MS

steht für Multiple Sklerose. Diese Diagnose wurde Sven Böttcher gestellt. Er war dem Sterben so nahe wie man ihm nur sein kann und hat die Krankheit dennoch überlebt. Ein Buch hat er geschrieben. Quintessenzen. Für seine Töchter. Für den Fall aller Fälle. Damit sie nicht ohne väterlichen Rat zurückbleiben müssen. In den Rezensionen habe ich gelesen, dass dieses Buch in keinem Haushalt fehlen dürfe. Er schreibt ein Blog, tauscht sich mit anderen Menschen aus. Was mich sehr beeindruckt hat ist seine Entscheidung keines der Medikamente, die ihm die Ärzte vorschlugen, zu nehmen oder zu spritzen:

…Sven Böttcher nimmt keines der Medikamente, die ihm die Ärzte auf das Bett gelegt haben. Er liest Studien und ruft Forscher an. Er sucht nach Ursachen. Ein MS-Statistiker gewährt ihm Einblick in die Datensätze, unter der Auflage, dass er nicht schreibt, was er liest. Der Statistiker fragt: Spritzen Sie sich eines dieser Medikamente? Nein, sagt Sven Böttcher. Sehr gut, sagt der Mann. Sven Böttcher sammelt die Fakten. Tausend bis 2 000 Euro pro Monat kosten MS-Medikamente. 9,6 Milliarden verdient die Pharmaindustrie damit 2011. „Obwohl niemand weiß, woher die Krankheit kommt, wie sie verläuft, was hilft. Obwohl langfristige Studien zeigen, dass die Medikamente keinen Unterschied machen.“….

Den ganzen Artikel könnt ihr in der Berliner Zeitung lesen:

http://www.berliner-zeitung.de/panorama/multiple-sklerose-ein-unverhoffter-schub,10808334,24189632.html

Was ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet, ist seine Seite Quintessenzen: http://www.quintessenzen.net/

Es ist die ansprechendste, bewegendste, ehrlichste, nachdenklichste Seite, die ich je gesehen habe. Klickt einen Stern an, es erscheinen Schlagworte und Texte. Die Quintessenzen eben.

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22 Antworten zu MS

  1. leonieloewin schreibt:

    Danke Dir für den wirklich guten Hinweis. Liebe Grüße Leonie

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    • Elvira schreibt:

      In den Zeitungen stehen mitunter Artikel, die es einfach Wert sind, weitergereicht zu werden. Um diesen wäre es einfach schade gewesen. Sicher wird nicht jeder MS-Kranke es Sven Böttcher gleichtun, aber Mut macht er bestimmt.

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  2. aquasdemarco schreibt:

    Ich kann es bestaetigen, auch bei anderen Krankheiten.

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  3. Pingback: Diagnosen | aquas de marco

    • Elvira schreibt:

      Ja! Wow besonders was die Medikamentenverweigerung betrifft. Die meisten Menschen klammern sich daran, weil sie natürlich hoffen, dass jede Spritze, jede Pille die ersehnte Heilung bringt. In solch einer Situation kühlen Kopf zu bewahren und Recherche zu betreiben, ist schon allerhand. Und wow auch zu den Gedanken, den Quintessenzen.

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  4. seeds for fortune schreibt:

    Starke Geschichte.

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  5. michaela schreibt:

    Eine gute Freundin von mir hat MS, aber sie redet nicht (gern) darüber. Danke für diesen Artikel!

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    • Elvira schreibt:

      Ich kenne, schon berufsbedingt, einige Menschen mit MS, und jeder geht anders mit seiner Krankheit um. Eine meiner Patientin ist schon überwiegend auf den Rollstuhl angewiesen – und hat sich mit zwei gesunden und putzmunteren Babys ihren Kinderwunsch erfüllt. Andere verfallen in Depressionen. Wichtig ist eben, diese Unterschiede wahrzunehmen und zu akzeptieren. Nicht jeder wird so offensiv damit umgehen wie Sven Böttcher.

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  6. Frau Momo schreibt:

    Ich hab den Artikel gelesen… beeindruckend. Mit der Seite mühe ich mich noch etwas, aber es lohnt sicher, sich damit zu befassen. Danke für’s Teilen

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  7. Gudrun schreibt:

    Danke für den Hunweis, liebe Elvira. Das trifft bestimmt auf andere Erkrankungen gleichermaßen zu. Vielleicht hilft es mir, morgen eine Entscheidung zu treffen.

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  8. Silberdistel schreibt:

    Es ist schon ein schlimme Krankheit und sicher nicht einfach für die Betroffenen. In unserem Bekanntenkreis gibt es auch einen Fall. Es stimmt schon, jeder geht damit anders um. Ich bewundere die Starken, denn es gibt auch welche, die leider nicht so stark sind und daran auch psychisch zugrunde gehen. Da möchte man den Schwachen immer ein Stück davon abgeben.
    Danke für Deinen Hinweis.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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  9. piri ulbrich schreibt:

    Ich gebe dir vollkommen recht, die Seite interessiert und fasziniert mich. Ich denke, es wird ein Teil meiner Nachtlektüre sein – Danke für den Hinweis!

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  10. isa schreibt:

    MS hat bekanntlich 1000 Gesichter. Jeder der mit einer Diagnose konfrontiert wird die alles zu nehmen imstande ist, was man lebte und ausmacht, erlebt erst mal Angst und Unsicherheit. Langsam aber entwickelt man sich zum Experten in eigener Sache und kann die Entscheidungen für das eigene Leben selbst treffen. Viele Ärzte haben aber Probleme mit interessierten und kompetenten Patienten zurechtzukommen.
    Die meisten Patienten hängen notgedrungen erst an ihrer Basistherapie, nehmen an Studien neuer Medis teil und greifen nach jedem Strohhalm. Aber immer mehr entziehen sich früher oder später den Medikamenten, die mit ihren Nebenwirkungen mehr Lebensqualität abtöten als sie Nutzen bringen. Es ist eine Frage der Zeit und der gewonnenen Informationen und Erfahrungen, bis man sich zum renitenten Patienten hinentwickelt. Auf diesem und ähnlichen Wegen lassen sich noch weitere Sven Böttchers finden. Es ist immer wieder aufbauend und schön davon zu erfahren.
    Am Beispiel der Fumarsäure kann man die Gier der Pharmaindustrie gut verfolgen. MSler mit Psoriasis (Schuppenflechte) die mit Fumarsäure behandelt wurden hatten wesentlich weniger Krankheitsschübe als vorher. Andere MSler die das billige Medikament Fumoderm statt ihres teuren Basismedikaments verordnet haben wollten bekamen es nicht, weil es ja nur für die Hauterkrankung zugelassen war. Im März diesen Jahres wurde Fumarsäure in Form von Dimethylfumarat nun in einem eigenen Medikament ‚Tecfidera‘ für MS zugelassen. http://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/index.php?kategorie=therapien&anr=4589
    Und man halte sich nun fest: Kosten für die KKassen bisheriges Medi 200€, zweites Medi 2000€ monatlich. Wen wundert es, dass man plötzlich das Medikament Fumoderm mit allen Mitteln vom Markt haben will. Was Jahre unter kontrollierten Bedingungen gut war wird nun verteufelt http://www.psoriasis-netz.de/medikamente/fumaersaeure/

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    • Elvira schreibt:

      Ich habe ja letztens selbst ein „out of label“-Medikament erhalten, das nach zweimaliger Einnahme schon wirkte. GsD sind einige Ärzte in dieser Hinsicht sehr einfallsreich – auch wenn sie damit am Rande des Regresses balancieren. Die Pharmaindustrie will natürlich Profit machen, da gehen sie wortwörtlich über Leichen.
      Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über die Zuckermafia in Deutschland gelesen (übrigens in einer Zeitschrift aus dem Axel-Springer-Verlag), in dem auch die Frage aufgeworfen wurde, wer ein Interesse daran haben könnte, die Lebensmittelampel zu boykottieren. Verwiesen wurde auf die Insulin produzierende Pharmaindustrie. Weniger Diabetiker = weniger Umsatz = weniger Profit. Eine sehr simple Rechnung. Wusstest Du, dass Süßwarenhersteller wie Haribo&Co. subventioniert werden, weil sie des hohen Zuckerpreises wegen auf dem Weltmarkt Absatzprobleme hätten? Den ganzen Artikel findest Du hier: http://www.hoerzu.de/wissen-service/gesundheit/gesunde-ernaehrung/die-zuckermafia-darum-sollen-wir-suesses-essen
      Ich finde es moralisch mehr als verwerflich, wenn auf Kosten der Gesundheit z.T. krankmachende Substanzen uneingeschränkt verwendet werden dürfen und, noch viel schlimmer, Medikamente überteuert auf dem Markt ihre Abnehmer finden (oder auch nicht, je nach Kasse).

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