Denk ich an gestern

denk ich daran:

> eine mehr als arbeitsreiche Woche ist vorbei
> ich bin zu nichts gekommen
> eine Näharbeit, die ich unbedingt fertigstellen muss, ist immer noch nicht fertig
> ich habe das Gefühl nur noch müde zu sein
> die Wahlplakate der unsäglichen hängen jetzt vor Schule und Hort, Gehirnwäsche für  Kinder mal so im Vorübergehn
> Panikmache hat mich total genervt, nicht die Krise, aber das Schüren von anderen Ängsten
> werde z.B. gefragt, warum ich spät abends noch Bahn fahre, die Frage hat sich mir nie gestellt, warum sollte ich nicht fahren? Passieren kann mir überall etwas
> Londoner Krawalle werden kriminalisiert und entpolitisiert statt hinterfragt, und alle Medien machen mit
> und dann nervt mich auch noch meine Grafikkarte, meine ganz persönliche, hausgemachte Angst vorm Abschmieren des PCs

Aber dann:

> hol ich meine Enkeltochter von der KiTa ab
> sie läuft mir freudestrahlend entgegen und zeigt mir ein tolles Spielzeug
> wir haben eine ganz entspannte Heimfahrt
> zum Richtfest auf dem Nachbargrundtstück werden wir beide ganz überraschend eingeladen und lernen nette Leute kennen
> wir haben ganz viel Spaß
> ich lerne immer neue Wörter kennen und Laura freut sich, wenn ich sie verstehe
> mit meinem Sohn und Laura schön zu Abend gegessen
> nachdem die Kleine im Bett war noch Zeit für ein ruhiges Stündchen mit dem Papa gehabt
> das Stündchen etwas ausgedehnt weil ein heftiges Gewitter sehr schnell aufzog
> ein superschöner Regenbogen beendet das Spektakel
> danach absolut relaxt und entspannt die fast 90minütige Heimfahrt mit den Öffentlichen angetreten

Fazit:

Alles, was mich ermüdet hat, was mich wütend werden ließ, was mich traurig, ägerlich und ungeduldig machte, hat ein kleines Mädchen mit ihrer Liebe, ihrer Frohnatur und ihrer Wahrhaftigkeit relativiert. Nichts davon ist wirklich weg, nein, aber es nimmt nicht mehr den ganzen Raum meines Fühlens und Denkens ein.

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13 Antworten zu Denk ich an gestern

  1. kreadiv schreibt:

    Wie schön Du das aufgeschrieben hast. So gut nachvollziehbar… und hinterher spürt man ein bisschen von dem Frieden, den das kleine Mädchen gebracht hat.

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  2. april schreibt:

    Die negativen Dinge – das wird immer so weiter gehen. Da muss man schon sehen, bei allem Wunsch, informiert zu sein, dass man nicht das Schöne aus den Augen verliert. Da kann man wohl auch von den Kindern lernen.
    Ein wunderschönes Wochenende wünsche ich dir,
    Ingrid

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    • In der letzten Woche war einfach zu viel negatives, das positive Energie abgezogen hat. Ganz betroffen machten mich die Wahlplakate (Deutsche Kinder braucht das Land – oh, Mann, was denkt da das „deutsche“ Kind, das mit einem anderen „deutschen“ Kind gerade zusammen auf dem Schulweg ist. Wahrscheinlich hat es bis eben noch gar nicht darüber nachgedacht, dass sein/e dunkelhäutige/r, mandeläugige/r, nicht Kevin oder Chantal heißende/r Freund/in als nichtdeutschgenug angesehen wird).
      Aber ich will mich jetzt nicht wieder aufregen, sondern Sorge dafür tragen, dass meine Enkel nicht in diesem Sinne aufwachsen, wie die Plakate es suggerieren.
      Morgen gehe ich mit meinem kleinen Enkel in den Tierpark . darauf freue ich mich schon sehr!
      Auch für Dich ein schönes und sonniges Wochenende!
      Elvira

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      • april schreibt:

        Schade, dass sich keiner findet, der eine ‚kleine Sachbe.sc.hädi.gung‘ begeht. Ich hätte allerdings auch Scheu, das zu machen. Korrekt ist es auch nicht 😉

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        • Nein, das ist es nicht. Überall kleben jetzt auch Aufkleber von denen. Das wiederum könnte man Sachbeschädigung ansehen, denn Zaunpfähle, Strommasten, Haustüren, Transformatorkästen sind sicher nicht als Webefläche freigegeben. Die Dinger kleben aber auch höllisch, kaum abpuhlbar.

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  3. Frau Momo schreibt:

    Wow, was für ein Regenbogen.
    Und zu Deinem Text… irgendwie fällt eben doch manchmal alles wieder ins Gleichgewicht und unter´m Strich betrachtet war´s dann gar nicht so schlecht.

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    • Ich hatte gestern meine uralte Exilim eingesteckt, in der Hoffnung, dass mir etwas nettes vors Objektiv kommt.
      Allerdings ist die Qualität doch nicht mit meinem Apparat zu vergleichen. Leider ist der auch erheblich größer. Vielleicht mailt mein Sohn mal seine Fotos, die er mit seiner Spiegelreflex gemacht hat – wenn er denn endlich mal wieder Festnetz und Internet hat. Seit Ende Mai wohnen die Kinder nun schon in ihrem Haus und die Dame mit dem wallenden Haar aus dem Oh-Wunderland hat es noch nicht geschafft, den Vertrag zu erfüllen.
      Ein schönes Wochenende mit viel Sonne wünscht
      Elvira

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      • Frau Momo schreibt:

        Ja, die Dame kennen wir auch. Wir hatten bisher wenig Probleme mit ihr, kennen aber haarsträubende Storys… ich drück die Daumen!
        Sonne hatten wir hier tatsächlich heute und so bin ich an die Elbe und habe auf ihre Majestät gewartet 🙂

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  4. Eva schreibt:

    Gut, wenn wir bei allem was uns runterzieht immer wieder eine rettende Insel finden. Ich wünsche ein schönes, sorgenfreies Wochenende und vor allen Dingen Dir und Deinem kleinen Enkel ein beeindruckend tolles Tierparkerlebnis. Lieben Gruß Eva

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  5. Danke, Eva!
    Ja, diese kleinen Insel sind wunderbar, egal ob Kinder, Tiere, ein netter Mensch, ein gutes Buch, und, und, und. Wir dürfen sie in der Brandung nur nicht übersehen.
    Ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Elvira

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  6. Wildgans schreibt:

    solche plakate find ich unerhört!! wegreißen, mit farbe besprühen oder irgendwie weg damit?
    schön, das mit der enkeltochter!
    kann man einen regenbogen berechnen? farben, klar. physik. aber die anfangs- und endpunkte (wo keine schatzkisten vergraben sind)- sind die genormt….oder durch was bestimmt?
    gruß von sonja

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