DSGVO

Bei Benutzung der Kommentar oder Likefunktion erklärst du dich mit der Datenspeicherung (WordPress ) auf dieser Website einverstanden. Ich erfülle damit meine Mitteilungspflicht gemäß DSGVO. Eigentlich wisst ihr das, aber ich versuche den neuen Verordnungen gemäß zu handeln.

Ich bedanke mich bei Ulli, die mit diesem Satz das umgesetzt hat, was ich zu formulieren versucht habe.

Veröffentlicht unter allerlei | 1 Kommentar

Erdbeere in Not

Als ich letztens in einer Gärtnerei neue Tontöpfe zum Umpflanzen einiger Zimmerpflanzen kaufte, nahm ich einen Pflanzsack mit Erdbeeren mit.


Leider stellte sich heraus, dass das Gießen schier unmöglich war. Im hängenden Zustand lief das Wasser sofort aus allen Löchern heraus. Ich musste den Sack also abnehmen, fast waagerecht halten und dann langsam Wasser einfüllen und warten, bis die Erde es aufgesaugt hat. Dennoch hingen die Blätter und Blüten nach sehr kurzer Zeit wieder schlaff herab. Ich konnte die Qualen der Pflanzen fast spüren. Heute fuhren wir dann los und kauften neue Kästen. Ich schnitt den Sack vorsichtig auf und topfte die Erdbeeren um.

Bei der Gelegenheit bekamen die Hosta auch ein neues Zuhause.

Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Beatles, Stones und Tuareg

Letzte Woche  entdeckte ich auf (oder heißt es bei?) Twitter dieses Foto:

Ich habe keine 39 Titel finden können, aber doch recht viele. Mein Mann hingegen erkannte nicht einen einzigen. Das lag dran, dass er auch gar nicht genau hinsah und das damit begründete, dass ihn die Beatles nie interessiert hätten. Er ist eingefleischter Fan der Stones. Wobei unser Musikgeschmack im Laufe der Jahrzehnte breiter gefächert wurde, wie sicher bei uns allen. Heute läuft in seinem Zimmer fast nur klassische Musik. Oder diese wunderbare Gruppe „Tamikrest“ vor ein paar Tagen, die ich dann bei Sonos fand und  so richtig laut aufdrehen muss. Die Musik aus unseren „wilden“ Jahren lieben wir aber immer noch.

„Tamikrest (Tamaschek für der Knotenpunkt, das Bündnis, die Zukunft) ist eine Band, deren Mitglieder dem Volk der Tuareg angehören. Die Band wurde 2006 gegründet.[1] Sie mischt Tuareg-Musik mit westlicher Rock- und Popmusik. Ihr Gesang ist in Tamaschek. Haupt-Songschreiber der Band ist Frontmann Ousmane Ag Mossa.“

Quelle:Wikipedia

Mir fiel in dem Zusammenhang eine Karikatur ein, die ich im Netz  wieder gefunden habe. Als ich sie damals sah, fand ich sie sehr lustig. Je älter ich aber werde, sehe ich sie auch aus einem anderen Blickwinkel und ich werde etwas traurig. Ich sehe Hippies vor mir und 68er. Wären auch Frauen auf der Zeichnung, würde ich zur Flower-Power-Gruppe  gehören. Mein Mann zu der anderen. Er war ein echter 68er. Und was sind wir jetzt?


Lachende Pflegerinnen, Bettruhe um 20:00 Uhr (das kann ich nicht genau erkennen) und Joints 🚫. Was ist das für eine Zukunft? Wobei ich gegen lachende Pfleger*innen nichts habe, solange es kein Auslachen ist.

Veröffentlicht unter allerlei, Musik | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Meisen und rosa Kerzen

Ich war in unserer Siedlung unterwegs und habe die Kastanienbäume fotografiert, weil die rosa Variante nicht überall bekannt ist. Als ich mich mit meinem Mann darüber unterhielt, berichtete er mir von den Erfolgen einiger Gemeinden gegen die Miniermotten. Die Miniermotte ist hier in Berlin für die Schäden an fast allen Kastanien verantwortlich. Lange vor Herbstbeginn sehen die Straßenbäume schrecklich aus. Aber ihr kennt das sicher alle. Man hat festgestellt, dass Meisen sich auf die Motten spezialisiert haben und eine große Hilfe bei dem Kampf gegen die Baumschädlinge sind.

Vielleicht habt ihr ja auch Möglichkeiten, den emsigen kleinen Vögeln eine Wohnstatt anzubieten. Die abgebildete Variante finde ich übrigens sehr schön!

Und hier nun die rosablühenden Kastanienbäume.

Zwei dieser Fotos habe ich aus meinem Archiv gefischt, die anderen sind aktuell. Aber alle sind in unserer Siedlung aufgenommen worden.

Veröffentlicht unter allerlei, Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Etüde 21/22 2020 Nr.2

Die Wortspende von Kopf und Gestalt – Zeitplan, schlimm, fallen – für Christianes Etüden entfesselt ein wahres Feuerwerk an Ideen. Ich wollte mir nur Notizen über das Fallen machen. Aber diese entwickelten irgendwie ein Eigenleben und so lasse ich sie denn als eigenständigen Text stehen.

Ein-Fall

Hüllen fallen, Aktienkurse und der Dax, manchmal fallen Sterne oder böse Worte, Blätter fallen, Regentropfen und Schnee, Soldaten fallen und Menschen fallen Menschen zum Opfer, wir fallen in Fallen und stolpern über Fallstricke, manchmal fallen wir vom Glauben ab, wir lassen Dinge fallen und oft auch Menschen, bodenlos fallen wir in manchen Träumen und in Depressionen, wir fallen ein, aus, weg, durch, hin, miss, zurück, auf und um. Pläne zerfallen zu Staub und jeder Zeitplan wird zum Risikofall. Viele Fälle sind schlimm, manche schlimmer, einige schön. Ein Wasserfall zum Beispiel. Oder ein guter Einfall!

Veröffentlicht unter allerlei, Etüden | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

Etüde 21/22 2020

Die Wortspende  „Zeitplan, schlimm, fallen„  für Christianes Etüdenprojekt kam dieses Mal von Kopf und Gestalt.

Ohne Titel

Der 15.5.2020 ist vorbei und nichts ist passiert. Die  NWO hat sich wohl nicht an den Zeitplan gehalten. Schlimm für die Schwurbler. Ob denen jetzt die Aluhüte von den Köpfen fallen? Oder sie vom Glauben?

Veröffentlicht unter allerlei, Etüden | Verschlagwortet mit , , | 10 Kommentare

Agent Orange, Moral, Gerechtigkeit

Heute hat der Prozess gegen den Mörder des Sohnes von Richard von Weizsäcker begonnen. Vor neun Jahren habe ich nachfolgenden Beitrag gepostet. Die „Affäre“ Weizsäcker im Zusammenhang mit Agent Orange kam nur am Rande vor. Fritz von Weizsäcker hatte damit überhaupt nichts zu tun. Der Mord an dem Arzt ist und bleibt Mord und muss dementsprechend gesühnt werden. Das Motiv des Angeklagten, der sich auf eben jene Verstrickung zwischen der Pharmaindustrie, Agent Orange und Richard von Weiszäcker beruft, leuchtet mir nicht ein. Hier mein Beitrag aus Dezember 2011:

Zurzeit werden  Fragen diskutiert, die durch die Affäre Wulff neue Aktualität  bekommen haben. Es geht um Werte, Moral, Unrechtsbewusstsein und Vorbildfunktion. Nun frage ich mich persönlich, ob es denn immer einer Affäre bedarf um eine Wertedebatte anzustoßen. Und warum wird mit dem Finger auf eine öffentliche Person gezeigt, wenn Hinz und Kunz es nicht besser machen? Denkt wirklich jemand, dass in der heutigen Zeit ein Bundespräsident Vorbildfunktion hat? Werden wir jetzt alle Vorteilsnehmer? Nach der Broken-Windows-Theorie?

Nein, das werden wir nicht, denn wir sind es schon! Wir sind nicht besser oder schlechter als ein Herr Wulff.

Alles, was wir bei einem erwachsenen Menschen an Werten und Moral erwarten, sollte bei der Kindererziehung beginnen. Ich will mal ein Beispiel zeigen, mich.

Das, was mir anerzogen wurde, war erwünschtes Wohlverhalten eines Mädchens. Hand geben, Knicks machen, immer lächeln, nicht dazwischen reden, wenn Erwachsene sich unterhalten, Aufessen, die Gabel geht zum Mund und nicht umgekehrt, keine Widerworte, Hände auf die Bettdecke! Nun gab es aber noch die subtile Erziehung: Musst du dich mit der anfreunden? Schau nach oben! Freunde dich mit doch mit der an, deren Eltern sind was. Das war ein Moment, an dem bei mir erster Widerstand aufkeimte. Warum soll ich mich mit jemanden anfreunden mit dem mich nichts verbindet? Warum nicht mit dem Mädchen des Kohlenträgers? Der Vater hatte immer schwarze Fingernägel, na und? Aber bei ihnen zu Hause war es unglaublich gemütlich. Die haben ja noch nicht mal einen Fernseher! Stimmt, aber sie konnten toll erzählen und hatten Mundharmonikas, auf denen sie toll spielen konnten. Denkfehler meiner Erziehungsberechtigten: Vielleicht wäre ja auch mal ein Brikett abgefallen?!

Später hieß es immer: Merke Dir: Wenn einer dir was schenkt, will er irgendwann was dafür haben! Aber da erreichten mich solche Sätze nicht mehr. Weil ich da schon dicht gemacht hatte.

Heute meldete mein unteres Unterbewusstsein diesen Satz an mein oberes Unterbewusstsein. Während mein Bewusstsein es in Worte fasste, stellte sich mir eine Frage: Bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich nur des Gegengeschenkes schenken sollte? Und das möglichst bei Menschen, von denen ich dann irgendwann die passende Gegenleistung einfordern kann?

Wenn das einem Kind eingetrichtert wird, das vorher auf Gehorsam gedrillt wurde, was wird es ins erwachsene Leben mitnehmen?

Ich möchte hier keine Diskussionen über Herrn Wulff anzetteln, das geschieht schon an anderen Stellen. Dass sein Verhalten durch und durch falsch ist, ist unbestritten. Das Winden um den Kredit, die Wahrheit in homöopathischen Dosen, die Ansagen über seine Anwälte, alles hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Ich möchte auch nicht über die Frage diskutieren, ab welcher Position ein Mensch frei von Lug und Tadel sein muss, um als Vorbild zu fungieren. Kratzt man nur lange genug, findet sich bei allen eine dreckige Schicht. Ein anderer, ehemals hochgeehrter Bundespräsident dieses Landes, gehörte 1964 der Geschäftsführung der Firma Boehringer an, die den USA das berüchtigte agent orange für deren Vietnamkrieg lieferte.

Moralisches Gewissen? Studien an Kleinkindern zeigen, dass wir es bei der Geburt mitbekommen haben. Kleinkinder handeln moralisch. Sie haben Mitgefühl, erkennen Ungerechtigkeiten, sind hilfsbereit, schenken freizügig und besitzen einen gesunden Egoismus. Vieles davon wird wegerzogen. Zum Teil aus Gedankenlosigkeit, zum Teil aber aus dem Irrglauben, dass nur, wer gelernt hat, seine Ellenbogen einzusetzen, danach zu trachten, sich möglichst viele Vorteile durch „richtige“ Freundschaften zu verschaffen, es später zu etwas bringen

Ich schenke übrigens immer noch gerne, einfach mal so – nicht nur zu Weihnachten. Weil ich mich an der Freude der Beschenkten freue. Halt! Bevor hier jemand einwendet, dass die Erwartung der Freude auch als Gegenleistung gewertet werden könnte: Ich kann auch durchaus damit leben, wen jemand  sich nicht freut. Aber das kommt so gut wie nie vor.

 

Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 7 Kommentare

Auf Schleichwegen

waren wir nicht unterwegs. Aber eine kleine Runde um das Naturschutzgebiet in Johannisthal im Südosten Berlins haben wir gedreht. Es waren nicht allzu viele Menschen unterwegs. Allerdings war die Rollschuhbahn und die Berg- und Talbahn für Skater und Mountainbiker wieder geöffnet und diese wurden, ebenso wie die diversen Sportgeräte, gut genutzt. Abseits davon erstreckt sich die große, eingezäunte Trockenwiese. Hier brüten drei Arten Lerchen, von denen wir keine gesehen haben. Dafür schlichen zwei Füchse durch das Gras. Ich hatte meinen Fotoapparat mitgenommen, da ich hoffte, dass schon mehr blühen würde. Aber das ist noch zu früh. Ende Mai, Anfang Juni wird die Wiese sicher bunt sein. Dafür konnte ich die Füchse dank Tele gut ins Visier nehmen.

Veröffentlicht unter Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Normalerweise nichts für mich

Um den Anschluss an einen Autor und seine Autorenfreunde/Projekte nicht zu verlieren, bin ich vor ein paar Jahren zum Twitterer geworden. Und wie das so ist, entdeckte ich dort einige Blogger, denen ich mich schon lange verbunden fühle. Mittlerweile folge ich einigen Zeitungen, Organisationen und Kultureinrichtungen. Aber, auch wenn ich noch so bemüht bin, bleiben mir die gehässigen, rassistischen, verschwurbelten Tweets nicht erspart. Meistens versuche ich, sie zu überlesen, aber das gelingt nicht immer. Dennoch überwiegen für mich die positiven Seiten. Links zu lesenswerten Artikeln, Informationen über Veranstaltungen – was sich gerade jetzt als wichtig erwies -, und viele Fotos und Videos, die einfach das Herz erwärmen und gute Laute machen. Vor einer Woche bekam ich von Ulli eine Einladung für die #PhotosOfMyLifeChallenge. Jeden Tag ein Bild, eine Woche lang, keine Menschen, keine Erklärungen. Der Eingeladene konnte wiederum jemanden einladen, was aber keine Bedingung war. Da ich, wie oben bereits geschrieben, kaum Privatpersonen folge, hätte ich höchstens für zwei Tage jemanden nominieren können. Normalerweise ist so etwas nichts für mich. Das ist so ein bisschen wie diese Kettenbriefe oder die Awards, die besonders tolle Blogs bekommen. Aber ich kenne Ulli und war auch gespannt auf die Fotos, die die Menschen zeigen würden. Ich muss gestehen, dass ich fast ein bisschen traurig bin, dass die sieben Tage schon vorbei sind. Das große gelbe Ding ist keine Zecke, wie mein Mann meinte, sondern ein Maiskorn im Taubenfutter. Und ja, in diesen sieben Tagen habe ich auch mein 2000-Teile-Puzzle geschafft


Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Wie es gestern war

Nein, es war nicht gestern, dieses Ereignis, auf das ich gleich kommen werde. Aber gestern habe ich mich mal wieder ans Durchforsten meiner digitalen Fotoalben gemacht. Zwar habe ich noch Speicherplatz bis zum Abwinken, aber das eine oder andere Foto hat seine Bedeutung verloren und verschwindet Pixel für Pixel im digitalen Schredder. In den anderen stöbere ich, wie ich es früher mit den Tüten voller Papierabzügen machte, die in diversen Kartons ihr Dasein in den Schränken fristen mussten. Einige Alben gab es auch. In die wurden nicht nur die ausgewählten Fotos geklebt. Eintrittskarten, Fahrpläne, Tickets wurden ebenfalls aufgehoben und alles habe ich fein säuberlich beschrieben. Diese Fotoalben markierten quasi die Höhepunkte meines Lebens. Da gab es eins, in dem klebten die Bilder meiner Kindheit. Dann die ersten Reisen mit meinem späteren Mann, Herzchen und Blümchen. Hochzeit, Geburten der Kinder, dann nichts mehr. Es begann die Dias- und Tütenzeit. Später noch dicke Alben mit Hochzeitsfotos der Kinder. Es musste nicht mehr mit den Filmen gegeizt  werden, die digitale Fotografie führte zu einem wahren Exzess. Da fiel es dann schon schwer, die „richtigen“ Fotos für die Papierabzüge auszusuchen. Mit der Geburt der Enkel wurden auch die Fotobücher geboren. Sie zu gestalten hat wirklich Spaß gemacht. Die nächsten Alben waren dann ganz spezielle. In ihnen dokumentierte ich meine Nähprojekte. Planung, Werdegang, Größenangaben, Stoffmuster und Bezugsquellen. Das waren auch keine normalen Fotoalben, sondern Alben für Scrapbooking. Jede Seite aus extra starkem Papier, 30×30 cm, und in Klarsichthüllen. Für diese Alben habe ich mir wirklich große Mühe gegeben.

Zurück zum Thema! Als ich gestern in mein digitales Fotoarchiv abtauchte, sprang mir ein Datum ins Auge. Im Mai 2011 war ich zu Besuch bei meinem Bruder auf Gran Canaria Und am 15.Mai, also genau heute vor neun Jahren, fand der jährliche Umzug der Gay Pride statt. Mein Bruder, ein paar Freunde und ich saßen jeden Abend im Jumbo und haben die warmen Nächte genossen. Wir hatten viel Spaß! In diesem Jahr wird das  Spektakel, coronabedingt, erst im Oktober stattfinden. Hoffentlich!

Veröffentlicht unter Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Schwurbler

Diesen Begriff kannte ich bis vor einigen Tagen noch gar nicht. Mir war auch nicht klar, dass ein veganer Koch in den sozialen Medien mit Schusswaffe in der Hand die skurrilsten Behauptungen aufstellt und in Berlin vor laufender Kamera auf Demos wiederholt. Was ich da in den letzten Tagen gelesen und gesehen habe, lässt mich an der geistigen Gesundheit vieler Menschen zweifeln. Nein, das stimmt so nicht. Geistige Krankheiten sind heilbar. Diese Menschen bewegen andere Gründe,  besser gesagt, sie werden bewegt. In einem Artikel, den ich leider nicht gespeichert habe und den ich auch nicht wiederfinden kann, las ich darüber, wie gefährlich Bildung sein kann. Ups, es heißt doch aber, dass Bildung der einzige Weg wäre, um Menschen zu selbständigen und mündigen Bürgern werden zu lassen. Das wird auch nicht bestritten. Aber es gibt viele Menschen, prominente Menschen, die sehr gebildet, dabei aber auch Polarisierer sind. Sie sind diejenigen, die die Macht und die Agenda haben, Massen  zu mobilisieren. Das Video von Ken Jebsen, diesem Holocaust-Leugner,  wurde 3 Millionen mal gesehen. Eine Kollegin meinte in einer Konferenzschaltung , dass dann doch etwas Wahres dran sein müsse, wenn so viele Menschen ihm folgen. Ich habe das dann schnell mal überhört, denn ich habe so gar keine Lust auf Diskussionen über solchen Schwachsinn. Die rechten Populisten greifen diese Unzufriedenheit natürlich auf und schüren weiter in der Glut. Mittlerweile fürchte ich dieses schwelende Feuer fast mehr als das Virus. Was ist es, das die Menschen auf diesen wahrscheinlich bald entgleisenden Zug aufspringen lässt? Ich verstehe die Zukunftsangst vieler Menschen. Da geht es um Existenzen, um Gesundheit, um die Sorge für  Kinder und  alten Eltern. Das sind berechtigte Ängste. Aber unsere Grundrechte werden durch vorübergehende Einschränkungen doch nicht gänzlich ausgehebelt. Meine Meinung darf ich immer noch öffentlich kundtun. Das dürfen auch die Demonstranten. Nur eben jetzt mit gewissen Auflagen, die immer mehr gelockert werden. Meine ganz persönliche Meinung ist, dass die Maßnahmen dazu beigetragen haben, das Virus einzudämmen. Und dass das eben keine gewöhnliche Grippe war und ist. Ich persönlich kenne an Covid-19 Erkrankte. Das nur nebenbei, da das auch eine häufige Frage ist, ob man überhaupt Kranke kennen würde. Die Folgen des Lockdowns werden immens sein, ohne Frage. Aber was wäre die Alternative gewesen? Genau darauf  haben die Verschwörungstheoretikern keine Antworten. Denn das Virus gibt es ja nicht. Dafür können sie uns aber sagen, welche Aluhüte am besten gegen Chemtrails helfen und wie man nicht von der Kante der Scheibe fällt, die unsere Erde ja ist.

Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

Bleibt gesund?

Diesen Satz lesen und hören wir jetzt oft. Ich benutze ihn auch. Fast alle, bei denen ich hier lese, ebenfalls. Radiomoderatoren verabschieden sich so und Kolumnisten beenden mit diesem Gruß ihre Artikel. Heute lese ich im rbb24, dass eine Reporterin einen Leserbrief bekommen hat, in dem sich der Leser über diesen Gruß beschwert. Akut oder chronisch Kranke würden dadurch diskriminiert. Die Reporterin hat darauf reagiert und beendet ihre Beiträge nicht mehr mit dem Wunsch, gesund zu bleiben. Mag sein, dass dieser Gruß zu einer Floskel werden wird. Aber noch ist er das nicht, da bin ich mir sicher. Fühlen sich kranke Menschen wirklich diskriminiert? Oder handelt es sich bei dem Leser um einen, der immer und überall das Haar in der Suppe sucht? Ich weiß es nicht und werde weiterhin Gesundheit wünschen. Wie seht ihr das?

Veröffentlicht unter allerlei | Verschlagwortet mit , , , | 7 Kommentare

Etüde 19/20 2020

Die Wortspende für Christianes Etüdenprojekt – Katamaran, großspurig und totschweigen – hat Erinnerungen geweckt. Schöne und schreckliche. Da die schreckliche Erinnerung überwiegt, gibt es für diese Etüde kein selbstgemaltes Bild von mir. Denn jeder sieht sofort eigene Bilder in seinem Kopf.

Nachtrag 7.5.: Ich habe mich beim ersten Teil wohl missverständlich ausgedrückt. Ich habe keine Angst vor den Meeresbewohnern! Der Gedanke meinen Kopf unter Wasser zu stecken und nur durch einen Schnorchel zu atmen, der macht mir Angst. Seit ich einmal von einer großen Welle unter Wasser gedrückt wurde, kurz die Orientierung verlor und gefühlt  den halben Ozean  verschluckt  habe, schwimme ich angstfrei nur noch in Schwimmbädern.

2x Katamaran

Es gab in meinem Leben zwei Ereignisse, die mit einem Katamaran zu tun hatten. Als ich in Australien war, übrigens ganz alleine, bin ich mit einem Katamaran ins Great Barrier Reef gefahren. Das allerdings nicht alleine. Meine Mitreisenden erzählten großspurig, wo in der Welt sie schon zum Schnorcheln waren. Ich habe mich nicht getraut, ins Wasser zu gehen.  Das würde ich gerne totschweigen, aber ich muss dazu stehen. Schön war es dennoch dort draußen. 

Ein Jahr später flog ich mit meiner Freundin nach Fuerteventura. Eines Tages machten wir einen Tagesausflug auf einem Katamaran. Meine Freundin war sehr ängstlich, da der Kapitän das Boot gegen die Wellen segelte und es heftig schaukelte. Mir machte es riesigen Spaß. Solange ich auf dem Trockenen bleiben kann, habe ich vor nichts Angst. Am nächsten Tag wollte ich den Katamaran von Land aus fotografieren, wie er mit gesetzten Segeln auf Meer hinausfuhr. Ein Engländer gesellte sich zu mir und erzählte etwas von einem Terroranschlag in Amerika. Ich habe ihm nicht geglaubt. Zu unvorstellbar war das, was er berichtete. Auf dem Weg ins Hotel sah ich Menschentrauben vor den Cafés und Restaurants stehen. Überall liefen die Fernseher. Nur die Nachrichtensprecher waren zu hören. Es herrschte fassungsloses Schweigen. Dieses Schweigen legte sich wie eine schwere Decke über uns. Nie werde ich diesen Tag vergessen. Es war der 11. September 2001.

Veröffentlicht unter allerlei, Etüden | Verschlagwortet mit , , , , | 14 Kommentare