß, woher sie kommen), wurden von einer dicken fetten Soße ertränkt. Ich konnte nur den Fisch essen und ein paar Happen der Beilagen (dieKartoffeln schienen auch schon vor längerer Zeit gekocht worden und nur kurz in einer Pfanne leicht gebräunt geworden zu sein). Den Rest ließ ich zurückgehen. Die Bedienung meinte, ich könne mir beim nächsten Mal die Soße separat geben lassen. Nun, ein nächstes Mal wird es wohl nicht geben. Die Steinofenpizza meines Mannes war aber gut.

Ein weiterer Grund, dieses Restaurant zu meiden, sind für mich persönlich die sehr laschen Umgangsregeln mit den Coronaauflagen. Ich hatte einen Tisch im Innenraum reserviert, da es draußen einfach zu laut und auch zu kühl war. Auf meine Frage, ob kein Test, Impfausweis o.ä. vorzuzeigen wäre, wurde mir geantwortet, dass wir uns erst mal setzen sollten. Ich hatte dann den Anschein, dass die Bedienung noch nie einen digitalen Impfnachweis gesehen hatte. Was mich auch störte, war, dass alle Servicekräfte ausschließlich einen Kinnschutz trugen. Kontaktdaten wurden überhaupt nicht erfragt.
Eine ähnliche Erfahrung machte ich ein paar Stunden vorher bei der Bank. Zwar zahle ich fast alles mit Karte, aber ein bisschen Bargeld habe ich dennoch gerne bei mir. Also wollte ich mir etwas Geld ziehen. In unserer Bankfiliale sollten nur zwei Personen gleichzeitig in dem kleinen Vorraum sein. Irgendwann fragte hinter mir ein Mann genervt, warum wir (ein weiterer Kunde wartete noch vor mir) nicht endlich reingehen. Auf meine Antwort, dass bereits zwei Kunden an den Automaten stünden, reagierte er sehr unwirsch. Als ich später an der Reihe war und neben meiner Geldabhebung noch einem Mann behilflich war, der einen Dauerauftrag einrichten wollte und nicht alleine zurecht kam, waren plötzlich vier Menschen in dem Raum. Ich gehöre sicherlich nicht zu den Menschen, die alle Regeln haarklein befolgen, aber wenn es um die Gesundheit – nicht nur meiner! – geht, versuche ich sie einzuhalten.

Vielleicht hätte ich mich für das Essen Nr.180 entscheiden sollen. Möglicherweise wäre es dann doch noch ein lustiger Abend geworden?

Veröffentlicht unter Corona, Speis&Trank | Verschlagwortet mit , , | 5 Kommentare

Hochzeitstag und Holland

Heute vor 45 Jahren habe ich geheiratet. Einen Tag vorher war der Polterabend im engsten Freundeskreis. Damals gab es noch nicht diese Junggesellen:innenabschiedsfeiern, die meistens in Besäufnissen enden (und daher schon Wochen vor der Hochzeit begangen werden) und die irgendwie meistens nur peinlich sind. Wir kehrten zu Hause das Poltergeschirr zusammen, der Alkohol wurde in Form einer Bowle genossen.

Heute bin ich nicht traurig darüber, dass nicht in Farbe fotografiert wurde. Die Tapeten dieser Zeit hatten ja einen farblich (bei uns orange und braun) und auch von den Mustern her, psychedelischen Touch. Auch die Hochzeit am nächsten Tag fand nur standesamtlich und im engsten Familienkreis statt.

Das Foto wurde vor 45 Jahren in Farbe aufgenommen, ist jetzt aber völlig vergilbt. Darum habe ich es in schwarzweiß umgewandelt. Nach der Hochzeit fuhren wir nach Hause, tranken ein Glas Sekt und aßen die von uns in aller Herrgottsfrühe belegten Brötchen. Am Nachmittag trafen wir uns alle zu einem Essen in einem Restaurant. Wie gesagt, nur die engste Familie. Meine Eltern, Brüder, meine Oma und unsere Trauzeugen. Die Eltern meines Mannes waren leider nicht dabei. Meine Schwiegermutter brauchte lange, bis sie mich nicht nur akzeptieren konnte, sondern auch zu mögen begann.
Der Tag klang dann noch bemerkenswert aus. Nicht alle Kollegen meines Mannes konnten sich damit abfinden, dass wir den Polterabend, auch aus Rücksicht der schwer behinderten Kinder der Mieterin unter uns, so klein und ohne sie gefeiert haben. Ein Kollege wurde dazu ausgewählt, uns Mäuse durch den Briefkastenschlitz zu stecken (ich berichtete hier schon einmal davon). Die armen Mäuse hatten Glück, dass ich keine Angst vor Tieren habe, die mir nicht gefährlich werden können. Irgendwann hatten wir alle Mäuse gefangen und damit eine Geschichte für das Familien-Anekdotenbuch. Die Tiere haben wir am nächsten Tag in einem Park ausgesetzt. Heute würden wir sie natürlich im Tierheim abgeben, denn dass ihre Überlebenschancen in dem Park groß waren, bezweifle ich aus heutiger Sicht.

