Brief an meine Mutter

Liebe Mutti!

Mein Schutzengel für Dich

Mein Schutzengel für Dich

Ich bin froh, dass Du den Beginn meines Hobbys noch miterleben konntest. Nie werde ich vergessen, wie Du Dich an Deinem Geburtstag über den Erdbeerbeutel gefreut hast. Nur den beerigen Inhalt konntest Du nicht genießen, Du mochtest durch die Bestrahlung nichts Süßes mehr. Die Erbeermarmelade, Erdbeerschokolade, Erdbeerlimonade, Erdbeerbonbons, der Erdbeerwein – all das hätte Dir früher so gut geschmeckt.

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Während der Wochen Deines Krankenhausaufenthaltes hatte ich Dir einen Quilt für die Wand über Deinem Sofa genäht. Ich hatte ihn „Gartenquilt“ genannt. Du hast Deinen Garten so geliebt. Oft denke ich daran, wie Du auf den Knien mit einer Schere die Rasenkanten geschnitten hast. Der Rasen war immer ein Traum ein Grün! Wie furchtbar war es für Dich, als Du ihn in Deinem letzten Sommer nicht mehr so pflegen konntest. Er bekam braune Stellen, Moos machte sich rasend schnell breit. Ach, das tat mir so leid! Aber die Blumen blühten wunderschön, sogar der Hibiskus bekam seine erste Blüte. Und über dem Sofa hattest Du jetzt einen Garten, auf dem die Blumen nie verblühten, die Du nie gießen musstest, kein Unkraut konnte sich darauf breitmachen.

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Ich hatte Dir Fotos von der Entstehung des Quiltes ins Krankenhaus mitgebracht. Das war spannend, weil Du bis zum Schluss  nicht genau wusstest, was da so langsam heranwächst.So ähnlich wie in Deinem Garten. Wie spannend war es für Dich, wenn Du neue kleine Pflänzchen eingesetzt hattest: Würden sie sich gut entwickeln, richtig wachsen, würde die Hecke ihnen nicht zu viel Wasser wegnehmen?

Nachdem Du wieder zu Hause warst, hast Du immer gefroren. Das war ganz neu! Jedesmal, wenn ich zu Dir kam, hast Du im Wohnzimmer auf dem Sofa gelegen und Dich mit Deiner Bettdecke zugedeckt. Im November bist Du zu Manne ins Warme geflogen. Die Zeit wollte ich nutzen um Dir einen wärmenden Quilt zu nähen. Es sollte eine ganz bunte Decke werden. Sie sollte Dich nicht nur wärmen, sondern sie sollte Dich auch fröhlich stimmen. Ich nannte sie darum „Gute-Laune-Quilt“.

Ich bin froh, dass der Quilt Dir noch Freude gemacht hat!

Du hattest mir von einem Besuch bei Manne Weihnachtsstoff mitgebracht. Ich wollte daraus eine Tischdecke nähen. Du hast Dich so unglaublich über die fertige Decke gefreut. Es war ein merkwürdiges Gefühl sie in diesem Jahr wieder auf den Tisch zu legen. Ich habe noch so viel von dem Stoff übrig, dass ich daraus Tischsets genäht habe. Die hätten Dir sicher auch gefallen!

Die Sets habe ich genäht, damit die Tischdecke weitmöglichst geschont wird. Zum Essen wird sie nämlich abgenommen. Diese Decke wird mich immer an Dich erinnern!

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Ich vermisse Dich so sehr!

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Eine Antwort zu Brief an meine Mutter

  1. Der Große schreibt:

    Oma freut sich sicherlich riesig über deinen Brief. Irgendwie wird sie ihn schon zugestellt bekommen 🙂

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