Heute morgen:

Der Blumenstrauß hat mich nicht überrascht, denn bei dem Kauf war ich gestern dabei. Aber das Buch hat es dafür umso mehr. Zu Holland habe ich schon eine sehr innige Beziehung gehabt, bevor ich meinen Mann kennenlernte. Ein Jahr nach der Heirat waren wir gemeinsam das erste Mal in den Niederlanden. Weitere Reisen, später auch mit den Söhnen, sollten folgen. Durch unsere Kinder lernte ich Wimmelbücher kennen und lieben. Ich glaube, ich habe alles, was es an Büchern dieser Art gibt, später meinen Enkelkindern gekauft. Dieses Buch über die Niederlande, das ich heute von meinem Mann bekam, ist auch ein Wimmelbuch.


Auf vielen Seiten werden nicht nur die unterschiedlichsten Landschaften und Städte vorgestellt, wie gleich eine Nachtszene in Amsterdam


Eingebettet in die Bilder sind ganz viele Geschichten aus Kunst, Politik, Geschichte und Gesellschaft.

Hier z.B. steht Rembrandt auf der Treppe seines Hauses. Auf der Straße davor sein wohl berühmtestes Gemälde „Die Nachtwache“. Auf der anderen Buchseite ist in einem Fenster eines Hinterhofes Anne Frank zu sehen.
Die Zeichnerin des Buches, Charlotte Dematons, hat dem Buch eine Broschüre beigelegt, in der sie viele Kleinigkeiten, die der Betrachter vielleicht übersehen oder nicht verstehen würde, erklärt.

Auf jeder Seite des Buches ist modernes Leben mit Leben aus vergangenen Jahrhunderten gemischt. Etliche Szenen sind alten Gemälden nachempfunden.

Natürlich dürfen die Tulpenfelder nicht fehlen. Diese Farbenpracht der Tulpen und der Duft der riesigen Hyazinthenfelder sind ein wahrer Rausch für die Sinne.


Was ich aber am meisten an Holland geliebt habe, ist die Nordsee. Der salzige Geruch, der fast immer landaufwärtige Wind, die schier endlosen Strände, die unglaubliche Freundlichkeit und Gelassenheit der Bewohner (wir haben nicht einen deutschfeindlichen Menschen kennengelernt)… verbunden mit den Erinnerungen an die wilden (Hippie-) Jahre Ende der 1960er, das alles hat Holland zu einem Land gemacht, dem ich mich sehr verbunden fühlte.

Diese Jacke habe ich sehr gemocht!
Veröffentlicht unter allerlei, Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , , | 17 Kommentare

Alle Jahre wieder

steht nicht nur der Weihnachtsmann vor der Tür, sondern es findet im Spätsommer/Herbst die Dahlienschau im Britzer Garten statt. Da ab morgen bis auf unbestimmte Zeit Regen angesagt ist, sind mein Mann und ich heute zu dem Spätblühern gefahren. Mein Mann kann nicht lange laufen und ab und zu ein Päuschen auf einer Bank reicht nicht aus, daher werde ich an einem der nächsten trockenen Tage, die ja auch wieder kommen werden, noch einmal alleine dort hin fahren. Denn der Britzer Garten hat noch mehr zu bieten, wie ich ja schon oft hier beschrieben habe. Im Rosengarten war ich aber heute schon, denn die Pracht ist sicherlich bald vorbei.

Nachtrag: Hier gibt es einen guten ersten Eindruck über diesen wirklich großartigen Park https://www.britzergarten.de/

Veröffentlicht unter Unterwegs | Verschlagwortet mit , | 8 Kommentare

Mein Opa

Am Samstag erzählte meine Schwiegertochter eine Geschichte ihres Opas, wie er eine Voliere für Wellensittiche in seinem Garten baute. Der Opa ist schon ist schon lange tot. Ich habe ihn aber noch kennenlernen dürfen, als wir bei den Eltern meiner Schwiegertochter Welpen gucken waren und uns in unseren Hund verliebten.

Letzte Nacht habe ich von meinem Opa geträumt. Das erste Mal seit unendlichen Zeiten. Vor 49 Jahren ist er plötzlich gestorben, völlig überraschend. Ich war gerade 18 Jahre jung und natürlich traurig. Aber auch gerade ganz frisch verliebt. Die große Trauer sollte erst später kommen.

Ich habe meinen Opa heiß und innig geliebt. Dabei war er gar nicht mein „echter“ Opa. Der ist lange vor meiner Geburt gestorben. An einer Krankheit, die er mir mit in die Wiege gelegt hat. Lungen-TBC.

Das ist der Opa, den ich nie kennengelernt habe, mit meiner Oma an ihrem Hochzeitstag.

Und das ist der Opa, den ich geliebt habe

Ich weiß nichts über ihn, gar nichts. Und ich kann niemanden mehr fragen. War er im Krieg? Wie waren seine politischen Überzeugungen? Welche Musik liebte er? Wovon träumte er? War er glücklich? Keine Fragen, die ein Kind stellt. Und doch reicht das karge Wissen für die kindliche Liebe!

Mein Opa hat mir das Lesen beigebracht. Dabei rauchte er Zigarren. Ein Geruch, den ich mochte und den ich seither nur noch selten gerochen habe. Später durfte ich die Rabattmarken , die es damals in fast allen Lebensmittelgeschäften gab, in die leeren Zigarrenkisten sortieren und dann in die Hefte kleben.
In der ersten Klasse wurde ich krank, Lungen-TBC. Ich war lange von zu Hause weg. Zuerst im Krankenhaus. Isoliert. Gespräche mit den Eltern und Großeltern konnte ich nur mit einem Telefon führen. Wie in den amerikanischen Serien, in denen Gefängnissinsassen auch nur über ein Telefon, getrennt durch eine Glasscheibe, mit ihren Besuchern kommunizieren können.

Das bin ich im Krankenhaus, der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin Wannsee nach der Isolation. Ich erinnere mich an Spritzen, an viele große Tabletten und schreckliche Bronchoskopien. Jedenfalls denke ich, dass das welche waren. Ich erinnere mich an den Gummigeschmack vom Schlauch, der mir in den Hals gesteckt wurde. Im Radio liefen Schlager. Ein Schiff wird kommen und Weiße Rosen aus Athen. Einmal saß ich, an die Wand gelehnt, auf dem Gitter des Kopfteils vom Bett. Ein größeres Mädchen zog das Bett weg und ich fiel vom Bett. Eine Narbe am Hinterkopf ist bleibende Erinnerung. Wenn ich beim Frisör die Haare raspelkurz schneiden lasse, muss ich die Frisörin darauf aufmerksam machen. Dort wachsen keine Haare mehr. Mein Opa hat mir das Lesen vor der Einschulung beigebracht. Das war meine Rettung! Wann immer es möglich war, flüchtete ich mich in Bücher.

Nach dem Krankenhaus kam ich zur Rehabilitation in eine Einrichtung für Kinder nach Scheidegg im Allgäu. Es war eine konfessionelle Klinik. Mein Opa hat mich zu Weihnachten dort besucht. In unserer Familie besaß niemand ein Auto. Er muss also mit dem Zug, vielleicht auch dem Bus, angereist sein. Ich weiß nicht, wo er wohnte und ich kann mich auch nicht daran erinnern, ob er Geschenke mitgebracht hat, was sicher der Fall war. Meine Mutter hatte weder die Mittel noch die Zeit, mich zu besuchen. Es waren schließlich noch zwei kleine Söhne zu versorgen. Ich weiß auch nicht, wie lange mein Opa blieb. Aber ich erinnere mich an das warme Gefühl seiner Anwesenheit.

Ich vor der Klinik
Mein Opa.
Viel Schnee
Spaziergang

Der Besuch meines Opas half mir über den Besuch vom Knecht Ruprecht hinweg. Alle Kinder waren in einem großen Raum versammelt. Die Mädchen auf der einen, die Jungen auf der anderen Seite. So viele Kinder! So viele noch so klein.

Einige Kinder wurden in ihren Betten in den Saal geschoben. Knecht Ruprecht las die Namen von Kindern vor, die unartig waren. Dazu gehörten auch Daumenlutscher. Also auch ich. Ich hatte furchtbare Angst. Aber mein Name war nicht auf der Liste. Ich habe noch viele Jahre am Daumen genuckelt. Und mir wird klar, warum ich später psychische Probleme bekam. Wieviele der Kinder auf dem Foto wohl auch?

Irgendwann war Fasching. Meine Tante, eine Schneiderin, nähte mir ein Kostüm, an das ich mich noch ganz genau erinnern kann. Es war aus goldfarbenen Taft. Plastikblumen waren darauf genäht. Eine Krone gehörte auch dazu. Ich ging als Blumenkönigin. Hatten wir Spaß? Vielleicht. Aber wenn ich so in die Augen des Kindes in der Mitte sehe…

Die zweite von links bin ich, neben dem Indianer

Meinen allerersten Film sah ich dort. Freddy Quinn, Die Gitarre und das Meer. Und mir wurde ein Milchzahn gezogen, weil der einfach nicht ausfallen wollte, obwohl der bleibende Zahn mächtig drängelte. Ich bekam eine Maske übergestülpt und wurde mit Äther betäubt. Auch eine bleibende Erinnerung. Und der einzige Zahn, der mir bisher gezogen werden musste.
ich musste bis nach Ostern in der Klinik bleiben. Wie ich dort hin kam und auch wieder nach Hause, weiß ich nicht mehr. So viel Erinnerungen fehlen mir! Aber meinen Opa werde ich nie vergessen. Es gibt so gut wie keine Bilder von uns beiden zusammen. Wenn wir später verreisten oder Ausflüge machten, war er der Fotograf. Aber ein Foto habe ich gefunden. Es wurde etliche Jahre später bei einem Ausflug in den Botanischen Garten aufgenommen. Ich war vielleicht 13 oder 14 Jahre alt.

Es war schön, von meinem Opa zu träumen!

Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare